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Aus den Aktivitäten des IFBG

29
Januar 2016

Gesundheitsanalyse und psychische Gefährdungsbeurteilung beim Polizeipräsidium Konstanz

Die psychische Gefährdungsbeurteilung

Der Routineeinsatz, der sich plötzlich zu einer körperlichen Herausforderung entwickelt, das Überbringen von Todesnachrichten oder der Umgang mit Waffen wie Schlagstock oder Pistole – Polizisten sind im Vergleich zu anderen Berufsgruppen sehr hohen psychischen und physischen Belastungen ausgesetzt. Oftmals bieten zentrale Polizeistellen ad-hoc-Betreuungen an, die bei der Vermeidung psychischer Erkrankungen wie bspw. der Posttraumatischen Belastungsstörung helfen sollen.

Das Polizeipräsidium Konstanz hat dieses wichtige Thema aufgegriffen und es sich zum Ziel gesetzt, durch eine systematische psychische Gefährdungsbeurteilung mögliche Risikofaktoren innerhalb der polizeilichen Arbeit zu ermitteln. Darüber hinaus soll eine Bestandsaufnahme von gesundheitlichen Bedürfnissen stattfinden, die es ermöglicht, zielgerichtete Maßnahmen im Sinne der 1.700 Beschäftigten abzuleiten. Somit erfüllt das Polizeipräsidium Konstanz die gesetzliche Pflicht zur Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz nach §5 ArbSchG, Ziffer 6.

Die ganzheitliche Gesundheitsanalyse des IFBG

Im Januar 2016 hat der Analyseprozess in Zusammenarbeit mit dem Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG) begonnen. Die Analysespezialisten des IFBG, die als Zusammenschluss von Wissenschaftlern der Universitäten Konstanz, München (TU) und des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) bereits ähnliche Projekte mit Polizeidienststellen begleitet haben, führen dabei zu Beginn leitfadenorientierte Interviews durch. Dem schließen sich Dienststellenbegehungen an, bevor eine zielgerichtete Online-Befragung ein repräsentatives Bild der psychischen Belastungssituation innerhalb des Polizeipräsidiums liefern soll.

Im Anschluss an die Gesundheitsanalyse sollen auf den vier Ebenen Individuum, Organisation, Arbeitsbedingungen und Umfeld gesundheitliche Maßnahmen abgeleitet werden. Die an der Gesundheitserhebung teilnehmenden Beschäftigten erhalten zudem auf der Basis der erfassten, anonymisierten Daten von den IFBG-Experten ihren eigenen persönlichen Health-Report zugesandt. Damit lässt sich zudem ein Vergleich des Gesundheitsverhaltens mit anderen Berufsgruppen herstellen. Eines der zentralen Ziele aller Maßnahmen ist die Reduktion von Fehlzeiten. Aber auch der Anteil der Beschäftigten beim Polizeipräsidium Konstanz, die krank zur Arbeit gehen (Präsentismus), soll vermindert werden. Letztlich werden alle gesundheitsbezogenen Kennzahlen in einer Art BGM-Controlling zusammengeführt.

Mehr Informationen zum Thema der psychischen Gefährdungsbeurteilung: www.ifbg.eu/psychische-gefaehrdungsbeurteilung

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Tags: Gesundheitsanalysen, Psychische Gefährdungsbeurteilung