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Aus den Aktivitäten des IFBG

12
Oktober 2017

Jobcenter Landkreis Konstanz startet psychische Gefährdungsbeurteilung

Rund 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich auf die drei Geschäftsstellen Konstanz, Stockach und Singen verteilen, beschäftigt das Jobcenter Landkreis Konstanz. Zu den Hauptaufgaben der Einrichtung gehört die Gewährung von Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts wie etwa Unterkunft und Heizung sowie die Vermittlung von Arbeit. Darüber hinaus bietet es Ratsuchenden vielfältige Hilfestellung zu Themen wie Aus- und Weiterbildung, Jobsuche und Schuldnerberatung.

Diese verantwortungsvolle Aufgabe kann nur von einer gesunden Belegschaft langfristig erfolgreich bewältigt werden, weswegen beim Jobcenter Landkreis Konstanz ein ganzheitliches Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) eine wichtige Rolle spielt. Hierfür arbeitet die Einrichtung seit dem Frühjahr 2017 mit dem Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG) zusammen, einer Ausgründung von Gesundheitsexperten der Universitäten Konstanz, München (TU) und des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Ziel der Kooperation ist die fortlaufende Verbesserung der Gesundheitssituation für alle Beschäftigten.

Wissenschaftlich fundierte Mitarbeiterbefragung

Um dieses Ziel zu erreichen, führen das Jobcenter Landkreis Konstanz und die Wissenschaftler des IFBG im vierten Quartal 2017 eine gesundheitsbezogene Bedarfsanalyse durch, anhand derer konkrete Handlungsfelder für die nächsten Monate und Jahre identifiziert werden sollen. Als Verfahren der Bedarfsermittlung haben sich die Verantwortlichen für eine onlinebasierte Gesundheitsbefragung entschieden, die insbesondere Fragen zu den psychosozialen Anforderungen beinhaltet. Als zentrales Befragungsinstrument wird der Copenhagen Psychosocial Questionnaire (COPSOQ) zum Einsatz kommen – ergänzt durch weitere wissenschaftlich sinnvolle Skalen. Damit unternimmt das Jobcenter Landkreis Konstanz einen wichtigen Schritt in Richtung Erfüllung der gesetzlichen Pflicht zur psychischen Gefährdungsbeurteilung.

Ergebnispräsentation auch auf Betriebsversammlung

Die Experten des IFBG stellen die im Zusammenhang mit der Befragung zu Tage getretenen Erkenntnisse im Dezember 2017 nicht nur dem Steuerungskreis, sondern während einer Betriebsversammlung auch den Beschäftigten vor. Darüber hinaus wird für die Gesundheitsverantwortlichen der Einrichtung ein Ergebnisreport angefertigt. Dieser informiert darüber, wie es um die psychosozialen Belastungen und Beanspruchungen innerhalb des Jobcenters bestellt ist. Aber auch auf den Gesundheitszustand, das Gesundheitsverhalten sowie die Wünsche der Beschäftigten geht der Ergebnisreport ein. Des Weiteren werden konkrete Handlungsempfehlungen formuliert.

Persönlicher Gesundheitsbericht als Mehrwert

Auch die Beschäftigten des Jobcenters Landkreis Konstanz profitieren unmittelbar von der Gesundheitsbefragung: Auf der Grundlage ihrer anonymisierten Angaben erhalten sie eine individuelle Rückmeldung zu ihrem Gesundheitsverhalten (z. B. Schlaf, Ernährung, Bewegung) und zu ihrem Gesundheitszustand (z. B. körperliche Beschwerden). Dies geschieht in Form eines persönlichen Health-Reports. Dabei handelt es sich um einen ausführlichen Gesundheitsbericht, der jedem einzelnen Beschäftigten mit Hilfe eines Ampelsystems verdeutlicht, wie er im Vergleich zu seinen Arbeitskolleginnen und -kollegen sowie der deutschen Erwerbsbevölkerung abschneidet und auf welche Weise er sein Aktivitäts-, Schlaf- oder Ernährungsverhalten optimieren kann. Zudem werden darin auch konkrete Gesundheitstipps gegeben.

Mehr zur Gestaltung und dem Nutzen des Health-Reports erfahren Sie hier. Zudem wurde er u. a. im Rahmen der Analyseprojekte beim Regierungspräsidium Stuttgart sowie bei Interflex und dem Polizeipräsidium Ludwigsburg für die Beschäftigten erstellt.

Tags: Gesundheitsanalyse, Health Report, Psychische Gefährdungsbeurteilung, Mitarbeiterbefragung