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23
September 2020

#whatsnext2020-Ergebnisse IV: Wahrnehmung von Sorgen oder Ängsten ist gegeben

Sorgen und Ängster, Erkenntnisse #whatsnext2020

Die digitale Transformation schreitet stetig voran. Neben den positiven Auswirkungen auf die Arbeitswelt gehen mit diesen Veränderungen jedoch auch Ängste und Sorgen der Beschäftigten einher. Dazu zählen bspw. die Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren oder überwacht zu werden. In der whatsnext-Studie 2017 wurde zudem deutlich, dass auch die Verdichtung der Arbeit eine Rolle spielt. Sind diese Sorgen immer noch aktuell? Und welche weiteren Sorgen oder Ängste nehmen die Organisationen aktuell bei ihren Beschäftigten wahr? Unter anderem diese Fragen haben wir den 1.192 teilnehmenden Organisationen im Rahmen der Studie #whatsnext2020 gestellt. Ausgangsfrage war, welche Herausforderungen die digitale Arbeitswelt für die Gesundheit von Unternehmen und Beschäftigten mit sich bringt.

45.6 % der Organisationen – vor allem Öffentliche Einrichtungen – nehmen Sorgen oder Ängste im Zuge der Digitalisierung wahr. Die Verdichtung der Arbeit spielt dabei die größte Rolle, die insbesondere auch bei Öffentlichen Einrichtungen spürbar ist.

Entwicklung des internen BGM spielt eine Rolle in der Wahrnehmung

Folgende Fragen wurden den teilnehmenden Organisationen zu diesem Thema gestellt:

Nehmen Sie Sorgen oder Ängste im Zuge der Digitalisierung unter den Beschäftigten Ihres Unternehmens wahr?

45.6 % der Organisationen geben an, dass sie Sorgen oder Ängste im Zuge der Digitalisierung innerhalb ihrer Belegschaft wahrnehmen. Interessanterweise berichten genauso viele Organisationen, dass sie keine Sorgen oder Ängste unter den Beschäftigten registrieren. Die Veränderungen durch die Digitalisierung scheinen somit nicht generell mit Sorgen oder Ängsten verknüpft zu sein.

Organisationen mit einem ganzheitlichen BGM nehmen Sorgen oder Ängste im Zuge der Digitalisierung unter den Beschäftigten stärker wahr (60.4%) als Organisationen, die nur BGF-Maßnahmen umsetzen oder ein BGM aufbauen (43.7%) (Χ²(2)=20.83, p<.001). Ob dies an den „sensibleren Antennen“ und Feedbackmöglichkeiten liegt, die Organisationen mit etabliertem BGM im Laufe der Zeit aufgebaut haben? Auch der Sektor hat einen Einfluss auf die Wahrnehmung. So geben Öffentliche Einrichtungen (57.4 %) signifikant häufiger an, Sorgen oder Ängste zu registrieren, als Wirtschaftsunternehmen
(41.8 %) (Χ²(4)=28.46, p<.01). Betrachtet man die Funktion der Befragten, ist festzustellen, dass Gesundheitsverantwortliche (53.1 %) Sorgen oder Ängste häufiger unter den Beschäftigten wahrnehmen als Geschäftsführende (38.4 %) und Personalverantwortliche (40.3 %)
(Χ²(6)=27.32, p<.01). Dies mag mit einem engeren Kontakt zu den Beschäftigten zusammenhängen.

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„21.2 % der Organisationen nehmen Ängste im Hinblick auf Cyberangriffe und Spionage unter den Beschäftigten wahr. Es ist jedoch bemerkenswert, dass die Geschäftsführenden dies anders bewerten. Sie konstatieren dahingehend deutlich mehr Sorgen innerhalb der Belegschaft.“
Katharina Schmitt (Haufe)

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Verdichtung der Arbeit durch Digitalisierung im Mittelpunkt

Auf welche Aspekte beziehen sich Ihrer Meinung nach die Sorgen und Ängste Ihrer Beschäftigten im Zuge der Digitalisierung?

Wie eingangs erwähnt, wurde die Menge an Arbeitsaufgaben bereits in der whatsnext-Studie 2017 als Problemfeld beschrieben. Die aktuellen Daten bestätigen dies. 70.7 % der Organisationen geben an, dass sich die Ängste und Sorgen der Beschäftigten auf die Verdichtung der Arbeit im Zuge der Digitalisierung beziehen. Zudem sagt mehr als die Hälfte der Organisationen, dass der Arbeitsplatzverlust in diesem Zusammenhang von Bedeutung ist; dicht gefolgt von den Aspekten der Überwachung (49.1 %) und der Speicherung personenbezogener Daten (45.5 %). Cyberangriffe und Spionage werden hingegen seltener genannt (21.2 %).

 Die Verdichtung der Arbeit ist vor allem für die Einrichtungen des Öffentlichen Dienstes ein Thema. Sie nehmen diesen Aspekt signifikant häufiger unter den Beschäftigten wahr (82.1 %) als Wirtschaftsunternehmen (64.5 %) (Χ²(2)=18.44, p<.001). Weitere statistisch bedeutsame Unterschiede bestehen bei dem Aspekt Cyberangriffe/Spionage. Kleinstorganisationen (55.5%) nehmen Sorgen oder Ängste vor Cyberangriffen/Spionage häufiger wahr als mittlere Organisationen (24.0%), größere Organisationen (15.2%) und Großorganisationen (17.8%) (Χ²(4)=20.69, p<.001). Zudem registrieren Geschäftsführende (48.5%) diese Sorgen häufiger als Gesundheits- (17.5%) und Personalverantwortliche (21.8%) (Χ²(3)=17.42, p<.01).

Hier können Sie sich das ganze Kapitel zum Thema „Sorgen oder Ängste im Zuge der Digitalisierung“ inklusive aller Grafiken des Studienbandes #whatsnext2020 herunterladen.

Sie hätten gerne noch weiterführende Informationen zu unserer Studie #whatsnext2020 in Kooperation mit Haufe und der Techniker Krankenkasse? Mehr erfahren Sie in unserem Newsletter.

Tags: #whatsnext2020, Digitalisierung, Studien