Aktuelles

Aus den Aktivitäten des IFBG

20
Dezember 2015

Technologieorientierte Entwicklungen im Betrieblichen Gesundheitsmanagement – Chance oder Risiko?

Sind moderne Technologien aus dem Bereich E-Health sinnvoll für die individuelle und betriebliche Gesundheitsförderung und wenn ja, lassen sie sich strategisch in das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) integrieren? Mit dieser Frage setzen sich Prof. Dr. Filip Mess, Dr. Utz Niklas Walter und Johannes Hanke, allesamt Mitarbeiter des Instituts für Betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG), in der im Dezember 2015 erschienenen Ausgabe der Zeitschrift „Betriebliche Prävention“ auseinander (www.beprdigital.de/ce/bpuvz-zeitschrift-fuer-betriebliche-praevention-und-unfallversicherung-ausgabe-12-2015/ausgabe.html).

 

Gesundheitsbezogene digitale entwickeln sich rasant – auch aufgrund der großen Nachfrage seitens der Konsumenten. Hierfür spielen u. a. das steigende Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung, eine Digitalisierung der Gesellschaft sowie eine zunehmende Allverfügbarkeit von Netzen eine entscheidende Rolle. Diese Entwicklung hat letztlich auch Auswirkungen auf die Relevanz des Themas für Unternehmen und Behörden.

Moderne Technologien im BGM - Chancen

Insbesondere die Zielgruppe junger, technologieaffiner Beschäftigter lässt sich über Tools aus dem Bereich digitaler Gesundheitsförderung für das Thema Gesundheit gewinnen. Aktuell gibt es weit über 100.000 Apps zu Medizin, Fitness und Gesundheit – Tendenz steigend. Darüber hinaus können auch tragbare Sensoren (sog. Wearables) v. a. durch die Einbindung von Elementen aus dem Bereich Gamification (z.B. Ranglisten, Fortschrittsbalken etc.) die Motivation der Nutzer steigern. Durch das Bewusstmachen des eigenen Lebensstils werden oftmals Verhaltensänderungen angeregt. Die Frage, wie valide diese tragbaren Sensoren sind, ist bislang jedoch unbeantwortet, da die Daten möglicherweise verzerrt werden – beispielsweise durch fehlerhafte GPS-Bestimmungen bei Schrittzählern.

Zusätzlich zu den Gesundheits-Apps und den tragbaren Sensoren gibt es den Bereich der Gesundheitsportale. Insbesondere unternehmensinterne Plattformen, die häufig durch externe Dienstleister internetbasiert betrieben werden, bieten Unternehmen und Behörden durch einen hohen Grad an Flexibilität einen besonderen Mehrwert. Auf ihnen kann man sich z. B. Informationen über die individuelle Gesundheit einholen oder betriebsinterne Gesundheitsangebote buchen. Erste wissenschaftliche Ergebnisse zeigen, dass die gesundheitsbezogene Lebensqualität von Beschäftigten mit Hilfe solcher BGM-Portale tatsächlich verbessert werden kann.

Moderne Technologien im BGM - Risiken

Eines der zentralen Risiken der digitalen Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) ist der nicht geklärte Datenschutz. Um Missbrauch der persönlichen Informationen durch Dritte vorzubeugen, liegt dem Deutschen Bundestag aktuell ein Gesetzesentwurf für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen vor. Betriebsintern ist es diesbezüglich wichtig, stets Betriebs- bzw. Personalräte sowie Datenschutzbeauftragte in den Anwendungsprozess einzubinden, um den Schutz der persönlichen Daten zu gewährleisten. Des Weiteren stellt die Qualität der zahlreichen digitalen Angebote oftmals ein Hindernis für die Anwendung im BGM dar. Während es bei unternehmensexternen Gesundheitsplattformen bereits eine systematische Qualitätskontrolle gibt, sollten insbesondere Gesundheit-Apps und tragbare Sensoren einer umfassenden Wirksamkeitsüberprüfung unterzogen werden.

Deloitte 2014. Perspektive E-Health – Consumer-Lösungen als Schlüssel zum Erfolg? Veröffentlichung im Rahmen der Studienreihe „Intelligente Netze“. München

Universitätsklinikum Freiburg Studienzentrum (Hrsg.) 2015. Gesundheits- und Versorgungs-Apps. Hintergründe zu deren Entwicklung und Einsatz. Freiburg

Nürnberg, V. 2015. Gemessen und gesundet? Personalmagazin, 9(7), 51-53

www.bmg.bund.de/fileadmin/dateien/Downloads/E/eHealth/150527_Gesetzentwurf_E-Health.pdf

Tags: digitale BGF, E-Health, Gesundheits-Apps, Gesundheitsportale, Wearables