Aktuelles

Aus den Aktivitäten des IFBG

16
Januar 2017

2. Gesundheitserhebung als Mitarbeiterbefragung beim Polizeipräsidium Ulm

Das Polizeipräsidium Ulm trägt mit seinen rund 1.700 Beschäftigten in den unterschiedlichen Dienststellen Sorge für die Sicherheit einer Region, in der mehr als 900.000 Menschen leben. Diese verantwortungsvolle Aufgabe kann nur von einer gesunden Belegschaft langfristig erfolgreich bewältigt werden. Dies wurde seitens des Präsidiums bereits vor längerer Zeit erkannt. Früh schuf man entsprechende Strukturen und setzte Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) um. Mit einer gesundheitsbezogenen Mitarbeiterbefragung sollen nun die bisherigen Entwicklungen evaluiert und weitere Potentiale aufgedeckt werden.

Behördliches Gesundheitsmanagement als fortlaufender Prozess

Ein bedeutender Meilenstein in diesem Zusammenhang war die erste Gesundheitserhebung im Jahr 2014, die das Polizeipräsidium Ulm in Zusammenarbeit mit dem Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG) – einer Ausgründung von Wissenschaftlern der Universitäten Konstanz, München (TU) und des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) – durchführte. Damit zählte es zu den ersten Präsidien in Baden-Württemberg, das einen analysebasierten Ansatz im Zuge der BGF wählte. Auf der Basis von Interviews und einer gesundheitsbezogenen Mitarbeiterbefragung leitete der Steuerungskreis Gesundheit des Präsidiums gemeinsam mit dem IFBG konkrete Handlungsempfehlungen auf den Ebenen Individuum, Organisation, Arbeitsbedingungen und Umfeld ab. Es folgten vielfältige Angebote für die Beschäftigten wie etwa Schlafberatung für den Schichtdienst oder die Gesundheitsstreife vor Ort – ein aufsuchendes Aktivitätsprogramm direkt in den Dienststellen der Region.

Wissenschaftlich fundierte Mitarbeiterbefragung fürs BGM

Um das BGM innovativ und bedarfsorientiert weiterzuentwickeln, arbeitet das Polizeipräsidium Ulm auch weiterhin mit dem IFBG zusammen. Eine zweite gesundheitsbezogene Mitarbeiterbefragung, die gleichzeitig auch als Teil der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz dient, soll nun aufzeigen, wie sich die Gesundheitssituation beim Polizeipräsidium Ulm seit 2014 verändert hat. Außerdem können weitere, möglicherweise neue Handlungsfelder identifiziert werden. Im Rahmen der Befragung kommen wissenschaftlich fundierte Skalen zum Einsatz. Dabei haben das Polizeipräsidium Ulm und das IFBG beschlossen, vorrangig auf den Copenhagen Psychosocial Questionnaire (COPSOQ) zurückzugreifen, da dieser Vergleich mit Normwerten ermöglicht, aber auch mit Daten zahlreicher anderer Landesbehörden, die die IFBG-Experten im Zuge ihrer über zehnjährigen Analysearbeit gesammelt haben.

Ergebnisbericht mit konkreten Handlungsempfehlungen

Die gesundheitsbezogene Mitarbeiterbefragung wird im ersten Quartal 2017 stattfinden. Im April stellen die Experten des IFBG die Ergebnisse in Ulm vor und fertigen einen detaillierten Ergebnisbericht an. Dieser informiert die Präsidiumsleitung, den Personalrat sowie die Verantwortlichen des Steuerungskreises Gesundheit darüber, wie es um die gesundheitliche Situation beim Polizeipräsidium bestellt ist. Des Weiteren werden konkrete Handlungsempfehlungen formuliert, so dass das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) des Präsidiums auch die kommenden drei Jahre professionell und vor allem bedarfsangepasst weiterentwickelt werden kann. Die Beschäftigten selbst werden ebenfalls transparent über die Ergebnisse informiert und erhalten sogar einen persönlichen Feedbackbericht zu ihrem eigenen Gesundheitsverhalten. Die so genannten Health-Reports wurden bereits erfolgreich beim Polizeipräsidium Ludwigsburg, dem Polizeipräsidium Konstanz sowie dem Landkreis Calw erstellt und an die Beschäftigten verteilt.

 

 

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