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Aus den Aktivitäten des IFBG

26
April 2016

Gesundheits-Apps und Co. – hilfreich oder gefährlich?

Fitnesstracker und Gesundheits-Apps liegen im Trend, die Chancen für eine Gesundheitsoptimierung scheinen groß. Vor allem Krankenkassen weisen auf die zahlreichen Möglichkeiten hin, die sich durch Apps oder Wearables wie bspw. Fitness-Armbänder hinsichtlich der Sensibilisierung für Gesundheit auftun. Doch gleichermaßen bergen solche Technologien auch Gefahren: vor allem den Missbrauch von Daten.

Vorteile nur für die Krankenkassen?

Die am 3. April 2016 im Format „Klartext“ der Onlineplattform XING erschienene Debatte zu Gesundheits-Apps diskutiert Chancen und Risiken digitaler Gesundheitsförderung kontrovers. Für die eine Seite ist dabei klar: Fitnesstracker bieten enorme Möglichkeiten zur Gesundheitsverbesserung. Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse (TK), weist darauf hin, dass schon jetzt jeder Zweite elektronisch mit dem Arzt kommunizieren und jeder Dritte auf diese Art und Weise einen Arzttermin buchen möchte. Daten, die durch so genannte Wearables festgehalten werden, ermöglichten ein umfassenderes Bild des Patienten und könnten den Arzt so in der Genauigkeit der Diagnose unterstützen. Darüber hinaus könne der Arzt im tatsächlichen Notfall unmittelbar gerufen werden. In einer anonymisierten „Big Data Analysis“ bestünden zudem Vorteile für die Versorgungsforschung – und somit letztlich auch wieder für die Patienten.

Aktuell jedoch wird das vermeintliche Potenzial der Gesundheits-Apps noch nicht vollständig ausgeschöpft. Verlässliche Nachweise zur Wirksamkeit fehlen bis dato, wodurch sich bei falscher Anwendung auch Nachteile ergeben können. Auch das verdeutlicht die XING-Klartext-Debatte. Oftmals stehe der Nutzer vor verschiedenen Fragen: Woher kommt diese App? Ist sie seriös oder gibt es eine Zertifizierung? Darüber hinaus sei die wohl wichtigste Frage noch unbeantwortet: Sind meine Daten tatsächlich geschützt? Eine Untersuchung von Stiftung Warentest im Januar 2016 zeigte zudem insbesondere Technikdefizite bei Apps und machte somit auf verborgene Risiken bei falscher Datenangabe aufmerksam.

Forderung nach einer Art Gütesiegel

Die Teilnehmer an der Debatte sind sich indes einig, dass eine Art Gütesiegel mit rechtlichen Rahmenbedingungen, das transparente Datensicherheits- und Qualitätsstandards garantiere, unabdingbar sei. Nur so werde dem Patienten ermöglicht, Herr über seine Daten bleiben zu können und diese auch in seinem Sinne zu verwalten. Rechtliche Regelungen, ein hohes Maß an Transparenz und datenschutzfreundliche Technologien seien daher ein Muss, um sämtliche Chancen der Digitalisierung ausschöpfen zu können.

Lesen Sie die XING-Klartext-Debatte mit Stimmen von Dr. Jens Baas (Vorstandsvorsitzendem der Techniker Krankenkasse), Kai Vogel (Leiter Gesundheit und Pflege der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.), Andrea Voßhoff (Bundesbeauftragte für den Datenschutz und Informationsfreiheit) sowie Andreas Schreiber (Wissenschaftler) hier nach.

Informationen zum Thema haben wir auch auf unserer Themenseite www.ifbg.eu/digitale-bgf zusammengestellt. Dort beschäftigen wir uns noch intensiver mit den Chancen und Risiken von E-Health im Betrieb bzw. digitaler BGF.

Tags: digitale BGF, E-Health, Gesundheits-Apps