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12
Januar 2021

„Befragung ergibt gerade jetzt Sinn" – Interview mit Beate Philipp von VAUDE

Interview mit Vaude-Mitarbeiterin

Beate Philipp arbeitet bei der VAUDE Sport GmbH & Co. KG im Bereich Personal und Organisation. VAUDE hatte sich nach einer Mitarbeiterbefragung 2018 dazu entschlossen, 2020 erneut eine gesundheitsbezogene Beschäftigtenbefragung durchzuführen. In unserem Interview erklärt sie, warum das Unternehmen dies gerade im turbulenten Jahr 2020 getan hat und welche Veränderungen schon 2018 angestoßen worden sind.

IFBG:
Frau Philipp, was waren die Gründe für eine Wiederholungsbefragung und welche Erwartungen bzw. Hoffnungen haben Sie in Bezug auf die zweite Befragung?

Fr. Philipp:
Wir möchten prüfen, welche Veränderungen sich in den zwei Jahren zwischen den Befragungen ergeben haben. Haben sich das Gesamtbefinden und die Schwerpunkte verändert? Wir haben in der ersten Befragung einige sehr prägnante Ergebnisse erhalten, auf deren Basis wir Maßnahmen durchgeführt haben. Um zu erfahren, was sich genau in diesen Themenfeldern verändert hat, setzen wir maximale Vergleichbarkeit zwischen der ersten und der zweiten Befragung, sprich, es war klar, dass wir dieselbe Befragung noch einmal durchführen wollen. Wir hoffen natürlich, dass unsere Bemühungen seitens des Betrieblichem Gesundheitsmanagements (BGM) und – vielleicht mehr noch – seitens der Personalpolitik gefruchtet haben. Wenn wir feststellen, dass nicht alle Ziele erreicht sind, sind wir bereit, an den entsprechenden Stellen weiterzumachen. Das ist für uns nachhaltiges Vorgehen.

In diesem „Corona-Jahr“ gab es intern bei uns einige Fragen bzgl. der erneuten Durchführung. Wir denken jedoch, dass die Befragung gerade jetzt Sinn ergibt. Wie überall gibt es auch bei uns individuelle Stimmen – sowohl hinsichtlich einer Verschlechterung als auch hinsichtlich einer Verbesserung des individuellen Befindens in diesem Jahr. Uns ist wichtig, nicht nur die Positionen Einzelner zu hören, sondern eben auch ein Gesamtbild zu erhalten.

Führung als Handlungsfeld ausgemacht

IFBG:            
Inwiefern haben die Ergebnisse der Befragung in 2018 Veränderungen bei Ihnen im Unternehmen ausgelöst – bspw. Maßnahmen, die angestoßen oder Prozesse, die in Gang gesetzt wurden?

Fr. Philipp:         
Am meisten hat uns wohl die Begleitung einzelner Bereiche beschäftigt, die in der Befragung einen oder mehrere Aspekte besonders auffällig beantwortet haben. Teilweise haben wir Führungsstrukturen angepasst und damit im Sinne der Verhältnisprävention angesetzt. Das waren die intensiveren Interventionen, die uns und die Kolleginnen und Kollegen in der Umsetzung am stärksten gefordert haben. Wir haben auch unser Sport- und Entspannungsangebot noch einmal gezielter ausgeweitet und thematisch passende Weiterbildungen angeboten, die u. a. auf das individuelle Stressmanagement abzielten. Somit ist auch etwas im Sinne der Verhaltensprävention erfolgt. Es waren auch vermeintlich kleine Interventionen dabei, die aber offensichtlich den Nerv einiger Kolleginnen und Kollegen trafen. Dazu gehört beispielsweise, dass wir einen bereits verfügbaren Raum noch einmal offiziell als Ruheraum zur Entspannung in der Mittagspause beworben haben. Dafür mussten wir nichts anderes tun als Kommunizieren.

Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern maß- und respektvoll

IFBG:                   
Mit Blick auf die zurückliegende Befragung: Wie bewerten Sie die Zusammenarbeit der drei involvierten Akteure Techniker Krankenkasse (TK), IFBG und VAUDE? Was lief gut und gibt es etwas, das beim nächsten Mal verbessert werden?

Fr. Philipp:         
Am IFBG schätzen wir die sehr fundierte Beratung rund um die Befragung – angefangen bei der inhaltlichen Auswahl und Formulierung der einzelnen Themenkomplexe, über methodische Aspekte der Erst- und Wiederholungsbefragung bis hin zur Projektplanung und Kommunikation im Unternehmen. Besonders wertvoll fanden wir nach der ersten Befragung die sehr präzise und differenzierte Erläuterung der Ergebnisse, der Einbezug von Erfahrungswerten bzgl. deren Interpretation und die Ableitung von Handlungsempfehlungen für Maßnahmen. Dabei blieb es uns als Unternehmen stets selbst überlassen, inwieweit wir bei der Planung von Maßnahmen auf Angebote des IFBG zurückgreifen. Wir haben gerne die Techniker Krankenkasse (TK) als fachlichen sowie finanziellen Partner für bestimmte Interventionsmöglichkeiten und -themen herangezogen und auch die Leistungen der TK für Einzelpersonen an unsere Beschäftigten weitervermittelt. Wir haben dabei ein sehr partnerschaftliches und professionelles Miteinander wahrgenommen und die TK hat dieses nicht als „Einfallstor“ für vertriebliche Aktivitäten genutzt. Das führen wir auch auf die sehr maß- und respektvolle Haltung unserer Ansprechpartner der TK zurück. Die Zusammenarbeit können wir auf jeden Fall weiterempfehlen.

Schnelle Reaktion auf Corona-Pandemie

IFBG:                 
Kein noch so kurzes Interview kommt derzeit am Thema „Corona“ vorbei, so auch dieses nicht: Inwiefern hat das Virus die Arbeit des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) bei Vaude beeinflusst? 

Fr. Philipp:         
Wir haben in unserem BGM-Konzept „Auszeit“ immer schon stark auf körperlichen Ausgleich gesetzt, sowohl hinsichtlich der Fitness als auch der Entspannung und eine Vielzahl von Kursen in unserem Sportraum angeboten. Zeitweise konnten wir diese Präsenzangebote nicht aufrechterhalten. Unsere (internen) „Auszeit-Coaches“ haben schnell reagiert und ein digitales Programm auf die Beine gestellt, z. B. Kurse per Videokonferenz durchgeführt. Regelmäßig wurden im Intranet Tipps für ein Leben in Balance gepostet, z. B. auch zur gesunden Gestaltung des Home-Office. Mit unserem Betriebsarzt haben wir viele Fragen rund um Corona bearbeitet, v. a. hinsichtlich der Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen im Unternehmen. Auf den „Corona-Winter“ bereiten wir uns gerade intensiv vor, insbesondere mit Fokus auf Unterstützungsangebote rund um die psychische Gesundheit. Deshalb sind wir auch besonders gespannt, welche Erkenntnisse unsere aktuelle Beschäftigtenbefragung im Hinblick auf das mentale Befinden unserer Belegschaft ergibt.

IFBG:
Vielen Dank für das Interview!

Hier erfahren Sie mehr zu Psychischer Gefährdungsbeurteilung und dem BGM-Beschäftigtenbarometer.

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