Gesundheitsanalysen und psychische GB

Aus den Aktivitäten des IFBG
11
Juli 2017

Maschinenbauspezialist BREYER startet umfassende Gesundheitsanalyse

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Die Breyer GmbH ist eines der weltweit führenden Unternehmen in der Entwicklung und Produktion von hoch entwickelten Extrusionsanlagen für die kunststoffverarbeitende Industrie. Seit über 60 Jahren ist das in Singen am Hohentwiel ansässige Unternehmen erfolgreich international tätig.

Ein solcher Unternehmenserfolg lässt sich nur mit einer gesunden Belegschaft langfristig sicherstellen, weswegen bei Breyer ein ganzheitliches Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) eine besonders wichtige Rolle spielt. Hierfür arbeitet das Unternehmen seit dem Frühjahr 2017 mit dem Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG) zusammen, einer Ausgründung von Gesundheitsexperten der Universitäten Konstanz, München (TU) und des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Ziel der Kooperation ist die fortlaufende Verbesserung der Gesundheitssituation im Unternehmen.

Gesundheitsbezogene Bedarfsanalyse und psychische Gefährdungsbeurteilung

Um dieses Ziel zu erreichen, wird im Sinne eines ganzheitlichen Gesundheitsmanagements zunächst eine gesundheitsbezogene Bedarfsanalyse vorweggeschaltet, anhand derer konkrete Handlungsfelder für die nächsten Monate und Jahre identifiziert werden. Als Verfahren der Bedarfsermittlung hat sich Breyer für leitfadenorientierte Interviews (1) mit Verantwortlichen und Beschäftigten des Unternehmens sowie eine Gesundheitsbefragung in Online- und Printformat (2) mit der Gesamtbelegschaft entschieden. Die Themenfelder der Erhebung ergeben sich in erster Linie aus den vorgeschalteten Interviews sowie einer Betriebsbegehung (3), die im Juni 2017 stattgefunden hat.

Umfassende Gefährdungsbeurteilung mittels Verfahrens-Mix

Durch die Kombination dieser Ermittlungsverfahren wird auch sichergestellt, dass Breyer der gesetzlichen Pflicht zur Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz nachkommt. Diese haben branchenübergreifend alle Arbeitgeber in Deutschland zu erfüllen (§5 und §6 ArbSchG). Für den Fall, dass die Analysen dringlichen Handlungsbedarf im Bereich der psychosozialen Gesundheit in einzelnen Arbeitsbereichen offenlegen, so sollen diese in vertiefenden Workshops aufgearbeitet und entsprechende Optimierungsmaßnahmen abgeleitet werden. In alle Abstimmungsprozesse sind Vorstand, Personalabteilung und Betriebsrat des Unternehmens eingebunden, was die enge Zusammenarbeit gewährleistet.

Ergebnisreports – doppelter Nutzen für das Unternehmen

Die Experten des IFBG stellen die Erkenntnisse aus den angewandten Analyseverfahren in zwei Ergebnisberichten dar. Der BGM-Bedarfsreport (1) informiert die Gesundheitsverantwortlichen des Unternehmens darüber, wie es um den Gesundheitszustand, das Gesundheitsverhalten und die Wünsche der Breyer-Beschäftigten bestellt ist. Des Weiteren sind in diesem Bericht konkrete Handlungsempfehlungen der Universitätsexperten für das Unternehmen formuliert. Die Erkenntnisse zu den psychosozialen Anforderungen werden in einem psychischen Gefährdungsreport (2) zusammengefasst. Dieser dient auch als vorläufige Dokumentation für den Gesetzgeber, der die potenziellen Belastungen und Beanspruchungen verlässlich erhoben, bewertet und verschriftlicht haben möchte.

Zusatznutzen für die Beschäftigten

Auch die befragten Beschäftigten von Breyer profitieren unmittelbar von der Gesundheitsbefragung. Denn auf der Grundlage ihrer anonymisierten Angaben erhalten sie eine individuelle Rückmeldung zu ihrem Gesundheitsverhalten (z. B. Schlaf, Ernährung, Bewegung) und zu ihrem Gesundheitszustand (z. B. körperliche Beschwerden). Dies geschieht in Form eines persönlichen Gesundheitsberichts – dem so genannten Health-Report. Dabei handelt es sich um einen zwei- bis dreiseitigen Feedbackreport, der jedem einzelnen Beschäftigten mittels eines Ampelsystems verdeutlicht, wie er im Vergleich zu seinen Kollegen sowie dem Durchschnitt der deutschen Erwerbsbevölkerung abschneidet und auf welche Weise er sein Aktivitäts-, Schlaf- oder Ernährungsverhalten optimieren kann. Zudem werden darin konkrete Gesundheitstipps gegeben und Unterstützungsangebote des Unternehmens beworben. Der persönliche Health-Report passt somit gut zur ganzheitlichen Herangehensweise, die Breyer im BGM anstrebt.

Mehr zur Gestaltung und dem Nutzen des Health-Reports erfahren Sie hier. Zudem wurde er in den vergangenen Jahren u. a. im Rahmen der Analyseprojekte bei Logocos, M-net und dem Regierungspräsidium Stuttgart für die Beschäftigten erstellt.

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