Aktuelles

Unsere Aktivitäten

23
Juni 2020

Maike Sauermann gibt im Interview mit der dpa Tipps zum Umgang mit Hitze

Hund sitzt hechelnd vor dem Ventilator

An heißen Tagen wünschen wir uns ein kühles Zuhause – zum Wohlfühlen und wegen der Corona-Pandemie für viele auch zum Arbeiten. Doch wie übersteht man die Sommerhitze im Homeoffice? IFBG-Mitarbeiterin Maike Sauermann hat der dpa hierzu ein Interview gegeben:

1. Welche Gesundheits-Tipps haben Sie, damit wir besser durch den Alltag zu Hause bei steigenden Temperaturen kommen?

An sehr warmen Tagen sollte auf eine leichte, feuchtigkeitsdurchlässige und bequeme Kleidung, leichte Mahlzeiten und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Bei den Getränken kommt es auch auf die Temperatur an: Zu kühle Flüssigkeiten müssen vom Körper erst erwärmt werden, Heißgetränke fördern das Schwitzen. Deshalb empfiehlt sich der Griff zu lauwarmen Getränken, da sie dem Körper am schnellsten als „Kühlmittel“ zur Verfügung stehen. Speziell im Home-Office oder Büro ist die Abschaltung von ungenutzten digitalen Geräten, die ebenfalls Wärme ausstrahlen, und die Nutzung von Ventilatoren anzuraten. Allerdings sollten Ventilatoren und Klimaanlagen mit Bedacht verwendet werden, da sonst ein Luftzug droht, der unangenehme Folgen haben kann. Zudem sollte darauf geachtet werden, tagsüber die Jalousien geschlossen zu halten und möglichst früh morgens und ggf. abends stoßzulüften, um die Raumtemperatur niedrig zu halten.

2. Wie viel Liter sollte man pro Tag trinken?

Grundsätzlich empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit Wasser pro Tag aufzunehmen. In besonders warmen Zeiten können dem Körper pro Tag durchaus zwei bis drei Liter Flüssigkeit zugeführt werden. Die individuell richtige Menge hängt dabei auch von der Tätigkeit und dem Körpertyp ab. So benötigen Personen, die in ihrem Berufsalltag viel sitzen, in der Regel weniger Flüssigkeit als sehr aktive Menschen. Der Flüssigkeitsbedarf kann zum Teil auch über die Nahrungszufuhr reguliert werden. Beispielsweise bestehen Tomaten, Gurken oder Spargel zu über 90 % aus Wasser.  

3. Welche Gesundheitsrisiken drohen, falls man die Tipps missachtet?

Wenn dem Körper zu wenig Flüssigkeit zugeführt wird, kann er keine giftigen Stoffwechselprodukte mehr ausscheiden und das Blut verdickt sich. So können Nährstoffe wie Magnesium, Calcium und Natrium nicht mehr ausreichend in den Körper transportiert werden, so dass verschiedene Körperfunktionen nicht mehr reibungslos funktionieren. Zudem führen erhöhte Luft- und Raumtemperaturen zu vermehrtem Schwitzen, weshalb der Körper mehr Flüssigkeit verliert. Dadurch kann der Elektrolythaushalt ins Ungleichgewicht geraten, so dass Kopfschmerzen, Ermüdung, Konzentrationsmängel, Hitzekrämpfe oder Übelkeit die Folge sein können.

4. Gibt es spezielle Hinweise, die gerade ältere Menschen beachten sollten?

Neben einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr sollten ältere Menschen im Sommer vor allem die Mittagshitze vermeiden und ihre Aktivitäten in die kühleren Tagesstunden verschieben, um den Kreislauf zu entlasten. Wer dennoch draußen aktiv sein möchte, sollte Regenschirme mit UV-Schutz und Kälte-Sofort-Kompressen bei sich tragen, da die Schweißdrüsen bei älteren Menschen weniger stark arbeiten und somit die Wärme langsamer regulieren können. Innerhalb der Wohnung sollte auf regelmäßiges Stoßlüften sowie das Aufhängen von feuchten Tüchern geachtet werden.

5. Was sollte man bei Hitze im Schlafzimmer beachten?

In hitzereichen Zeiten lohnt es sich, vor dem Zubettgehen – wenn die Außentemperatur schon abgekühlt ist – das Schlafzimmer durchzulüften. Eine zusätzliche Unterstützung stellen mobile Klimaanlagen dar – sie sollten aber am besten vor dem Schlafengehen eingeschaltet werden, um sie dann während der Nacht ausgeschaltet zu lassen und Unterkühlung zu vermeiden. Andernfalls sollte man darauf achten, den Luftstrom nie auf sich selbst, sondern an die Decke zu richten.

Am frühen Morgen sollte man den Raum lüften, anschließend das Fenster verschließen und den Raum am besten zusätzlich mit einem licht- und hitzeabweisendem Außenrollo abdunkeln. Auch Sonnenschutzfliegengitter können helfen. Um bei Hitze gut schlafen zu können, eignet sich auch Bettwäsche, die aus kühlenden Materialien besteht und viel Feuchtigkeit aufnimmt, wie zum Beispiel Satin oder Perkal. Zuletzt können kühle Wickel oder der Umzug des Schlafzimmers innerhalb der Wohnung „weg von der Südseite“ Abhilfe schaffen. 

Die Frankfurter Rundschau und die Süddeutsche Zeitung haben das Interview bereits kurz zusammengefasst.

Tags: Alltag, Arbeitsplatz, Ernährung und Trinken am Arbeitsplatz, Home-Office, Personal, Trinken am Arbeitsplatz