Aktuelles

Aus den Aktivitäten des IFBG

26
September 2016

Wie wird das Präventionsgesetz zur Chance für Unternehmen?

Das seit Anfang des Jahres 2016 bestehende Präventionsgesetz hat lange gebraucht, um nun den Weg für eine gesündere Arbeitswelt zu bereiten. Dennoch wissen viele Unternehmensverantwortliche noch nicht um die Chancen und Möglichkeiten, die ihnen die neue Gesetzeslage bietet.

Worauf zielt das Präventionsgesetz ab?

Das Präventionsgesetz soll – wie es der Name deutlich macht – neben der Kuration, Rehabilitation und Pflege die Prävention in allen Lebenslagen stärken bzw. die Voraussetzungen dafür schaffen. Aufgrund der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung (reduzierte Geburtenzahlen bei steigender Lebenserwartung) und der Veränderung des Krankheitsspektrums (Zunahme psychosozialer und chronischer Erkrankungen) besteht ein Handlungsbedarf. Gerade bei diesen Krankheitsbildern liegt ein hohes Maß an Potenzial in der Prävention. Damit sehen sich in der Arbeitswelt konsequenterweise auch die Unternehmen und Behörden konfrontiert – unabhängig davon, ob es sich um einen Konzern oder einen Betrieb der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) handelt.

Finanzielle Anreize der Krankenkassen – insbesondere für KMU

Durch das Präventionsgesetz werden allen voran die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) in die Pflicht genommen. Sie sollen seit Bestehen des Gesetzes mindestens zwei Euro pro Versicherten für die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) bereitstellen. Werden diese Gelder am Ende eines Jahres nicht ausgegeben, so fließen diese an die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), wo sie entsprechend für allgemeine, präventive Projekte eingesetzt werden. Der Vorteil für interessierte Unternehmen liegt somit darin, dass ein Teil der finanziellen Last von den Krankenkassen getragen wird. Oftmals bieten diese auch konkrete Beratungsleistungen für Betriebe an und können mit regionalen oder überregionalen Partnern gesundheitsförderliche Maßnahmen entwickeln und umsetzen. Das schafft insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen Anreize, trotz geringer personeller und finanzieller Ressourcen erste Projektschritte in der BGF in Angriff zu nehmen.

Zusammenarbeit zwischen Betrieb, Arbeitsschutz und Krankenkasse

Neben den finanziellen Änderungen gibt es auch strukturell neue Impulse. So fordert das Präventionsgesetz fortan die engere Zusammenarbeit von allen Beteiligten, insbesondere denjenigen aus Krankenkasse, Betriebsmedizin und Arbeitsschutz. Letztgenannte sollen feste Bestandteile werden und Mitwirkungspflichten bei der Ausgestaltung von Präventionsleistungen haben. Darüber hinaus können die Betriebsärzte im Rahmen der gesetzlichen Rahmenbedingungen Empfehlungen für Präventionsleistungen geben.

Grundsätzlich sollten Unternehmen die Vorteile des neuen Präventionsgesetzes kennen und wahrnehmen. Sollten Sie konkrete Fragen dazu haben, wenden Sie sich per E-Mail (info@ifbg.eu) oder über unser Kontaktformular an uns.

Tags: