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14
Dezember 2018

Interview mit Beteiligten: Erste Eindrücke vom BGM-Beschäftigtenbarometer

Das BGM-Beschäftigtenbarometer nimmt richtig Fahrt auf. Zu den ersten Unternehmen, die im Zuge des gemeinsamen Großprojekts der TK und des IFBG eine Gesundheitsbefragung erfolgreich durchgeführt haben, zählt der FC St. Pauli. Sonja Maroscheck, Verantwortliche für Öffentlichkeitsarbeit beim IFBG, hat mit den Projektverantwortlichen auf Seiten der TK und des FC St. Pauli ein Interview geführt. Tark Oussayfi, BGM-Berater der TK, und Dr. Natascha Clasen, Referentin der kaufmännischen Geschäftsleitung des FC St. Pauli, ziehen ein erstes Fazit.

Liebe Frau Clasen, lieber Herr Oussayfi, was war der aus Ihrer Sicht größte Mehrwert an der Befragung beim FC St. Pauli im Rahmen des BGM-Beschäftigtenbarometers?

Clasen: Wir haben durch die Gesundheitsbefragung erstmals belastbare Zahlen und Informationen darüber bekommen, wo wir als Belegschaft in den verschiedenen Bereichen des BGM aktuell stehen. Daraus lassen sich nun konkrete Handlungsfelder und Bedarfe ableiten und priorisieren. Das ist schon ein großer Mehrwert.

Oussayfi: Aus meiner Sicht gab es verschiedene Punkte, die für diese Befragung sprachen. Zum einen waren es aus Sicht der Befragten der niederschwellige Onlinezugang zur Befragung und der persönliche Health-Report. Für den Arbeitskreis Gesundheit des FC St. Pauli war es die Möglichkeit, innerhalb des aktuellen BGM-Projektes mit der TK zeitgleich Infos zu den Rahmenbedingungen der Arbeit und zum Gesundheitsverhalten der Beschäftigten zu erhalten. Auch die Individualisierungsmöglichkeiten bei der Befragung waren ein weiteres Plus.

Was war die größte Herausforderung im Zuge des Projekts?

Oussayfi: Eine große Herausforderung war es, für eine hohe Teilnahmequote zu werben.

Clasen: Genau. Uns war vor allem wichtig, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von der Bedeutung der Umfrage und der Relevanz der Teilnahme zu überzeugen.

Oussayfi: Durch eine gute Einbindung der Belegschaft und transparente Kommunikation zur Befragung ist es gelungen, dass sich über 70 % der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten beteiligt haben.

Was hätte noch besser laufen können?

Oussayfi: Sowohl der Kooperationspartner FC St. Pauli als auch alle Ansprechpartner der TK waren mit der Vorbereitung, der Kommunikation und der Umsetzung innerhalb des Projekts sehr zufrieden. Das gilt auch für mich persönlich. Obwohl das Beschäftigtenbarometer ja erst Anfang 2018 begonnen hatte, verlief alles einwandfrei.

Clasen: Für den ersten Durchlauf sind wir wirklich sehr zufrieden. Bei der Teilnahmequote an der Befragung gibt es aber natürlich – wie ja in den meisten Fällen – noch Luft nach oben.

Waren Sie mit den Ergebnisberichten und den persönlichen Gesundheitsberichten für die Beschäftigten zufrieden?

Clasen: Die Aufbereitung der Ergebnisse war gut nachvollziehbar und verständlich.

Oussayfi: So sehe ich das auch. Ich habe die Präsentation der Ergebnisse innerhalb einer Mitarbeiterversammlung begleitet. Dem IFBG bzw. Herrn Schaller ist es wirklich gelungen, die vielen Zahlen verdaubar zu präsentieren und die Kernbotschaften herauszustellen. Der persönliche Health-Report gibt den Beschäftigten einen guten Überblick über die eigene Gesundheit und das Gesundheitsverhalten. Besonders die Individualisierungsmöglichkeiten im Hinblick auf mögliche Handlungs- und Maßnahmenempfehlungen sind ein toller Mehrwert der Reporte.

Haben Sie schon erste Maßnahmen im Anschluss auf den Weg gebracht?

Clasen: Wir werden im ersten Quartal 2019 einen Gesundheitstag für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durchführen. Dieser soll der Startpunkt für verschiedene neue Angebote in den Feldern Ernährung und Bewegung sein. 

Oussayfi: Bei diesem Gesundheitstag werden Ergebnisse der Befragung aufgegriffen und erste verhaltenspräventive Maßnahmen angeboten. Parallel wird unter Beteiligung der Beschäftigten an den Ergebnissen zu den Verhältnissen gearbeitet. 

Planen Sie eine Folgebefragung? Wenn ja, wann?

Oussayfi: Eine Folgebefragung ist derzeit noch nicht abgestimmt, ergibt aber im Hinblick auf einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess der Organisation auf jeden Fall Sinn.

Clasen: Auch ich kann mir sehr gut vorstellen, dass wir die Befragung in zwei bis drei Jahren wiederholen, um die Wirksamkeit der zukünftigen Angebote zu überprüfen und weitere Bedarfe aufzudecken.

Würden Sie die Befragung anderen Unternehmensverantwortlichen empfehlen?

Clasen: Für uns war die Befragung auf jeden Fall ein hilfreiches Tool auf dem Weg zur Implementierung eines funktionierenden BGM. 

Oussayfi: Die Befragung zum Beschäftigtenbarometer ist als umfangreiche Einstiegsbefragung auf jeden Fall sinnvoll und zu empfehlen. Interessant ist sie auch für Firmen, die Unterstützung bei der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen suchen und gleichzeitig ein gesundheitsförderliches Verhalten der Beschäftigten unterstützen wollen. 

Tags: Arbeitsplatz, Betriebliches Gesundheitsmanagement, BGM, BGM-Beschäftigtenbarometer, Gesundheitsanalyse, Gesundheitsbefragung, Health Report, Interview, Mitarbeiterbefragung