Gesundheitsanalysen und psychische GB

Aus den Aktivitäten des IFBG
30
Januar 2017

Regierungspräsidium Stuttgart startet große Beschäftigtenbefragung

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Im Regierungspräsidium Stuttgart arbeiten über 2.500 Beschäftigte in 9 verschiedenen Fachabteilungen mit insgesamt 64 Referaten. In den ca. 45 Standorten der Behörde sind rund 100 verschiedene Berufe, darunter Juristinnen und Juristen, Beamtinnen und Beamte des gehobenen und mittleren Verwaltungsdienstes, Verwaltungsangestellte, Lehrerinnen und Lehrer, Ingenieurinnen und Ingenieure verschiedenster Fachrichtung, Ärztinnen und Ärzte, Pharmazeutinnen und Pharmazeuten, Biologinnen und Biologen, Fischereiexpertinnen und Fischereiexperten, Wirtschaftswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, Straßenwärterinnen und Straßenwärter sowie Wasserbauarbeiterinnen und Wasserbauarbeiter tätig. Für die Wahrnehmung der vielfältigen Aufgaben ist diese Heterogenität vorteilhaft – ja sogar unerlässlich. Für die psychische Gefährdungsbeurteilung stellt solche Vielfalt hinsichtlich Tätigkeitsspektren und Arbeitsplätzen jedoch eine große Herausforderung dar.

Gesetzliche Pflicht zur Beurteilung der psychischen Gefährdung

Alle Arbeitgeber, so auch das Regierungspräsidium in Stuttgart, sind laut Grundlage §§ 5 und 6 zu einer Gefährdungsbeurteilung und Dokumentation der Ergebnisse verpflichtet. Ziel der Gefährdungsbeurteilung ist es, frühzeitig Gefährdungen zu erkennen, um präventiv entgegenwirken zu können.

Doch was ist mit psychischen Belastungen genau gemeint? Psychische Belastungen umfassen u. a. Faktoren der Arbeitsorganisation, -umgebung und -inhalte, sowie zum Beispiel die sozialen Beziehungen.

Psychische Gefährdungsbeurteilung mittels Beschäftigtenbefragung

Das Regierungspräsidium in Stuttgart (RPS) hat sich in einem ersten Schritt dafür entschieden, die Beurteilung der psychischen Gefährdung zu erheben. Dies will das RPS über eine Beschäftigtenbefragung realisieren. Dazu arbeitet es mit dem Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG) – einer Ausgründung von Wissenschaftlern der Universitäten Konstanz, München (TU) und des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) – zusammen. Zusätzlich will das RPS die Arbeit der Lenkungsgruppe Gesundheit und die interne Personalentwicklung noch stärker an den Bedürfnissen und Wünschen der Beschäftigten ausrichten.

Um dieses Ziel zu erreichen, führen das Regierungspräsidium und die Wissenschaftler des IFBG vom 06.03.2017 bis 24.03.2017 eine gesundheitsbezogene Beschäftigtenbefragung durch – anhand derer konkrete Handlungsfelder für die nächsten Monate und Jahre identifiziert werden sollen. Als Verfahren der Bedarfsermittlung haben sich die Verantwortlichen für eine onlinebasierte Gesundheitsbefragung entschieden, die insbesondere Fragen zu den psychosozialen Anforderungen beinhaltet. Für die Kolleginnen und Kollegen des RPS ohne eigenen PC-Zugang wird ein Fragebogen in Papierform erstellt und personalisiert versandt. Als zentrales Befragungsinstrument wird der Copenhagen Psychosocial Questionnaire (COPSOQ) zum Einsatz kommen. Dies ist ein gut evaluiertes und in der Praxis bewährtes Instrument.

Ergebnispräsentationen auf allen Ebenen

Die Experten des IFBG stellen die gewonnenen Erkenntnisse im Zeitraum von 04.05.2017 bis 29.05.2017 in mehreren Ergebnispräsentationen (z. B. Personalversammlungen, Präsentationen auf der Ebene der einzelnen Abteilungen etc.) vor. Diese Präsentationen informieren die Beschäftigten des RPS eingehend über die Ergebnisse und Erkenntnisse aus der Beschäftigtenbefragung. Berücksichtigt werden dabei auch die von den Beschäftigten innerhalb der Befragung genannten Wünsche. Des Weiteren werden im Nachgang vom IFBG in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Einheiten konkrete Handlungsempfehlungen formuliert und Maßnahmen umgesetzt.

Persönlicher Gesundheitsbericht für die Beschäftigten

Die Beschäftigten des Regierungspräsidiums profitieren unmittelbar von der Gesundheitsbefragung. Auf der Grundlage ihrer anonymisierten Angaben erhalten sie eine individuelle Rückmeldung zu ihrem Gesundheitsverhalten (z. B. Schlaf, Ernährung, Bewegung) und zu ihrem Gesundheitszustand (z. B. körperliche Beschwerden). Dies geschieht in Form eines persönlichen Gesundheitsberichts. Dabei handelt es sich um einen ausführlichen Gesundheitsbericht, der allen Beschäftigten mit Hilfe eines Ampelsystems verdeutlicht, wie sie im Vergleich zu ihren Arbeitskolleginnen und -kollegen sowie zur deutschen Erwerbsbevölkerung eingeordnet werden können und auf welche Weise sie ihr Aktivitäts-, Schlaf- oder Ernährungsverhalten optimieren können. Zudem werden darin auch konkrete Gesundheitstipps gegeben.

Mehr zur Gestaltung und dem Nutzen des Health-Reports erfahren Sie hier. Zudem wurde er u. a. im Rahmen der Analyseprojekte bei Logocos, Interflex und dem Polizeipräsidium Ludwigsburg für die Beschäftigten erstellt.

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