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05
November 2019

Pressemeldung: Führungsverantwortliche stehen bei der Arbeit besonders unter Druck

In einem Meetingraum steht eine weibliche Person

Eine ausgeprägte Belastung aufgrund hoher quantitativer Anforderungen kann laut zahlreicher Studien zu negativen gesundheitlichen Folgen für die Beschäftigten führen. So zeigte schon der Stressreport 2012 der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) oder das Forschungsprojekt „Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt“ (BAuA, 2017), dass eine hohe Arbeitsdichte mit psychischen aber auch körperlichen Gesundheitsbeschwerden einhergehen kann. Das Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG) mit Sitz in Konstanz und Kiel hat nun umfassende Daten aus zahlreichen wissenschaftlichen Mitarbeiterbefragungen in Unternehmen verschiedener Branchen zusammengetragen, ausgewertet und in einer Pressemeldung veröffentlicht.

Zeitdruck und Überstunden als häufige Belastungen identifiziert

Die Daten zeigen unter anderem, dass rund 47 Prozent der etwa 16.000 befragten Beschäftigten beim Erledigen ihrer beruflichen Aufgaben oft oder immer unter Zeitdruck stehen. Etwa 24 Prozent der Befragten geben außerdem an, oft oder immer Überstunden machen zu müssen. Tiefergehende Analysen des IFBG mit etwa 2.200 Beschäftigten konnten zeigen, dass insbesondere Mitarbeitende mit Führungsverantwortung von einer starken Arbeitsbelastung durch Zeitmangel und Überstunden betroffen sind. Bei dieser Beschäftigtengruppe sind es 60 Prozent, die angeben, oft oder immer Überstunden machen zu müssen. Bei den Beschäftigten ohne Führungsverantwortung sind es lediglich 30 Prozent.

Auswirkungen der Beanspruchungen

Die Analysen des IFBG zeigen, dass es zudem einen Zusammenhang zwischen Überstunden und kognitiven Stresssymptomen gibt: Diejenigen Befragten, die angeben, oft oder immer Überstunden machen zu müssen, berichten auch von einer höheren Belastung durch kognitive Stresssymptome, wie bspw. Konzentrationsprobleme oder Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen, sich zu erinnern bzw. klar zu denken. Ähnlich verhält es sich bei den Auswirkungen von Zeitmangel: Je größer der von den befragten Beschäftigten angegebene Zeitdruck, desto höher sind auch die wahrgenommenen kognitiven Stresssymptome. Des Weiteren zeigt sich im Rahmen der Analysen der Konstanzer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein signifikanter Zusammenhang zwischen akutem Zeitmangel und einer geringen Arbeitszufriedenheit. Die Befragten, die sich also lediglich selten mit Zeitmangel konfrontiert sehen, berichten von einer höheren Arbeitszufriedenheit.

Fazit: Bei Menge der Quantitativen Anforderungen genau hinsehen

Auch wenn nicht ganz ausgeschlossen werden kann, dass die oben genannten Zusammenhänge auf weitere Gründe zurückzuführen sind, verdeutlichen die Ergebnisse des IFBG, dass das richtige Maß an quantitativen Anforderungen bei der Arbeit sehr bedeutsam ist. Im Übrigen können auch zu wenig quantitative Anforderungen bei der Arbeit ein Problem darstellen. Von einem besonders hohen Arbeitspensum sind Führungsverantwortliche betroffen. Damit stellen sie eine risikoexponierte Beschäftigtengruppe dar. Hier empfiehlt das IFBG spezielle Schulungen, in denen Führungskräfte für einen gesunden Umgang mit Arbeitsbelastungen im Team geschult werden und eigene Belastungsgrenzen kennenlernen. Nur so können sie ihrer Vorbildfunktion gerecht werden.

Die gesamte Pressemeldung des IFBG zum Thema Quantitative Anforderungen, inklusive Tipps für Führungskräfte im Arbeitsalltag, können Sie hier herunterladen.

Das Handelsblatt und der Nordkurier haben unseren Tipp zum Auslastungsbarometer aufgegriffen und eine Meldung hierzu veröffentlicht. Rückfragen können Sie gerne direkt an Laura Hüning senden.

Tags: Stressmanagement, Stressbewältigung, ständige Erreichbarkeit, Psychische Belastung, nachhaltige Unternehmensführung, Personal, Personalwirtschaft, Mitarbeiterbefragung, gesundes Büro, Gesunde Führung, Führung, Arbeitsplatz