Aktuelles

Aus den Aktivitäten des IFBG

25
November 2015

Die Vital-Pause bei L'Oréal als aufsuchende Gesundheitsförderung

L’Oréal zählt weltweit zu den führenden Unternehmen in der Kosmetikbranche. Innovation, Qualität und begeistertes Engagement von 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sorgen dafür, dass L’Oréal Deutschland mit seinen Standorten in Karlsruhe und Düsseldorf zum viertwichtigsten Markt innerhalb der L’Oréal-Gruppe zählt.

Das Wohl der Beschäftigten liegt dem Unternehmen seit jeher am Herzen. In diesem Zusammenhang wurde das Projekt Vital-Pause im Jahr 2015 ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um eine aufsuchende Gesundheitsförderungsmaßnahme. Ziel dieses Ansatzes ist es, Bewegungs- und Entspannungsübungen direkt in den Arbeitsalltag der Beschäftigten zu integrieren. In Kooperation mit dem Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG) – einer Ausgründung von Experten des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) sowie der Universitäten Konstanz und München (TU) – wurde dieser Ansatz mit Beschäftigten der Produktion am Standort Karlsruhe realisiert. Der Erfolg der Maßnahme wurde in einem dreimonatigen Pilotprojekt wissenschaftlich überprüft. Die konkreten Zielstellungen: Die körperlichen Beschwerden der insgesamt 40 Produktionsbeschäftigten sollten reduziert sowie die individuelle gesundheitsbezogene Achtsamkeit und Motivation der Teilnehmer gesteigert werden.

Gesundheitsflashmob und Training in der Nachtschicht

Als Kickoff-Aktion fand ein Gesundheitsflashmob in der Produktion statt. Durch diese unangekündigte aufsuchende Maßnahme wurde Interesse für das anstehende Projekt der „Vital-Pause“ geweckt. In der darauffolgenden Zeit fanden zweimal wöchentlich Kräftigungs- und Entspannungssequenzen à zehn Minuten in Kleingruppen in unmittelbarer Nähe zum Arbeitsplatz statt. Diese Kurzeinheiten führten ausgebildete Trainer des IFBG mit sportwissenschaftlichem Hintergrund durch. Hierbei wurden u. a. Kleingeräte und das eigene Körpergewicht genutzt, um Beschwerden in ausgewählten Körperregionen (insbesondere Rücken-, Schulter- und Nackenbereich) entgegenzuwirken. Ein besonderer Fokus des Projektes lag – ganz im Sinne der integrativen Philosophie von L‘Oréal – in der Einbindung der Nachtschicht. Die IFBG-Trainer suchten die Produktionsbeschäftigten sogar nachts zwischen 1 und 2 Uhr auf, um diese in direkter Arbeitsplatznähe zu aktivieren.

92,6% der Befragten wünschen sich Fortführung der Vital-Pause

Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung, die Ende Oktober 2015 vor Verantwortlichen von L’Oréal in Karlsruhe präsentiert wurden, belegten eine positive Tendenz in Bezug auf die Zunahme an sportlicher und körperlicher Aktivität sowie in Bezug auf die Abnahme von körperlichen Beschwerden. Unter den regelmäßigen Trainierenden konnte zudem eine Zunahme der Motivation, an Bewegungs- und Sportprogrammen teilzunehmen, festgestellt werden. Fast alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten sich zufrieden mit der Trainingsorganisation durch die Projektverantwortlichen und mit der personellen Betreuung. Es verwundert daher nicht, dass sich 92,6% der Befragten eine erneute Teilnahme am Programm vorstellen können. Einzig die Trainingsdauer, -häufigkeit und -intensität wurden von einigen Teilnehmern als verbesserungswürdig erachtet.

Derzeit beschäftigen sich die Verantwortlichen von L'Oréal am Standort Karlsruhe intensiv mit dem Gedanken der Fortführung des Projektes. In diesem Kontext wird unter anderem über den Einsatz von internen Kräften als Übungsleiter nachgedacht, so dass die Vital-Pause schrittweise in die Hände der L’Oréal-Beschäftigten übergeben wird. Die Schulung und Anleitung der internen Vital-Coaches würde dann durch die Experten des Instituts für Betriebliche Gesundheitsberatung erfolgen.

Tags: Aufsuchende Gesundheitsförderung, Gesundheitsexpress