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Aus den Aktivitäten des IFBG

17
August 2018

Gesunde Führung 4.0 – ein paar Denkanstöße für Führungskräfte

Jeder kennt es, das Gefühl des „Es muss immer noch mehr gehen!“, das häufig auch mit platten Worten wie Digitalisierung, zunehmende Komplexität, Informationsflut und ständige Erreichbarkeit beschrieben werden kann. In Zeiten von Arbeit 4.0 ist jeder Einzelne besonders gefordert, durch Selbstführung – also Selbstreflexion – und konstruktive Abgrenzung für die eigene Gesundheit zu sorgen, um unter den gegebenen Herausforderungen nicht irgendwann zusammenzubrechen.  

Ein gesunder Führungsstil unterstützt Beschäftigte dabei und ist somit essenziell für ein nachhaltiges BGM. Im Optimalfall leben Führungskräfte einen gesunden Lebensstil vor und zeigen somit, dass es akzeptiert ist (z. B. durch ein „Nein!“ zum zusätzlichen Auftrag nach Feierabend). Sie sind aber auch selbst eine Arbeitsbedingung, die im besten Fall dazu beiträgt, dass Beschäftigte gesund, zufrieden und leistungsfähig bleiben.

Aber was können Sie als Führungskraft tun?

„Gesund in Führung gehen“, das gelingt Ihnen zuallererst, indem Sie mit sich selbst gut umgehen, sich regelmäßig Zeit für sich nehmen und ganz bewusst darauf schauen, wie es Ihnen geht und was Sie brauchen (Stichwort: Selbstführung). Gelingt Ihnen das gut, haben Sie auch die Ressourcen für gesunde Mitarbeiterführung, die wie folgt umgesetzt werden kann: 

  1. Zeigen Sie Wertschätzung durch konkretes Lob: Machen Sie sich bewusst, was Ihre Beschäftigten leisten und danken Sie Ihren Mitarbeitern für ihren Einsatz (idealerweise am konkreten Beispiel).
  2. Unterstützen Sie Ihre Mitarbeiter bei der Stressbewältigung: Machen Sie Stress insbesondere in anspruchsvollen Zeiten zum Thema und trauen Sie sich die mögliche (Über-)Beanspruchung Ihres Teams nach oben hin zu kommunizieren.
  3. Seien Sie offen und transparent mit Ihren Beschäftigten: Sorgen Sie dafür, dass Ihre Mitarbeiter sich sicher fühlen können, indem Sie Entscheidungen begründen und sie soweit wie möglich über zu erwartende Entwicklungen informieren.
  4. Gehen Sie in Beziehung: Zeigen Sie Interesse am Menschen, der vor Ihnen steht. Rückkehrgespräche sollten selbstverständlich sein, aber auch ein kurzes Flurgespräch zu privaten Themen kann ebenfalls viel in Sachen Mitarbeiter-Wohlbefinden bewirken.
  5. Sorgen Sie bei all dem in jedem Fall für Gerechtigkeit: Nichts ist demotivierender, als das Gefühl benachteiligt zu werden. Das sorgt für Frust und Konflikte. Hinterfragen Sie sich daher selbst: Haben Sie Lieblingsmitarbeiter, die Sie (unbewusst) bevorzugen? 

Und nicht zuletzt: Setzen Sie Prioritäten für Gesundheit, in dem Sie sich und Ihrem Team jeden Tag ein bisschen Zeit schenken – zum Reflektieren, Nachdenken und Planen. Aber auch, um Konflikte zu klären, sich auszutauschen und ein Team zu sein. Was wirklich zählt ist Gesundheit – und ob Sie und Ihre Beschäftigten gesund bleiben, liegt auch an Ihnen.  

Autorin: Dipl.-Psych. Julia Kröll (IFBG)

Möchten Sie unterstützt werden, gesund zu führen? Schreiben Sie uns eine E-Mail. Wir melden uns gerne bei Ihnen!

Tags: Gesunde Führung, Führung, Stressbewältigung, Stressmanagement, Selbstführung