FAQ

Die Ursachen für Stress am Arbeitsplatz sind vielfältig. Im wissenschaftlichen Feld und in der Praxis werden jedoch wiederkehrend folgende Aspekte als Stressverursacher identifiziert: Informationsflut und -überlastung, Medien-Multitasking, ständige Erreichbarkeit, Unterbrechungen, Komplexität und Menge der Aufgaben sowie unzuverlässige Technik.

Die digitale Arbeitswelt trägt dazu offensichtlich in großem Maße bei. Denn durch die digitalen Endgeräte können uns Aufgaben, Informationen und Kontaktaufnahmen ständig erreichen, wobei unsere Verarbeitungskapazitäten dafür meist nicht ausreichend sind. Die damit einhergehenden Stresssymptome werden in zwei Ebenen unterschieden:

  • Physisch: Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Verspannungen
  • Psychisch: Niedergeschlagenheit, Nervosität oder das Gefühl von Hilflosigkeit


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Psychischer Stress lässt sich als ein wahrgenommenes oder tatsächlich vorhandenes Ungleichgewicht zwischen äußeren Anforderungen (beispielsweise ständig erreichbar zu sein) und den eigenen Fähigkeiten (beispielsweise Erreichbarkeitszeiten einschränken) beschreiben. Stress ist also nicht gleich Stress, sondern hängt von der eigenen Bewertung ab, ausreichende Fähigkeiten (auch „Ressourcen“ genannt) zu haben, um die äußeren Reize (auch „Stressoren“ genannt) zu bewältigen. Wird eine Situation oder Bedingung als überwältigend oder bedrohend wahrgenommen, so entsteht Stress. Schätzt man seine eigenen Ressourcen stärker als die äußeren Anforderungen ein, so bleibt der Stress in der Regel aus.

Um psychischem Stress zu begegnen, sollte man also idealerweise seine Ressourcen stärken, was z. B. in Form von Sport, Entspannungsübungen oder dem Pflegen sozialer Kontakte umgesetzt werden kann. Ganz wichtig ist es auch, Erholungs- und Regenerationspausen nach stressigen Phasen einzubauen. Bleiben diese aus, bleibt das Stresslevel nämlich auf einem hohen Niveau, das Stresshormon Cortisol „verankert“ sich in unserem Organismus und die Gesundheit kann langfristig gefährdet werden (z. B. in Form von Herz-Kreislauf-Probleme).

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Gute Selbstmanagement-Kompetenzen sind das A und O, um Stress bei der Arbeit entgegenzuwirken. Dazu zählen Teilkompetenzen wie Lernfähigkeit, Zeitmanagement oder Planungs- und Organisationsfähigkeit.

Durch kleine Tricks, wie beispielsweise die „2 Minuten-Regel“, können wir unseren Arbeitsalltag relativ einfach und schnell schlanker gestalten, was wiederum den Stress minimiert. Diese besagt, dass man jede Aufgabe, die nicht länger als 2 Minuten andauert, direkt erledigen sollte, anstatt sie auf die To-Do-Liste zu schreiben.

Generell gibt es viele Ansätze, um den Stress zu reduzieren: Angefangen bei einer achtsamen Arbeitsplatzgestaltung über eine prioritätenorientierte Tagesplanung mit ausreichend Pufferzeiten bis hin zur Errichtung von Time-Boxes für konzentriertes, ungestörtes Arbeiten. Zudem gilt auch an dieser Stelle: Setzen Sie an den Stressursachen an, und bekämpfen Sie nicht nur deren Symptome!

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Unter psychischen Belastungen werden äußere Faktoren, die auf den Menschen einwirken, beschrieben. Im Gegensatz zu den Belastungen sind psychische Beanspruchungen die Reaktionen des Menschen auf diese äußeren Einwirkungen. Beispiele für psychische Belastungen am Arbeitsplatz sind ein unfaires Verhalten der Führungskraft, Zeit- und Leistungsdruck oder Aufgabenkomplexität. Unter „Stressmanagement“ werden Methoden und Trainings verstanden, die durch den präventiven Aufbau von Bewältigungsstrategien die Stressreaktion abpuffern und Ressourcen schützen sollen. Ein bewährtes Stressmanagement-Konzept, um mit Belastungen umzugehen und somit Stress zu reduzieren, ist das Konzept der Multimodalen Stressbewältigung nach Kaluza. Dabei wird auf drei Ebenen angesetzt:

Durch die Reduktion von Stressoren (z. B. Prioritätensetzung), die Reflexion und Transformation stressverstärkender Gedanken (z. B. Fokus auf das Positive) und die Regulierung und Kontrolle der physiologischen und psychischen Stressreaktionen (z. B. Entspannungsübungen) soll Stress vermindert werden. Das Schöne ist: durch etwas Übung im Stressmanagement werden wir mit der Zeit immer routinierter und können somit gelassener mit zunächst stressig erscheinenden Situationen umgehen.

