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17
September 2020

#whatsnext2020-Ergebnisse III: Fachkräftemangel hat hohe Relevanz

Ergebnisse der #whatsnext2020-Studie

1.192 Organisationen haben an unserer Studie #whatsnext2020 teilgenommen. Frage war, welche Herausforderungen die digitale Arbeitswelt für die Gesundheit von Unternehmen und Beschäftigten mit sich bringt.

Bereits seit den 1990er Jahren verweisen Bevölkerungsprognosen auf die Gefahr eines Fachkräftemangels in vielen Industrienationen. Auch in unserer Befragung wurde nach der Relevanz des Fachkräftemangels gefragt –  und zwar mit Blick auf die kommenden fünf Jahre.

Schaffung von BGF-Anreizen zur Bindung wichtig

8 von 10 Organisationen sehen den Fachkräftemangel in den nächsten 5 Jahren als relevant an. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, setzen die Organisationen vor allem auf flexible Arbeitszeiten und Teilzeitmöglichkeiten. BGF-Maßnahmen werden immerhin von 50.7 % der Organisationen als hilfreiches Mittel angesehen, um Beschäftigte für sich zu gewinnen bzw. an sich zu binden.

Gesundheitsverantwortlichen ist Mangel eher bewusst als Geschäftsführungen

Ist der Fachkräftemangel Ihrer Ansicht nach in den nächsten 5 Jahren für Ihr Unternehmen relevant?

Insgesamt geben 81.2 % der Organisationen an, dass der Fachkräftemangel in den nächsten 5 Jahren für sie relevant sein wird. Lediglich 14.7 % der Organisationen sagen, dass der Fachkräftemangel ihre Organisation nicht betreffen wird.

Insbesondere Gesundheitsreinrichtungen (Kliniken, Krankenhäuser, Universitätskliniken etc.) (95.8 %) und Einrichtungen der öffentlichen Verwaltung (Bundes- und Landesbehörden, Gemeinde-, Stadt- oder Kreisverwaltungen etc.) (86.6 %) geben an, dass der Fachkräftemangel in den nächsten 5 Jahren relevant für sie sein wird. Ein signifikanter Unterschied besteht hierbei zu Versicherungen (Sozialversicherung, Gesetzliche Krankenkassen etc.), von denen nur jede zweite angibt (52.2 %), dass der Fachkräftemangel zukünftig eine Rolle spielen wird (Χ²(22)=39.21, p<.01). Zudem besteht ein statistisch bedeutsamer Unterschied hinsichtlich der Funktion der Befragten (Χ²(6)=39.95, p<.001). 86.3 % der Personal- und 82.1 % der Gesundheitsverantwortlichen erachten den Fachkräftemangel in den nächsten 5 Jahren als relevant, wohingegen dies nur 62.8 % der Geschäftsführenden tun.

Wie werden Sie in den nächsten 5 Jahren verstärkt Fachkräfte rekrutieren?

Spannend ist auch die Frage, wie die Organisationen, die angeben, dass der Fachkräftemangel für sie relevant sei, in den nächsten 5 Jahren Fachkräfte rekrutieren wollen. Hierbei zeigt sich, dass die Organisationen vor allem in Deutschland nach Fachkräften suchen (83.8%) sowie ihre eigenen Beschäftigten an sich binden möchten (77.1%).

Wirtschaftsunternehmen setzen im Zuge des Fachkräftemangels häufiger auf die stärkere Bindung der eigenen Beschäftigten (79.5%) (Χ²(2)=9.97, p<.01) und führen zudem häufiger ein Rekruiting im Ausland durch (28.7 %) (X²(2)=6.53, p<.05) als Einrichtungen des Öffentlichen Dienstes (69.2 % bzw. 19.9 %).

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„Viele Organisationen erkennen die Bedeutung von nicht-monetären Anreizen, um Fachkräfte zu gewinnen oder zu binden. Auch Gesundheitsförderungsmaßnahmen spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Sie sind sozusagen ein Aushängeschild für die Organisationen.“
Reiner Straub (Haufe)
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Was machen Sie, um den Herausforderungen des Fachkräftemangels am Arbeitsmarkt zu begegnen?

Um den Fachkräftemangel zu begegnen und insbesondere die Bindung der eigenen Beschäftigten zu stärken, können von den Organisationen verschiedene Maßnahmen umgesetzt werden. Die Organisationen setzen dabei vor allem auf flexible Arbeitszeiten (z. B.
Gleitzeit) (80.1 %), unterschiedliche Teilzeitmodelle (64.3 %), eine Verbesserung der Arbeitsatmosphäre (58.5 %) und die Möglichkeit zur mobilen Arbeit/Telearbeit (55.2 %).

Auch Maßnahmen der BGF werden von jeder zweiten Organisation zur Begegnung des Fachkräftemangels angeführt (50.7 %). Maßnahmen zur Förderung der interkulturellen Kompetenz bei Führungskräften (15.5 %) und der barrierefreien Information (14.5 %) werden dagegen nur von knapp jeder sechsten Organisation umgesetzt.

Wirtschaftsunternehmen und Öffentliche Einrichtungen handeln unterschiedlich

Es bestehen signifikante Unterschiede zwischen Wirtschaftsunternehmen und Einrichtungen des Öffentlichen Dienstes. Letztere nutzen häufiger Maßnahmen der BGF (59.2% zu 47.8%: X²(2)=8.46, p<.05), Teilzeitmodelle (73.5% zu 61.0%: X²(2)=11.21, p<.01) sowie Eltern-Kind-Angebote (38.9% zu 21.4%: X²(2)=25.71, p<.001), wohingegen Wirtschaftsunternehmen stärker auf eine Verbesserung der Arbeitsatmosphäre (60.9% zu 50.2%: X²(2)=8.82, p<.05), eine bessere Bezahlung (39.0% zu 15.2%: X²(2)=40.68, p<.001) sowie eine Verbesserung der Karrieremöglichkeiten (31.7% zu 20.9%: X²(2)=9.06, p<.05) setzen.

Hier können Sie sich das ganze Kapitel zum Thema „Fachkräftemangel“ inklusive aller Grafiken des Studienbandes #whatsnext2020 herunterladen.

Sie hätten gerne noch weiterführende Informationen zu unserer Studie #whatsnext2020 in Kooperation mit Haufe und der Techniker Krankenkasse? Mehr erfahren Sie in unserem Newsletter.

Tags: #whatsnext2020, Studien, Personal