Fast jeder dritte Beschäftigte hat einen schlechten Schlaf​

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Dr. Fabian Krapf

Managing Partner
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29.3% der befragten Beschäftigten haben ein auffälliges Schlafverhalten oder sogar ausgeprägte Schlafstörungen. Zudem lässt sich feststellen, dass der Schlafscore starke Einflüsse auf weitere Lebensbereiche hat. Das hat die Studie „How’s work“ ergeben.

Während des Schlafes regeneriert das Gehirn und der Körper kann ruhen (Becker-Carus, 2020). Die durchschnittliche Schlafdauer eines Erwachsenen beträgt circa 7-8 Stunden, wobei individuelle Abweichungen durchaus vorkommen können und nicht direkt als „abnormal“ einzustufen sind (Stuck, 2009). Starke, dauerhafte Abweichungen vom eigenen Biorhythmus können allerdings zu Beeinträchtigungen der Leistungsfähigkeit und Gesundheit führen (Graumann, Walter & Krapf, 2019).

Nur wenige Beschäftigte haben ausgeprägte Schlafstörungen

Mithilfe verschiedener Fragen wie zum Beispiel „Wie viele Minuten brauchen Sie üblicherweise, um einzuschlafen?“ lässt sich ein Schlafscore der Beschäftigten errechnen, welcher Aussagen zum Schlafverhalten zulässt. Aus den Schlafscores der Befragten geht demnach hervor, dass nur 1,7% der 10.163 Befragten ausgeprägte Schlafstörungen haben. Allerdings hat mehr als ein Viertel der Befragten ein auffälliges Schlafverhalten, woraus letztlich Schlafstörungen resultieren können. Der größte Teil der Befragten (70.7%) weist ein unauffälliges Schlafverhalten auf.

Ältere Beschäftigte schlafen schlechter als jüngere Beschäftigte

Zwischen den weiblichen und männlichen Beschäftigten zeichnen sich leichte Unterschiede beim Schlafscore ab (X²(2) = 58.84, p = .000, n = 9.276). Die weiblichen Beschäftigten haben häufiger ein auffälliges Schlafverhalten (31.6%) als die männlichen Beschäftigten (25.0%). Vergleicht man die Altersgruppen untereinander, nimmt mit dem Alter das unauffällige Schlafverhalten ab (X²(6) = 35.84, p = .000, n = 9.489). Während bei den Unter-30-Jährigen 74.8% einen unauffälligen Score erzielen, erreichen dies bei den 30- bis 39-Jährigen nur 70.9% und bei den 40- bis 49-Jährigen 71.0%. Aus der Gruppe 50 und älter haben sogar nur 67.4% der befragten Beschäftigten einen unauffälligen Schlafscore. Außerdem ergeben sich bei genauerer Betrachtung des Merkmals Führungsverantwortung Unterschiede (X²(2) = 15.08, p = .000, n = 6.038). Beschäftigte mit Führungsverantwortung erreichen tendenziell bessere Schlafscores (unauffällig: 74.0%) als Beschäftigte ohne Führungsverantwortung (unauffällig: 69.0%).

Der Zusammenhang von Schlaf und dem allgemeinen Gesundheitszustand

Die weiteren Analysen zeigen einen negativen Zusammenhang des Schlafscores mit dem allgemeinen Gesundheitszustand. Eine mögliche Interpretation wäre: Je höher, also auffälliger, die Ausprägung des Schlafscores, desto niedriger ist tendenziell der allgemeine Gesundheitszustand (r = -.31, p = .000, n = 8.286). Ebenso hängt der Schlafscore negativ mit der Arbeitszufriedenheit zusammen: Ein höherer Schlafscore geht tendenziell mit einer geringeren Arbeitszufriedenheit einher (r = -.22, p = .000, n = 9.788). Analysiert man die Teilnahmewünsche, zeigen sich interessante Details: Je schlechter der Schlaf, desto höher der Teilnahmewunsch an Angeboten in den Bereichen Stressmanagement und Resilienztraining (X²(2) = 120.02, p = .000, n = 5.764) sowie Schlaf (X²(2) = 485.92, p = .000, n = 3.671).

Möchten Sie noch mehr zur Studie „How’s work“ erfahren? Auf LinkedIn teilen wir wöchentlich Clips zu Fakten der Beschäftigtenstudie. Sie haben darüber hinaus die Möglichkeit, die Kapitel zum Thema Schlaf downzuloaden oder sich hier ein Video mit den wichtigsten Facts anzuschauen.

Quellen:

Becker-Carus, C. (2020). Schlaf. In M. A. Wirtz (2020). Lexikon der Psychologie. (19. Auflage). Hogrefe.

Graumann, L., Walter, U. N., & Krapf, F. (2019). Regeneration. Riva.

Stuck, B. A., Maurer, J. T., Schredl, M., Weeß & H. G. (2009). Praxis der Schlafmedizin. Springer. Tschan, F. (2000). Produktivität in Kleingruppen. Was machen produktive Gruppen anders und besser? Huber.