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11
August 2020

Haben Arbeitnehmer ein Recht auf Home-Office?

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat bereits Anfang des Jahres 2019 die Einführung von Home-Office und mobilem Arbeiten vorgeschlagen, um Beschäftigten ein flexibleres Arbeiten zu ermöglichen. Er „werde ein Recht auf Homeoffice auf den Weg bringen, das die Balance von Sicherheit und Flexibilität wahrt“, so Heil in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Einschränkungen sollte es dabei insofern geben, dass das geplante Gesetz nur jene Arbeitsfelder trifft, in denen das Arbeiten von zu Hause aus zumindest gelegentlich möglich ist, so Staatssekretär Björn Böhning. Die SPD bezieht sich mit ihrer Gesetzesinitiative dabei u. a. auch auf die Wünsche der deutschen Bevölkerung, die laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov entsprechende Pläne befürworten. 28 % stimmten dabei „voll und ganz“ zu, 40 % „eher“. Dass ein entsprechendes Gesetz bislang noch nicht erlassen wurde, liegt wohl auch an der Kritik und dem Widerstand, den die SPD dahingehend erfuhr bzw. noch immer erfährt, insbesondere von der CDU und von manchen Arbeitgebern. So lautet eine Aussage des arbeitsmarktpolitischen Sprechers der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Peter Weiß: „Auch wenn es viele Bereiche gibt, in denen Homeoffice sinnvoll eingesetzt werden kann, lehnt die CDU/CSU-Bundestagfraktion einen gesetzlich geregelten Anspruch auf Homeoffice ab." Es sei die Aufgabe der Tarifvertragsparteien entsprechende Regelungen aufzustellen, da gesetzliche Richtlinien nur mit Problemen wie eine fehlende Ansprechbarkeit der Beschäftigten, fehlende Kontrollmöglichkeiten oder eine Gefahr der Entgrenzung einhergeht, wenn Beschäftigte am Nachmittag Zeit mit der Familie verbringen und stattdessen bis spät in die Nacht arbeiten würden.

Der aktuelle Stand ist der, dass Arbeitnehmer (noch) kein Recht auf Home-Office haben, auch nicht in dieser ereignisreichen Zeit aufgrund der Corona-Pandemie. Die Angst vor Ansteckung berechtigt nicht, zu Hause zu bleiben und von dort aus zu arbeiten. Selbst die ausgehängten Ausgangssperren gelten nicht für den Weg zur Arbeit. Sofern also nicht in Arbeitsverträgen, Betriebsvereinbarungen oder Tarifvertrag geregelt oder in beiderseitigem Einverständnis beschlossen, besteht kein Anspruch auf Home-Office. Die einzige Ausnahme kann im Falle des Leistungsverweigerungsrechts gemacht werden, sofern ein Kollege oder eine Kollegin der gleichen Abteilung an Corona erkrankt ist und der Arbeitgeber dahingehend keine Schutzmaßnahmen einrichtet. Damit würde er die Fürsorgepflicht gegenüber seinen Beschäftigten, diese vor Infektionen bzw. Krankheiten zu schützen, verletzen. Notfalls kann dies über die Gestattung des Home-Office geschehen.

Doch Bundesarbeitsminister Hubertus Heil arbeitet derzeit wieder daran, das Recht auf Home-Office für Arbeitnehmer dauerhaft zu verankern. Bis Herbst 2020 möchte er das neue Gesetz vorlegen, das Beschäftigten auch nach der Corona-Krise das Arbeiten von zu Hause aus ermöglichen soll – als freiwillige Option. Dabei sollen faire Regelungen dazu beitragen, dass das Berufsleben nicht zu sehr mit dem Privatleben korreliert, so Heil in einem Interview mit der „Bild am Sonntag“. Auch Finanzminister Olaf Scholz untermalt Heils Meinung und betont, dass die letzte Zeit und die vielfältigen Möglichkeiten im Home-Office eine „echte Errungenschaft waren, hinter die wir nicht mehr zurückfallen sollten.“

Auch seitens der Gewerkschaften bekommen die Politiker Heil und Scholz Unterstützung und Zuspruch für das geplante Gesetz. Als Voraussetzung verlangt Christoph Schmitz, Vorstandsmitglied bei ver.di, den Arbeits- und Gesundheitsschutz auch im Home-Office zu gewährleisten – das schließt ihm zufolge u. a. ein, Arbeitnehmern für zu Hause ergonomische Arbeitsmittel zur Verfügung zu stellen.

Wenn Sie Ihren Beschäftigten im Home-Office Unterstützung anbieten möchten, melden Sie sich gerne bei Jakob Rittmeyer. Wir haben einen Home-Office-Führerschein entwickelt, der Beschäftigte und Führungskräfte dazu befähigt, produktiv und gesundheitsgerecht von zu Hause aus zu arbeiten. Dabei handelt es sich um eine virtuelle Schulung, an deren Ende eine Prüfung steht. Ihre Beschäftigte und Führungskräfte erwerben auf diese Weise das soganannte Home-Diplom.

Tags: Home-Office, Home-Office-Führerschein, Home-Diplom