BGM-Bedarfsanalysen – ein Weg zum passgenauen Betrieblichen Gesundheitsmanagement

Sonja Hage

Expert
Team Analysen
Team Maßnahmen
Zum Profil

Maßnahmen zur Erhaltung und Förderung der Gesundheit der eigenen Beschäftigten sollten passgenau zur Organisation selbst und der ausgeübten Tätigkeit der Beschäftigten sein. Doch wie lässt sich das erreichen? Im folgenden Artikel stellt das IFBG die BGM-Bedarfsanalyse vor. Diese dient dazu, die exakten Bedarfe in den Bereichen Betriebliches Gesundheitsmanagement und Betriebliche Gesundheitsförderung zu erfassen.

Um ein BGM ganzheitlich und wirksam anzubieten ist es essenziell, die Bedarfe zu kennen. Der einfachste Weg führt hier über eine Befragung der Beschäftigten, die sowohl online als auch durch einen Papier-Fragebogen erfolgen kann. Das Einbeziehen verschiedener gesundheitsbezogener Themenbereiche in die Befragung sorgt für einen umfassenden Überblick. Als Befragungszeitraum sind drei Wochen ideal, um möglichst viele Beschäftigte trotz Urlaub oder Teilzeit zu erreichen.

Gesundheitsverhalten und Gesundheitszustand sind wichtige Bausteine

Die erste Säule der BGM-Bedarfsanalyse kann das Themenfeld Gesundheitsverhalten darstellen. Fragen zu Themen wie Rauchverhalten, körperlicher Aktivität, Flüssigkeitsaufnahme oder auch Obst- und Gemüseverzehr sind hier enthalten. Auch das Schlafverhalten ist ein großer Bestandteil der Befragung. Dieses Themenfeld kann besonders bei Organisationen mit Arbeit im Schichtbetrieb sinnvoll sein.

Eine weitere Säule ist der allgemeine Gesundheitszustand der Beschäftigten. Hierunter fallen Bereiche wie bspw. körperliche Beschwerden. Betroffene Personen können Schmerzen und ihre Dauer in bestimmten Körperregionen angeben und sich selbst und ihre Gesundheit einschätzen.

Teilnahmewünsche, Handlungsbedarfe oder eine offene Frage als besonderer Mehrwert für das BGM

Eine Möglichkeit, noch mehr dienliche Gesundheitsinformationen zu erhalten, ist die Ergänzung der Befragung durch weitere Fragen. So kann bspw. konkret gefragt werden, ob die Beschäftigten gerne an bestimmten Gesundheitsangeboten teilnehmen würden. Eine vom BGM-Team entwickelte Optionen-Liste ermöglicht die konkrete Feststellung von Wünschen. So können beispielsweise Massagen, Jobrad oder Yoga aufgenommen werden.

Bei der Skala Handlungsbedarfe steht eher im Vordergrund, bereits bestehende Angebote oder Umstände zu evaluieren. Zur Frage „Sehen Sie einen Handlungsbedarf in den folgenden Bereichen?“ können Punkte wie Lärm, Licht oder Bewegungsangebote ergänzt werden.

Die Hinzunahme einer offenen Frage mit Freitext-Antwort hat den Vorteil, dass Ideen, die bisher noch nicht berücksichtigt wurden, Platz finden. Auf die Frage „Welche Maßnahmen zur Erhaltung der Gesundheit sollte Ihre Organisation noch ergreifen?“ kann jede Person eine Antwort geben. Das kann für das BGM der Organisation bei der Beurteilung, welche weiteren Maßnahmen in Zukunft angeboten werden, hilfreich sein.

Auswertung unter anderem nach Geschlecht, Altersgruppe und Abteilung möglich

Eine Empfehlung des IFBG: Die Ergebnisse nicht nur auf Gesamtebene auszuwerten, sondern näher hinzuschauen: In welcher Abteilung gibt es besonders viele Personen, die zu wenig trinken? Bewegen sich die weiblichen Beschäftigten mehr oder weniger als die männlichen Beschäftigten? Brauchen die Beschäftigten über 60 Jahren eventuell andere gesundheitsfördernde Maßnahmen als die Beschäftigten unter 29 Jahren? All diese Fragen lassen sich mit Hilfe der gewonnenen Befragungsdaten beantworten. So können auf geringer Flughöhe BGM-Maßnahmen entwickelt und angeboten werden.

Best-Practice: BGM-Bedarfsanalyse bei Veltins in vollem Gange

Die Brauerei C.& A. Veltins GmbH & Co. KG mit Sitz im Sauerland hat sich zur Aufgabe gemacht, ihre knapp 700 Mitarbeitenden durch BGM-Maßnahmen zu unterstützen und möglichen Arbeitsbelastungen entgegenzuwirken. Im August dieses Jahres ging somit eine 3-wöchige Befragung ins Feld, die darauf abzielte, die Bedarfe der Beschäftigten zu ermitteln. In Zusammenarbeit mit der Techniker Krankenkasse (TK) und der Projektmanagerin Analysen beim IFBG, Sonja Hage, wurden in einer Online-Befragung Fragen zum Obst- und Gemüseverzehr, zum Pendeln und anderen BGM-relevanten Themen gestellt. Sophia Göddeke, im Bereich Personalwesen bei Veltins tätig und Ansprechpartnerin für das IFBG, bewarb die Bedarfsanalyse mittels Flyer, im Intranet und über E-Mails. In einer ausführlichen Ergebnispräsentation stellt Sonja Hage im Oktober die Ergebnisse einem Gremium von Veltins virtuell vor. Die Resultate dienen als Grundlage, neue Themenfelder und somit auch konkrete Maßnahmen für die Beschäftigten bei Veltins abzuleiten.

„Die Zusammenarbeit mit Frau Hage und dem IFBG lief reibungslos. Wir konnten dadurch die Befragung professionell durchführen und freuen uns schon auf die Ergebnisse, um unser BGM weiter darauf aufbauen zu können.“ Jan Henningsen, Personalleiter bei Veltins

Neben der BGM-Bedarfsanalyse umfasst das Analysen-Portfolio des IFBG unter anderem auch Psychische Gefährdungsbeurteilungen und Analyse-Workshops.

Share on linkedin
Share on twitter
Share on facebook