Handystrahlung – Gefahren und Tipps

„Die Handystrahlung ist im Preis Ihres Smartphones mit inbegriffen!“ – so oder so ähnlich könnten Handyverkäufer auch in ein Verkaufsgespräch gehen, tun sie aber nicht. Und das aus einem guten Grund: Die Strahlung, die von Handys ausgeht, ist auf Dauer nicht unerheblich.

Zwar ist die Studienlage dazu, ob Smartphones und deren Auswirkungen auf Psyche und Körper schädlich sind, widersprüchlich, aber einige Studien lassen zumindest stark vermuten, dass der von Handys ausgehende Elektrosmog auf Dauer nicht gesundheitsförderlich ist. Aufgrund dieses noch wagen Wissens ist es wohl besser, mit seinem Handy und dessen potentiellen Gefahren bewusst umzugehen. 

Doch was versteht man überhaupt unter Handystrahlung?

Hinter der Strahlung verbergen sich elektromagnetische Wellen, die von den Antennen der Mobilfunkstationen ausgehen. Diese Schwingungen ermöglichen es uns beispielsweise, das Bild der besten Freundin vor der London Bridge per WhatsApp auf unserem Handy zu erhalten.

Ob bzw. wie schädlich dieser Elektrosmog tatsächlich ist, lässt schon der SAR-Wert (spezifische Absorptionsrate) eines Handys erahnen. Er misst den Einfluss von elektromagnetischen Feldern auf biologisches Gewebe. Das bedeutet wie viel Sendeleistung der Körper pro Masse (in kg) aufnehmen kann. Je geringer der SAR-Wert, desto geringer wird das Gewebe durch die Strahlung erwärmt und desto geringer ist auch die Gefahr körperlicher Folgen. Wie stark die Strahlung ist, hängt neben dem SAR-Wert aber auch davon ab, wie gut das Netz ausgebaut ist und wo man sich aufhält (z. B. steigt in Autos die benötigte Sendeleistung, weil die Schwingungen durch die Karosserie hindurchdringen müssen). Werte bis maximal 2 Watt pro Kilogramm halten Experten aktuell für unbedenklich. Hier könnt Ihr nachschauen, welchen SAR-Wert Euer Smartphone hat. 

Auch wenn die wirkliche Gefahr des Elektrosmogs noch umstritten ist, vermuten manche Wissenschaftler, dass sich die elektromagnetischen Wellen schädlich auf das Gehirn auswirken können. Zudem können sie menschliche Zellen schädigen und somit vielseitige Krankheitsbilder wie auch bösartige Tumore begünstigen.

Folgende Tipps könnt Ihr ganz einfach umsetzen, um die Strahlenbelastung einzuschränken bzw. zu vermeiden:
  • Wahl des Handymodells: Informiert Euch beim Kauf eines neuen Smartphones über dessen SAR-Wert und wählt, wenn möglich, das Modell mit dem niedrigsten Wert. Denn ein niedriger Wert steht für eine niedrige Strahlung und somit auch für wenige potentielle Gesundheitsschäden. 
  • Handy erst bei bestehender Verbindung ans Ohr halten: Denn beim Verbindungsaufbau sucht Euer Handy ganz besonders nach einem Empfang vom nächstgelegenen Funkmast, weshalb sich die Strahlung dann stark erhöht. Haltet Euer Handy deshalb erst ans Ohr, wenn es beim Empfänger schon klingelt. 
  • Headset/Freisprechanlage nutzen: Damit baut Ihr einen Puffer zwischen Eurem Ohr und der Strahlung auf. Zudem wird das Handy während der Benutzung oft warm. Auch vor diesem Effekt könnt Ihr Euch durch ein Headset oder eine Freisprechanlage schützen. 
  • Fernab vom Körper: Tragt Euer Handy, wenn möglich, nicht direkt am Körper. Denn auch, wenn Ihr es nicht aktiv zum „WhatsAppen“ oder Telefonieren nutzt, geht eine Strahlung davon aus. Das gilt ebenso für die Nacht: Falls Ihr das Handy als Wecker nutzt und es deshalb auf Euren Nachttisch legt, oder Ihr es einfach gerne griffbereit habt, dann schaltet es am besten in den Flugmodus. 
  • Vorsicht! Mythos Elektrosmog-Schutzhüllen: Es gibt Schutzhüllen, die die Strahlenbelastung der Handys reduzieren soll. Jedoch reduzieren sie die Strahlung nicht, sondern bewirken das Gegenteil. Da der Verbindungsaufbau zwischen Mobilfunknetz und Smartphone durch die Hülle erschwert wird, erhöht das Smartphone so lange seine Leistung – und das heißt auch seine Strahlung (!) – bis ein guter Empfang besteht. 

Auch wenn wir uns nicht komplett den Strahlungen aus der Umgebung, die von Handy, WLAN-Router und Co. ausgehen, entziehen können, sollten wir uns zumindest da schützen, wo es möglich ist. Das bedeutet gleichzeitig eine bewusste Gestaltung unseres Umgangs mit digitalen Geräten, vor allem mit dem immer präsenten Smartphone. 

Quellen: https://www.elektrosmog.com/handystrahlunghttps://www.focus.de/digital/handy/tid-30919/die-strahlenschutzluege-huellen-und-folien-gegen-handy-strahlung-nutzlos_aid_976615.htmlhttps://t3n.de/news/strahlung-smartphones-mit-den-hoechsten-werten-1143617/https://www.quarks.de/gesundheit/handystrahlung-wie-gefaehrlich-ist-das-neue-mobilfunknetz-5g/

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