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16
Februar 2021

Einstellung zu Home-Office im Veränderungsprozess

Vorbehalte gegenüber Home-Office

Trotz des starken Anstiegs in der Homeoffice Prävalenz im Zuge der Corona-Pandemie arbeitet weiterhin mehr als die Hälfte aller deutschen Erwerbstätigen beim Arbeitgeber vor Ort (Möhring et al., 2020a, b; Blom et al., 2020). Dies bestätigen auch Befragungsergebnisse aus der dritten Welle (Juni 2020). Diese Informationen sind aus einer Literatur-Review entnommen, die das IFBG zum Corona-Dossier, welches in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse entstanden ist, beigetragen hat.

Vorbehalte der Arbeitgeber gegenüber Homeoffice reduzieren sich

Der aktuellen Literatur (Arnold, Kampkötter, & Steffes, 2016; Backhaus et al., 2020; Bitkom, 2020a; Brenke, 2016; Frodermann et al., 2020; Grunau et al., 2019; Hofmann et al., 2020; Stürz et al., 2020; Walters-bacher et al., 2019) lassen sich drei Hauptgründe dafür entnehmen, warum Arbeitnehmer vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie kein Homeoffice genutzt haben oder auch weiterhin nicht im Homeoffice tätig sind. Der Hauptgrund ist eine mangelnde technische oder organisatorische Eignung der Tätigkeit für eine Ausübung zu Hause. Darüber hinaus wird im Fall der potenziell für Homeoffice geeigneten Arbeitsplätze vielfach auf eine starke Präsenzkultur und damit verbundene fehlende Erlaubnis für die Arbeit im Homeoffice verwiesen. Zuletzt ist der Wunsch des Arbeitnehmers gegen das Homeoffice entscheidend. Über diverse Studien hinweg offenbart sich jedoch, dass die Rolle der Anwesenheitskultur, aber insbesondere auch die Ablehnung durch die Arbeitnehmer selbst, vermehrt an Relevanz verliert. So äußern 42 Prozent der befragten Human-Ressource-Verantwortlichen in der Studie von Hofmann et al. (2020), dass sie bereits den Entschluss für einen weiteren Ausbau des Homeoffice-Angebots gefasst haben (vergleiche auch ifo & Randstad, 2020). Weitere 44 Prozent geben an, dass sie den Ausbau zumindest in Erwägung ziehen. Zudem berichtet knapp die Hälfte der Befragten (47 Prozent), dass Führungskräfte in ihren Unternehmen aufgrund positiver Erfahrungen in der Corona-Pandemie ihre Vorbehalte gegenüber dem Homeoffice abbauen.

Home-Office-Möglichkeit wird beliebter

Darüber hinaus verdeutlichen aktuelle Studienergebnisse, dass auch die Akzeptanz sowie der explizite Wunsch hinsichtlich einer Homeoffice-Möglichkeit unter den Beschäftigten stark angestiegen ist (BVDW, 2020; Möhring et al., 2020b; Stürz et al., 2020). Vor der Corona-Pandemie wünschten sich nur ein bis zwei Drittel derjenigen ohne bisherige Homeoffice-Erfahrung die Möglichkeit auch von zu Hause aus arbeiten zu können (Brenke, 2016; Grunau et al., 2019). Nun äußern etwas mehr als 75 Prozent der Beschäftigten, die erstmals durch die Corona-Pandemie regelmäßig im Homeoffice arbeiteten, dass sie auch weiterhin zumindest einen Teil ihrer Arbeitszeit im Homeoffice verbringen möchten (DAK, 2020). Ähnlich sprechen sich Anfang Juni 2020 in der Studie von Möhring et al. (2020b) 73 Prozent sehr oder eher für ein Recht auf Homeoffice aus. Das Potenzial für eine weitere Verbreitung des Homeoffice in Deutschland ist laut aktueller Analysen in jedem Fall gegeben (Alipour et al., 2020a, b; Grunau et al., 2020). Laut der Potenzialanalysen von Alipour et al. (2020a, b) könnten in Deutschland 56 Prozent aller Beschäftigten prinzipiell ihren Job von zu Hause ausüben. Weniger als die Hälfte des Potenzials ist laut der Studienautoren vor dem Beginn der Corona-Pandemie ausgeschöpft worden. Insgesamt besteht insbesondere bei den Beschäftigtengruppen, die, wie oben ausgeführt, bislang schon vermehrt im Homeoffice arbeiten, noch weiteres ungenutztes Homeoffice-Potenzial (Alipour et al., 2020a, b; Grunau et al., 2020).

Hier erfahren Sie, welche Handlungsempfehlungen wir für das Home-Office Arbeitgebern, Führungskräften und Beschäftigte geben.

Tags: Alltag, Arbeitsplatz, Home-Office, Online-Formate, Personal, Studien