Psychische Gefährdungsbeurteilung bei mobiler Arbeit

Dr. Utz Niklas Walter, Geschäftsführung

Dr. Utz Niklas Walter

Managing Partner

Seit 2013 wurde das Arbeitsschutzgesetz um den Aspekt der psychischen Belastung am Arbeitsplatz erweitert. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, unabhängig ihrer Beschäftigtenzahl, (oder: Unternehmen, unabhängig ihrer Beschäftigtenzahl,) müssen die psychischen Gefährdungen am Arbeitsplatz berücksichtigen, ermitteln, beurteilen und ggf. passende Maßnahmen einleiten. Eine psychische Belastung kann durch diverse Faktoren entstehen, und daher sollte die psychische Gefährdungsbeurteilung bei neuen Arbeitsumständen aktualisiert werden.

Einen festgelegten Zeitraum oder Vorgabe zur Methode gibt es gesetzlich nicht. Doch um fundierte Ergebnisse zu erzielen, ist es empfehlenswert, sich an wissenschaftlichen Gütekriterien zu halten, so kommen meistens strukturierte Interviews, Workshops oder Fragebögen zur Erfassung Verwendung. Mobiles Arbeiten, Telearbeit und die Arbeit im Home-Office zählen genau genommen ebenfalls als Arbeitsplatz und sollten auch beurteilt werden. Genauso, wie am Arbeitsplatz im Unternehmen, können Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer psychischen Belastungen im eigenen Heim ausgesetzt sein. Besonders die Ergonomie am Arbeitsplatz und die Entgrenzung der Arbeit bzw. Erreichbarkeit sind hier wichtige Themen, denen man ein Augenmerk schenken sollte. Auch die interne Kommunikation, Rollenklarheiten oder Pausenzeiten können eine besondere Rolle im Homeoffice oder bei der mobilen Arbeit sein. Aufgrund vielfältiger Unterschiede der Belastungen im Unternehmen und im Home-Office, wird empfohlen, diese neuen Arbeitsumstände in der psychischen Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen.

Auch in den Sars-Cov-2 Arbeitsschutzregeln sind Arbeitgeber dazu angehalten, die Gefährdungsbeurteilungen zu überprüfen und ggf. zu aktualisieren. Der Fokus soll dabei nicht nur auf Maßnahmen des betrieblichen Infektionsschutzes liegen, sondern auch auf die Integration der im Home-Office befindlichen Beschäftigten und deren psychischen Belastungsfaktoren.

Skalen ergeben umfassendes Bild

Existierende Konzepte für die psychische Gefährdungsbeurteilung können für die besonderen Aspekte des Home-Offices und der mobilen Arbeit ergänzt werden. Hier bietet sich die weit verbreitete Methode einer Befragung an, die um eine spezifische Home-Office- oder Mobile-Arbeit-Skala ergänzt werden kann. Nur eine Vorort-Befragung ist im Home-Office gesetzlich nicht möglich, aber durch bspw. ein digitales strukturiertes Interview ersetzbar.

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hat die verschiedenen Aspekte des Home-Office in einer Pressemeldung in den Fokus genommen. Der Leiter Sachgebiet „Büro“ der DGUV, Andreas Stephan, spricht über den Zusammenhang von Psychischer Gefährdungsbeurteilung und Mobiler Arbeit, die Unterschiede zwischen den verschiedenen Formen des Home-Office und guter Führung trotz Mobiler Arbeit.

Hier können Sie das Interview nachlesen.

Wir beim IFBG haben bereits Workshops zur Erfassung psychischer Belastungen zu Corona-Zeiten durchgeführt und digitale Befragungen durch eine Home-Office-Skala ergänzt. Auch Maßnahmen lassen sich digital umsetzen. Beispielsweise bieten wir den Home-Office-Führerschein an, der Ihre Beschäftigten für die Arbeit im Home-Office fit macht.

 

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