Führungskräfte werden im Hinblick auf ihre Konfliktfähigkeit sehr unterschiedlich eingeschätzt

Christian Fuhrken

Lead
Team Analysen
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Die Konfliktlösefähigkeit der Führungskräfte in Großorganisationen ab 1.000 Beschäftigten wird besser bewertet als in Organisationen mit bis zu 999 Beschäftigten. Insgesamt geben 41.9% der befragten Beschäftigten an, dass ihre Führungskraft Konflikte in hohem Maße gut löst. Das sind unter anderem Ergebnisse der Studie „How’s work“ des IFBG mit der Techniker Krankenkasse (TK).

Konflikte können zu Instabilität führen und Vertrauen erschüttern. Gleichzeitig haben sie das Potential, Energien und Kreativität freizusetzen und Veränderungen anzustoßen (Jung, 2006). Die Aufgabe der Führung ist es einerseits, Bedingungen zu schaffen, in denen Konflikte vermieden werden können. Andererseits sollten Führungskräfte konstruktiv für eine Lösung vorhandener Konflikte sorgen (Lippold, 2016).

Mehr als jeder Vierte schätzt die Konfliktfähigkeit der eigenen Führungskraft als gering ein

Beschäftigte aus 43 Unternehmen wurden nach ihrer Einschätzung zur Konfliktfähigkeit ihrer/s unmittelbaren Vorgesetzte/n befragt. 41.9% der insgesamt 10.665 befragten Beschäftigten geben an, ihre Vorgesetzten würden Konflikte in hohem oder sehr hohem Maße gut lösen. 32.2% finden dies sei zum Teil der Fall. Die restlichen 25.9% sind der Meinung, dies würde nur in geringem oder sehr geringem Maße zutreffen.

In der Bewertung der Konfliktfähigkeit der Führungskräfte gibt es Altersunterschiede

Die Konfliktlösefähigkeit der Vorgesetzten wird je nach Alter sehr unterschiedlich bewertet (X²(6) = 140.42, p = .000, n = 10.002). 54.2% der jüngeren Beschäftigten (bis 29 Jahre) geben an, ihre Vorgesetzten würden Konflikte in hohem oder sehr hohem Maße gut lösen. Bei den Über-50-Jährigen sind es nur 38.5%, die dies glauben. Zudem findet sich hier ein statistisch bedeutsamer Unterschied nach Organisationsgröße (X²(4) = 14.76, p = .005, n = 9.831). 41.9% der Beschäftigten in größeren Organisationen finden, ihre Vorgesetzten würden in hohem oder sehr hohem Maße Konflikte gut lösen. In Großorganisationen sind es hingegen 46.6%.

Die Konfliktlösung der Führungsverantwortlichen hat einen Einfluss auf wichtige soziale Bereiche im Arbeitsalltag

Die statistisch signifikanten Zusammenhänge deuten darauf hin, dass ein höheres Maß an Konfliktlösefähigkeit der Vorgesetzten mit einem höheren Maß an Wertschätzung (r = .40, p = .000, n = 9.368) und Feedback zusammenhängt (r = .47, p = .000, n = 10.622). Außerdem geht ein hohes Maß an Konfliktlösefähigkeit der Vorgesetzten damit einher, dass sich auch die Kolleginnen und Kollegen im Team stärker unterstützen (r = .34, p = .000, n = 10.047) und die Arbeitszufriedenheit allgemein höher bewertet wird (r = .43, p = .000, n = 10.105). Eine hohe Konfliktlösefähigkeit der Führungskraft zeigt außerdem einen positiven Zusammenhang mit dem Gemeinschaftsgefühl (r = .31, p = .000, n = 10.072). Dies kann bedeuten, dass eine umso bessere Atmosphäre herrscht, je höher diese Fähigkeit ausgeprägt ist (r = .28, p = .000, n = 10.098) und je besser die Zusammenarbeit zwischen den Kolleginnen und Kollegen bewertet wird (r = .29, p = .000, n = 10.087).

Möchten Sie noch mehr zur Studie „How’s work“ erfahren? Auf LinkedIn teilen wir wöchentlich Clips zu Fakten der Beschäftigtenstudie. Außerdem können Sie den Clip zum Thema Führungsqualität anschauen. Sie haben darüber hinaus die Möglichkeit, hier das Kapitel zum Thema downzuloaden.

Quellen:

Jung, H. (2006). Personalwirtschaft (7. Aufl.). München, Wien: Oldenbourg Wissenschaftsverlag.

Lippold, D. (2016). Die Unternehmensberatung. Springer Fachmedien Wiesbaden.

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