Aktuelles

Unsere Aktivitäten

21
Januar 2020

Steuervorteile in der BGF nutzen – so geht's

Büroangestellte machen Bewegungsübungen

Immer mehr Arbeitgeber bieten für Ihre Angestellten Maßnahmen im Rahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) an. Das bedeutet, sie investieren in die Gesundheit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, damit diese lange fit und leistungsfähig bleiben und einer (sozialversicherungspflichtigen) Beschäftigung nachgehen können.

Durch eine Regelung im Einkommenssteuergesetz (§ 3 Nr. 34 EStG) sollen finanzielle Anreize für gesundheitsförderliche Leistungen geschaffen werden. Es werden Maßnahmen steuerbefreit, die hinsichtlich Qualität, Zweckbindung und Zielgerichtetheit den Anforderungen der §§ 20 und 20b des Fünften Sozialgesetzbuchs genügen. Das sind genau die Leistungen der betrieblichen Gesundheitsförderung, die auch von gesetzlichen Krankenkassen seit Inkrafttreten des Präventionsgesetztes in 2015 umgesetzt werden.

Seit dem Jahr 2009 gibt es also zwei Vorteile: neben der Förderung eines gesünderen Verhaltens der Beschäftigten durch Primärprävention gibt es die Möglichkeit für Arbeitgeber, Zuschüsse für gesundheitsförderliches Verhalten in Höhe von bis zu 600 Euro pro Jahr und Mitarbeiter zu geben, und das steuerfrei. Bekommen die Beschäftigten mehr Geld als 600 Euro von Ihrem Arbeitgeber, müssen sie nur den Teil der Zuschüsse versteuern, der über dem Freibetrag liegt.

Zwei Voraussetzungen sollten beachtet werden

Um diesen Steuervorteil und Anreiz zu sichern, sollte ein Arbeitgeber zwei Voraussetzungen erfüllen:

  1. Er muss seine Zuschüsse zusätzlich zum Arbeitslohn überweisen.
  2. Er darf nur die Kosten für Kurse übernehmen, die „den allgemeinen Gesundheitszustand“ verbessern – so die Vorschrift, bspw.:
  • Stressbewältigung und Ressourcenstärkung
  • Bewegungsförderliches Arbeiten und körperlich aktive Beschäftigte
  • Gesundheitsgerechte Ernährung im Arbeitsalltag
  • Verhaltensbezogene Suchtprävention im Betrieb

Die genauen Kriterien sind im „Leitfaden Prävention“ des GKV-Spitzenverbandes festgehalten. Diesen finden Sie hier zum kostenlosen Download.

Vorsicht bei allgemeinen Maßnahmen

Mitgliedsbeiträge hingegen, bspw. für Sportverein und Fitnessstudio, sind nicht steuerfrei! Übernimmt der Arbeitgeber den Mitgliedsbeitrag im Sportverein oder Fitnessstudio, müssen Steuern gezahlt werden. Denn das Finanzamt geht in diesen Fällen davon aus, dass vor allem aus privatem Interesse Sport getrieben wird. Auch Kurse im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung, die im Unternehmen selbst stattfinden, können nicht auch steuerlich geltend gemacht werden, wenn Sie direkt vom Arbeitgeber gezahlt werden. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, gesundheitsförderliche Leistungen für Beschäftigte in Form von Sachzuwendungen (Wohnung, Kost, Waren, Dienstleistungen und Sonstige) laut § 8 Abs. 2 EStG steuerfrei zur Verfügung zu stellen. Die Befreiung gilt für Maßnahmen bis zu 44 Euro pro Beschäftigten und pro Monat. Ein bspw. vom Arbeitgeber getragener Beitrag für eine Fitnessstudio-Mitgliedschaft für die Beschäftigten könnte sich in dieser Freigrenze befinden. Eine freiwillige Gesundheitswoche mit vielen unterschiedlichen Angeboten gilt übrigens als eine allgemeine gesundheitspräventive Maßnahme und hat – auch wenn ein Arbeitgeber diese Woche organisiert hat – nicht per se Bezug zu sogenannten „berufsspezifischen Gesundheitsbeeinträchtigungen“. Das Finanzamt versteht die Kosten hierfür als Arbeitslohn und es müssen Steuern gezahlt werden.

Unser Tipp: Frühe Kommunikation mit dem Steuerberater

Zu beachten ist generell, dass mit der Inanspruchnahme dieser Möglichkeiten eine hohe Nachweispflicht und ein gewisser bürokratischer Aufwand einhergehen (z. B. uneinheitliche Handhabung der Finanzämter). Es kann sich aber sowohl für die Beschäftigten als auch den Arbeitgeber lohnen. Eine frühzeitige Abstimmung mit der eigenen Steuerberatung ist daher dringend zu empfehlen.

Haben Sie Fragen zu Fördermöglichkeiten im Betrieblichen Gesundheitsmanagement (auch durch Krankenkassen), wenden Sie sich gerne an unseren Ansprechpartner Christian Fuhrken.

Tags: Arbeitsplatz, Betriebliche Gesundheitsförderung, BGF