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Organisationen können ihre Beschäftigten durch Trainingsprogramme, Workshops, informative Webinare oder auch Einzelberatungen beim präventiven Stressmanagement unterstützen. Besonders durch Covid-19 ist das Thema „psychische Gesundheit“ stärker in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt, so dass es mittlerweile viele präventive Angebote für Beschäftigte gibt. An dieser Stelle sei noch einmal die Bedeutung der Führungskraft betont: wenn die Führungskraft selbst an solchen Trainings teilnimmt und/oder ihre Mitarbeitenden zur Teilnahme motiviert, ist die Wahrscheinlichkeit um einiges größer, dass die Mitarbeitenden solche Angebote tatsächlich auch wahrnehmen.

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An dieser Stelle kommt die Führungskraft ins Spiel: Wer stark überlastet ist, sollte sich an seine Führungskraft wenden und ein Gespräch mit ihr suchen, um strukturell etwas zu ändern. Womöglich müssen Arbeitsabläufe umorganisiert werden, sodass die betreffende Person entlastet werden kann. Manche Unternehmen bieten auch interne Beratungsstellen für solche Themen an, an die man sich wenden kann. Abhilfe kann auch ein teaminternes „Auslastungsbarometer“ schaffen, in das jeder Mitarbeitende seine tägliche oder wöchentliche Auslastung einträgt. Daraufhin kann geprüft werden, welcher Kollege noch freie Kapazitäten hat, und wem an welchen Stellen Arbeit abgenommen werden sollte.

Ganz wichtig ist – auch wenn es paradox klingen mag – bei Überlastungsgefühlen eine Pause einzulegen. Denn Pausen lassen uns erwiesenermaßen in der nächsten Arbeitsphase produktiver arbeiten und klarer denken, sodass Aufgaben womöglich besser abgearbeitet oder delegiert werden können, was wiederum die erlebte Überlastung minimieren dürfte. Dabei sollen mehrere Mikro-Pausen übrigens effizienter als nur eine lange Pause am Stück sein.

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Ein besserer Umgang mit Stress am Arbeitsplatz beginnt mit der Einsicht, dass Stress per se nicht schlecht ist – sondern nur, wenn er chronisch wird. „Mindfulness“ (Achtsamkeit) ist an dieser Stelle ebenfalls ein wichtiger Aspekt, denn Achtsamkeit wirkt laut wissenschaftlichen Studien nicht stressmindernd, sondern macht Personen auch leistungsfähiger und lässt sie weniger erschöpft fühlen. Das Konzept der Achtsamkeit zeichnet sich vor allem dadurch aus, das "Hier und Jetzt" anzunehmen – ganz ohne Bewertung. So ist es auch in einer stressigen Situation ratsam, diese zu akzeptieren, innezuhalten, und nach einer kurzen Pause weiterzumachen. Zudem ist die Bewusstmachung und Stärkung der persönlichen Ressourcen wichtig, um stressige Phasen auszubalancieren.

Die Angebote zur Stressbewältigung am Arbeitsplatz erstrecken sich von Online-Coachings und aufsuchenden Einzelberatungen über interaktive Webinare, Vorträge, Workshops, Schulungen, Live-Streams mit Q&A, 3D- und Vor-Ort-Parcours.

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Stressoren bei der Arbeit im Home-Office können sowohl qualitativ (z. B. in Tiefeninterviews mit einzelnen Beschäftigten) als auch quantitativ (z. B. via Fragebogen) erfasst werden. Zudem sind auch virtuelle Arbeitsplatzbegehungen möglich, bei denen der Arbeitgeber bzw. die Führungskraft einen Einblick in die Umstände des Home-Office des jeweiligen Beschäftigten erhält. Jedoch sind diese Eindrücke meist flüchtig und recht oberflächlich.

Speziell zur Erfassung von Stressoren und Belastungen bei der Arbeit im Home-Office wurde der Fragebogen HOMi33 (Home-Office-Messinstrument mit 33 Fragestellungen) durch das IFBG entwickelt. Mit diesem Fragebogen sollen Belastungen, Stressoren und Ressourcen, die im Speziellen mit der Arbeit im Home-Office einhergehen, sichtbar gemacht werden. Ziel ist es, Handlungsbedarfe zu erkennen und mit zielgerichteten Maßnahmen Belastungen zu vermeiden und Ressourcen zu stärken. Theoretisch basiert das Messinstrument auf Erkenntnissen eines Literatur-Reviews, das im Rahmen des TK-Dossiers „Corona 2020: Gesundheit, Belastungen, Möglichkeiten“ zusammen mit dem IFBG veröffentlicht wurde. Dieser Fragebogen kann sowohl als alleinstehende Befragung (Single) oder in Ergänzung an eine andere Befragung mit dem IFBG (Add-on) fungieren.

Sie möchten mehr über den Fragebogen HOMi33 und den Einsatz im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagement erfahren? Hier gelangen Sie zu weiterführenden Informationen.

Joggerin läuft in weißen Turnschuhen auf nassem Boden mit Laubblättern

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