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Aus den Aktivitäten des IFBG

09
Januar 2017

Digitales BGM oder doch eher digitale BGF?

Digitales BGM ist in aller Munde – aber gibt es das wirklich? Oder ist es semantisch nicht passender, von digitaler BGF zu sprechen, da ein Gesundheitsmanagement im Betrieb an sich ja nicht digital ist? Das Expertenteam des Instituts für Betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG) um Prof. Dr. Filip Mess und Dr. Utz Niklas Walter hat diese Frage bereits des Öfteren als Thema zur kritischen Auseinandersetzung herangezogen. Nun bot sich die Gelegenheit beim Netzwerktreffen des Corporate Health Netzwerks am 01.12.2016 in Freiburg, mit weiteren Experten aus dem BGM-Bereich u. a. darüber zu diskutieren.

Datenschutz, Nachhaltigkeit, Flexibilität, Feedback

Neben den Chancen, die es beim Einsatz digitaler Technologien im Rahmen des BGM gibt, gibt es selbstverständlich auch Risiken. So ist die Wahrung des Datenschutzes wohl die größte Herausforderung, gerade wenn es um persönliche Beschäftigtendaten geht. Gleichzeitig wird die Gewährleistung einer Nachhaltigkeit nur dann möglich, wenn digitale BGF zu den strategischen Zielen eines Unternehmens passt. Dies erläuterten die Rednerinnen Prof. Dr. med. habil. Eva Bitzer und Dr. Birgit Susanne Lehner von der Pädagogischen Hochschule Freiburg im Rahmen ihres Vortrags.

Auch Dr. Utz Niklas Walter vom IFBG erörterte in seinem Vortrag potenzielle Chancen und Risiken digitaler betrieblicher Gesundheitsförderung. Dabei nannte er u. a. die Möglichkeit, neue Zielgruppen zu erschließen und BGF in den Alltag der Beschäftigten zu integrieren, als Vorteile digitaler Angebote. In einer möglichen Überforderung der Verbraucher durch Technik, einer geringen Qualität der Anwendungen sowie in einer möglichen Krankheitsdiagnose ohne ärztlichen Rat sah er jedoch Risiken.

Podiumsdiskussion: digitales BGM kein Allheilmittel

In einer abschließenden Podiumsdiskussion der Veranstaltung waren sich alle Experten darüber einig, dass digitale BGF-Anwendungen kein Allheilmittel für ein Betriebliches Gesundheitsmanagement sein können. Vielmehr können sie beim Erfüllen aller sicherheitsrelevanten Voraussetzungen eine sinnvolle und innovative Unterstützung sein. Neben den Voraussetzungen sollten auch die entsprechenden Strukturen vorhanden sein. Dies erleichtere den Beschäftigten das Am-Ball-Bleiben, so eine der Expertinnen.

Auch das Thema der Betrieblichen Gesundheitskommunikation erfährt zunehmend an Bedeutung im Kontext des BGM. Auch hier beschäftigt sich das IFBG intensiv mit Möglichkeiten, wie Unternehmen ein strategisches Kommunikationskonzept für ihre Aktivitäten in der Betrieblichen Gesundheitsförderung aufbauen können. Ein Unternehmensvertreter betonte die Wichtigkeit von Marketing-Maßnahmen, insbesondere vor dem Hintergrund, dass damit ein Beitrag zur Arbeitgeberattraktivität geleistet werden könne. Ein zunehmend wichtiges Attribut beim Werben um Fachkräfte.

Wenn Sie mehr zu den Themen digitale BGF, Betriebliche Gesundheitskommunikation oder zu Vorträgen wünschen, so schreiben Sie uns gern eine Mail an info@ifbg.eu oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

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