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Aus den Aktivitäten des IFBG

09
Juli 2018

Steuerliche Vorteile in der Betrieblichen Gesundheitsförderung nutzen

Seit dem Jahr 2009 können gesundheitsfördernde Maßnahmen der Primärprävention, die engagierte Unternehmen für ihre Beschäftigten anbieten, steuerlich geltend gemacht werden. Damit sollten seitens der Gesetzgebung finanzielle Anreize für gesundheitsförderliche Leistungen geschaffen werden. Aktuell gibt es für Unternehmen drei Möglichkeiten, diese zu nutzen. 

Den Steuerfreibetrag ausschöpfen

Laut § 3 Nr. 34 EStG kann ein Unternehmen bis zu 500 Euro pro Beschäftigten und pro Jahr lohnsteuerfrei für Maßnahmen der Gesundheitsförderung investieren. Es werden Maßnahmen steuerbefreit, die hinsichtlich Qualität, Zweckbindung und Zielgerichtetheit den Anforderungen der §§ 20 und 20b des Fünften Buches Sozialgesetzbuch genügen. Darunter fallen u. a. Bewegungsprogramme, Ernährungsangebote, Stressbewältigung und Suchtprävention. Die genauen Kriterien sind im "Leitfaden Prävention" des GKV-Spitzenverbandes festgehalten.

Maßnahmen über 500 Euro absetzen

Auch Maßnahmen, die 500 Euro übersteigen, können von der Steuer abgesetzt werden, sofern sie nicht nur für den Bedarf der Beschäftigten erbracht werden, sondern im „überwiegend eigenbetrieblichen Interesse“ sind. Voraussetzung dafür ist, dass die Maßnahmen bedarfsspezifisch sind und auf Basis einer vorhergehenden Analyse bestimmt wurden (§§ 8 und 19 EStG).  

Die Freigrenze für Sachbezüge nutzen

Gesundheitsförderliche Leistungen für Beschäftigte in Form von Sachzuwendungen (Wohnung, Kost, Waren, Dienstleistungen und Sonstige) sind laut § 8 Abs. 2 EStG lohnsteuerbefreit. Die Befreiung gilt für Maßnahmen bis zu 44 Euro pro Beschäftigten und pro Monat. Beispielsweise fallen vom Unternehmen getragene Beiträge für eine Fitnessstudio-Mitgliedschaft für die Beschäftigten in diese Freigrenze. 

Zu beachten ist generell, dass mit der Inanspruchnahme dieser Möglichkeiten eine hohe Nachweispflicht und bürokratische Schwierigkeiten (z. B. uneinheitliche Handhabung der Finanzämter) einhergehen. Eine frühzeitige Abstimmung mit der eigenen Steuerberatung ist zu empfehlen. 

Dieser Text ist angelehnt an den Beitrag von Diana Eichhorn aus der iga.Aktuell-Ausgabe vom Januar 2018.

Tags: Betriebliches Gesundheitsmanagement, Betriebliche Gesundheitsförderung, BGM, BGF