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11
November 2020

#whatsnext2020-Ergebnisse XI: MA-Befragungen haben mittlere bis große Bedetung für Unternehmen

Kapitel 11, MA-Befragungen

Um Beschäftigtenfeedback zu erhalten und Bedarfe der Belegschaft zu ermitteln, bieten sich im Wesentlichen drei Verfahren an: Befragungen, Workshops und Interviews. Gerade in größeren Organisationen ist der Weg der Befragung eine effiziente Methode, um ein möglichst repräsentatives Stimmungsbild der Belegschaft einzuholen. Etwas mehr als die Hälfte der Befragten (54.7 %) messen dem Thema Mitarbeiterbefragungen eine große oder eher große Bedeutung bei. Doch wie steht es um die praktische Umsetzung von Mitarbeiterbefragungen? Und welche Befragungsarten werden von den Organisationen aktuell bevorzugt? Diesen Fragen widmet sich das elfte Kapitel der #whatsnext2020.

Unter anderem haben wir gefragt: Werden bzw. wurden Mitarbeiterbefragungen in Ihrem Unternehmen durchgeführt?

69.7 % der Organisationen geben an, entsprechende Befragungen durchzuführen. Mitarbeiterbefragungen sind demnach ein verbreiteter Weg zur Bedarfsanalyse. Rund jede fünfte Organisation (20.8 %) führt bislang keine Befragungen durch. Und 7.0 % geben an, eine Analyse zu planen. Besondere Auffälligkeiten: Es zeigen sich keine statistisch bedeutsamen Unterschiede nach Sektor, Branche, Organisationsgröße, Region oder finanziellen Ressourcen, was eine interessante Erkenntnis ist. Denn gerade bei der Umsetzung von Mitarbeiterbefragungen waren Unterschiede durchaus anzunehmen.

Außerdem wollten wir wissen, welche der folgenden Mitarbeiterbefragungen bisher in den Unternehmen ein- bzw. durchgeführt wurden?

Der Dauerbrenner ist mit Abstand die klassische Mitarbeiterbefragung (online/print), die von 93.1 % der Organisationen, die Befragungen etabliert haben, umgesetzt wird. Deutlich seltener wird auf neuere Befragungsarten wie Puls-Befragungen (13.6 %) und Instant-Feedback (5.2 %) zurückgegriffen. Besondere Auffälligkeiten: 28.8 % der Organisationen in der Branche Information und Kommunikation geben an, Puls-Befragungen durchzuführen und zeigen sich damit signifikant affiner für das Thema als etwa das verarbeitende Gewerbe (9.8 %) (Χ²(14)=25.23, p<.05).

Wirtschaftsunternehmen setzen auf klassische Mitarbeiterbefragungen

So wurde auch gefragt: Welche der folgenden Mitarbeiterbefragungen planen Sie in Ihrem Unternehmen umzusetzen?

Bei den Organisationen, die Mitarbeiterbefragungen planen, zeigtsich ein ähnliches Bild: 84.3 % von ihnen möchten eine klassische Mitarbeiterbefragung durchführen. 15.7 % der Organisationen planen eine Puls-Befragung. Es scheint sich also ein leichter Trend von der klassischen Mitarbeiterbefragung in Richtung Puls-Befragung abzuzeichnen. Besondere Auffälligkeiten: 93.8 % der Wirtschaftsunternehmen, die eine Befragung planen, setzen auf eine klassische Mitarbeiterbefragung. Dies ist ein signifikant höherer Anteil im Vergleich zu den Einrichtungen des Öffentlichen Dienstes. Hier sind es 60.0 %(Χ²(2)=10.86, p<.01).

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„Es ist ein leichter Trend von der klassischen Mitarbeiterbefragung hin zu anderen Verfahren wie etwa Puls-Befragungen zu erkennen. Auch technisch tut sich einiges. Echtzeit-Auswertungen sowie persönliche Feedbackberichte für Beschäftigte undTeams sind im Kommen.“
Dr. Mark Hübers (IFBG)

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Des Weiteren hat uns interessiert, was es braucht, damit Mitarbeiterbefragungen in Unternehmen durchgeführt werden?

Wie zu Beginn des Kapitels erwähnt, geben 20.8 % der Organisationen an, noch keine Mitarbeiterbefragung durchgeführt zu haben. Die Gründe dafür sind vielfältig. Eine höhere Bedeutung des Themas (50.0 %) sowie ein höheres Engagement der Führungskräfte (43.8 %) werden am häufigsten genannt, wenn es um die Frage geht, was es braucht, um eine Mitarbeiterbefragung durchzuführen. Interessanterweise äußern lediglich 7.7 % der Organisationen den Wunsch nach mehr Unterstützung durch externe Dienstleister. Traditionell spielen in diesem Themenfeld Dienstleister eine wichtige Rolle. Das Ergebnis kann auf eine gute Marktdurchdringung, aber auch auf ein hohes Maß an Aufgeklärtheit seitens der Organisationsverantwortlichen zurückzuführen sein. Besondere Auffälligkeiten: Der Wunsch nach mehr finanziellen Ressourcen zur Umsetzung von Mitarbeiterbefragungen wird in Öffentlichen Einrichtungen (30.8 %) signifikant häufiger geäußert als inWirtschaftsunternehmen (13.6 %) (Χ²(2)=6.67, p<.05).

Spannende Erkenntnis aus dem BGM Beschäftigtenbarometer (N=8097): Nur jede/r vierte Befragte (25.7 %) gibt an, dass der/die Vorgesetzte „immer“ oder „oft“ über die Qualität der Arbeit spricht. 14.6 % melden sogar zurück, dass der/die Vorgesetzte „nie“ mit Ihnen über die Qualität der Arbeit spricht.

Zusammengefasst lässt sich sagen: Die klassische Mitarbeiterbefragung ist in 93.1 % der Organisationen, die eine Bedarfserhebung durchführen, immernoch erste Wahl. Neuere Verfahren wie Puls-Befragungen oder Instant-Feedback spielen eine untergeordnete Rolle. In der Branche Information und Kommunikation finden sie aber schon häufiger Anwendung.

Hier können Sie sich das ganze Kapitel zum Thema „Mitarbeiterbefragungen“ inklusive aller Grafiken des Studienbandes #whatsnext2020 herunterladen.

Sie hätten gerne noch weiterführende Informationen zu unserer Studie #whatsnext2020 in Kooperation mit Haufe und der Techniker Krankenkasse? Mehr erfahren Sie in unserem Newsletter.

 

Tags: #whatsnext2020, Studien, Mitarbeiterbefragung, Personal, Interview, Workshop