Hohe quantitative Anforderungen betreffen viele Beschäftigte in Deutschland

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Sonja Hage

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Gerade einmal 15.9% der befragten Beschäftigten geben an, nie, fast nie oder sehr selten schnell arbeiten zu müssen. Die übrigen 84,1% Beschäftigten müssen zumindest manchmal schnell arbeiten. Besonders interessant ist der Wunsch nach Angeboten, welchen vor allem Beschäftigte mit hohen quantitativen Anforderungen vermehrt äußerten. Dies sind unter anderem Ergebnisse der Studie „How’s work“ des IFBG mit der Techniker Krankenkasse (TK).

Quantitative Anforderungen entstehen primär durch äußere Umstände (Stab, et al., 2016). Einer der bedeutendsten Einflussfaktoren ist hierbei die Digitalisierung. Bedingt durch die Digitalisierung beschleunigen sich die Märkte und erfordern von den Organisationen – und damit letztendlich von ihren Beschäftigten – eine permanente Weiterentwicklung und hohe Innovationsfähigkeit (Becker et al., 2014).

Fast jeder zweite Beschäftigte muss oft sehr schnell arbeiten

Auf die Frage hin, ob Beschäftigte sehr schnell arbeiten müssen, gaben ganze 42,7% an oft oder immer sehr schnell arbeiten zu müssen. Bei weiteren 41.5% ist dies manchmal der Fall. Nur 15.9% der Beschäftigten müssen nie, fast nie oder selten sehr schnell arbeiten.

Führungsverantwortliche sind häufiger durch schnelles Arbeiten belastet

Bei den Besonderheiten nach Zielgruppen scheinen ältere Beschäftigte stärker betroffen zu sein als jüngere (X²(6) = 174.05, p = .000, n = 10.318). Etwa ein Viertel der befragten Beschäftigten bis 29 Jahre (25.4%) gibt an, nie, fast nie oder selten sehr schnell arbeiten zu müssen. Im Gegensatz dazu sind es in den restlichen Alterskategorien mindestens 10 Prozentpunkte weniger. Beispielsweise ordnen sich von den Beschäftigten im Alter von 50 Jahren und älter nur 14.8% dieser Kategorie zu. Dementsprechend geben die älteren Beschäftigten häufiger an, immer oder oft schnell arbeiten zu müssen. Spitzenreiter sind hier mit 47.6% die 40- bis 49-Jährigen, das Schlusslicht bilden die jüngeren Beschäftigten bis 29 Jahre mit 33.6%. Ein weiterer signifikanter Unterschied zeigt sich bei genauerer Betrachtung des Merkmals Führungsverantwortung (X²(2) = 78.92, p = .000, n = 6.337). 54.0% der Beschäftigten mit Führungsverantwortung geben an, immer oder oft schnell arbeiten zu müssen. Bei den Beschäftigten ohne Führungsverantwortung sind es dagegen nur 41.0%.

Beschäftigte wünschen sich Angebote zum Umgang mit hohen quantitativen Anforderungen

Es zeigen sich folgende statistisch signifikante Zusammenhänge: Beschäftigte, die weniger Einfluss auf die Menge ihrer Arbeit haben, geben häufiger an, schnell arbeiten zu müssen (r = -.25, p = .000, n = 10.362). Darüber hinaus geben Beschäftigte, die schnell arbeiten müssen, eher an, berufliche Dinge auch außerhalb der Arbeitszeit zu erledigen (r = .20, p = .000, n = 585). Der Wunsch, an Stressmanagement- und Resilienztrainings teilzunehmen, ist bei Beschäftigten mit hohen quantitativen Anforderungen besonders ausgeprägt. 63.0% derjenigen, die oft oder immer schnell arbeiten müssen, wünschen sich solche Angebote.

Möchten Sie noch mehr zur Studie „How’s work“ erfahren? Auf LinkedIn teilen wir wöchentlich Clips zu Fakten der Beschäftigtenstudie. Sie haben darüber hinaus die Möglichkeit, hier das Kapitel zum Thema Quantitative Anforderungen downzuloaden und hier den Clip mit den wichtigsten Ergebnissen zum Thema anzuschauen.

Quellen

Becker, W., Baltzer, B., & Ulrich, P. (2014). Wertschöpfungsorientiertes Controlling: Konzeption und Umsetzung. Kohlhammer Verlag.

Stab, N., Jahn, S., & Schulz-Dadaczynski, A. (2016). Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt-Arbeitsintensität. Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.

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