Aktuelles

Aus den Aktivitäten des IFBG

18
März 2016

Abteilungsbezogene Gesundheitsanalyse bei Amcor Flexibles Kreuzlingen

Ein kontinuierlich steigender Krankenstand – das ist es, was Unternehmen mit Blick auf ihre Produktivität in jedem Fall vermeiden möchten. Bei Amcor Flexibles Kreuzlingen lässt sich seit 2011 insbesondere in einer Produktionsabteilung eine Zunahme der Fehlzeiten feststellen. Dem Schweizer Verpackungsunternehmen war es daher ein Anliegen, mögliche Auslöser zu ermitteln um damit die Voraussetzungen für eine bessere gesundheitliche Fürsorge zu gewährleisten. Dieses Ziel geht einher mit den Konzernleitideen von Innovation und Nachhaltigkeit sowie den internen Werten Integrität, Teamarbeit und soziales Verantwortungsbewusstsein.

Gesundheitsanalyse in gerade einmal zwei Monaten

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG) – einer Ausgründung von Wissenschaftlern der Universitäten Konstanz, München (TU) und Karlsruhe (KIT) – wurde im Zeitraum von September bis Oktober 2015 eine umfassende Gesundheitsanalyse in der entsprechenden Abteilung durchgeführt.

An den Analysen nahmen alle Beschäftigten der betroffenen Abteilung teil. Als geeignete Methoden wurden zunächst leitfadenorientierte Interviews und Beobachtungsverfahren ausgewählt. Die Beschäftigten wurden zunächst hinsichtlich ihres Gesundheitsverhaltens, ihres Gesundheitszustandes und ihrer Arbeitsbedingungen interviewt. Zudem wurden die sie bei der Durchfühung ihrer Tätigkeiten beobachtet und ihre körperlichen Belastungen anhand der Leitmerkmalmethode zur Gefährdungsanalyse dokumentiert. Diese beinhaltet eine beobachtende Beurteilung der Arbeitsbedingungen, wenn Gefährdungen bei der manuellen Handhabung von Lasten nicht sicher auszuschließen sind.

Die Ergebnisse der Arbeitsplatzbeobachtung verdeutlichten, dass die körperlichen Anforderungen insbesondere beim Heben, Halten und Tragen von leichten Lasten sehr hoch waren, wurde doch bei diesen Vorgängen mit hoher Wiederholungszahl oftmals auf vorhandene Hilfsmittel (z. B. Hebebühnen) verzichtet.

„If there is a better way, we will find it together.“

Auf der Basis der Erkenntnisse aus der Arbeitsplatzbeobachtung und den leitfadenorientierten Interviews konnten Handlungsempfehlungen abgeleitet werden, die größtenteils direkt umgesetzt wurden. Ergänzender Bestandteil der Analysen war die Anfertigung von persönlichen Health-Reports für die Beschäftigten der Abteilung. Dabei handelt es sich um zwei- bis dreiseitige Printberichte, die den Beschäftigten anhand eines leicht verständlichen Ampelsystems aufzeigen, wie es bspw. um deren Bewegungs-, Ernährungs- oder Schlafverhalten bestellt ist. Diese anonymisierten Health-Reports wurden gegen Vorlage eines Codes an die Beschäftigten ausgehändigt.

Darüber hinaus führten Experten des IFBG eine aufsuchende Trainingseinheit zur Gesundheitsförderung direkt an den Arbeitsplätzen durch. Ziel war es, den Beschäftigten Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie Kräftigungs- und Entspannungsübungen direkt in ihren Arbeitsablauf integrieren können.

Das Gesamtprojekt wurde nicht nur von den Beschäftigten, sondern auch den Unternehmensverantwortlichen positiv bewertet – auch wenn eine Bewertung von Krankenstand und Präsentismus noch aussteht. Die positive Bewertung ist auch darauf zurückzuführen, dass das Projekt einer der Leitlinien des Unternehmens entsprach: „If there is a better way, we will find it together.“

Hier finden Sie unsere Themenseite für den persönlichen, anonymisierten Health-Report.

Hier geht es zu unseren Gesundheitsanalysen.

Tags: Gesundheitsanalysen, Psychische Gefährdungsbeurteilung