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Aus den Aktivitäten des IFBG

05
August 2016

Risikogruppe „Schichtdienstler“: Risiken durch gestörten Schlafrhythmus

Beschäftigte in Schichtarbeit sind hohen psychischen und physischen Belastungen ausgesetzt: Während bspw. ihre Kollegen aus der Verwaltung geregelte Arbeitszeiten haben und die Nacht zum Schlafen nutzen können, müssen Beschäftigte im Schichtdienst ihren Schlafrhythmus immer wieder neu anpassen. So stehen sie oftmals vor der Schwierigkeit, tagsüber zu schlafen und nachts wach, konzentriert und bei Kräften sein zu müssen. Für gewöhnlich tritt die größte Schläfrigkeit beim Menschen zwischen 2 und 5 Uhr morgens ein – eine Zeit, in der (Nacht-)Schichtarbeiter arbeiten. Dies stört den natürlichen Schlafrhythmus und kann ernsthafte langfristige Konsequenzen nach sich ziehen: Hoher Schlafmangel sowie mitunter massive Ein- und Durchschlafschwierigkeiten sind die Regel. Konzentrationsmängel, beeinträchtigtes Leistungs- und Erinnerungsvermögen, erhöhtes Depressionsrisiko, Gewichtszunahme sowie eine Beeinträchtigung des Immunsystems gehören zu den potenziellen Risiken bei zu wenig Schlaf und Erholung.

Sozial deutlich isoliert

Auch wenn die Möglichkeit besteht, tagsüber Schlaf nachzuholen, so ist dieser selten so erholsam wie der Nachtschlaf: Lärm, Tageslicht oder höhere Temperaturen können die Schlafqualität beeinträchtigen. Kürzere Tiefschlafphasen, die der körperlichen Erholung dienen, sowie weniger Traumphasen zur geistigen Erholung sind die Regel. Doch nicht nur langfristige psychische und physische Einschränkungen können die Konsequenz sein – Schichtarbeiter leben sozial deutlich isolierter, da sie nicht Schritt halten können mit dem Alltagsleben „normaler“ Berufstätiger.

Hilfestellungen für Beschäftigte

Eine Broschüre des BKK Bundesverbandes sowie ein Ratgeber der Deutschen Gesellschaft für Schlafmedizin liefern Hilfestellungen für Beschäftigte im Schichtdienst, die aufgrund zirkadianer Rhythmusstörungen mit Folgeerscheinungen zu kämpfen haben. So empfiehlt es sich bspw. aufgrund der Unregelmäßigkeiten im Berufsleben zumindest eine gewisse Regelmäßigkeit in sein Privatleben zu bekommen. Das bedeutet: feste Zeiten beim Zubettgehen und Aufstehen nach der entsprechenden Schicht. Darüber hinaus sollte man sich vor Lärm, Licht und Wärme schützen sowie Alkohol, Kaffee und Medikamente vermeiden. Auch Entspannungsmaßnahmen sind hilfreich, um weitestgehend erholsam schlafen gehen zu können.

Möglichkeiten des Arbeitgebers

Doch nicht nur der Arbeitnehmer, sondern auch der Arbeitgeber kann etwas zur höheren Schlafqualität seiner Beschäftigten im Schichtdienst beitragen. So werden Produktivität und Zufriedenheit gefördert sowie das Unfallrisiko minimiert, wenn man versucht, die Arbeitszeiten unter Berücksichtigung zirkadianer Faktoren zu planen, d. h. wenn man bestimmte Pflichtzeiten einführt. Zudem empfiehlt sich ein Übergang der Schichtzeiten im Uhrzeigersinn: Zunächst die Tages-, dann die Abend- und schließlich die Nachtschicht. Auch kurze Schlafpausen und die kostenlose Bereitstellung von gesundem Essen und anregenden Getränken wirken sich positiv aus.

Die Broschüren des BKK Bundesverbandes sowie der Deutschen Gesellschaft für Schlafmedizin finden Sie unter diesen Links:

www.dnbgf.de/fileadmin/downloads/materialien/dateien/Besser_leben_mit_Schichtarbeit_Broschuere.pdf

www.dgsm.de/downloads/dgsm/arbeitsgruppen/ratgeber/Patientenratgeber-Schichtarbeit-broschuere.pdf

Haben Sie weitere Fragen zum Thema Schichtarbeit im Kontext der Betrieblichen Gesundheitsförderung oder möchten Sie fachliche Expertise zum Themenfeld Schlaf und Erholung in der Arbeitswelt einholen, dann schreiben Sie uns gern eine E-Mail an info@ifbg.eu.

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