Zucker und seine Tücken

Greift Ihr zwischendurch gerne zu Schokolade oder nehmt einen Schluck Cola zu Euch? Keine Sorge, damit seid Ihr keine Ausnahme. Ganz im Gegenteil – die meisten Menschen konsumieren täglich zu viel Zucker. Die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt nämlich gerade einmal bei 25 g Zucker pro Tag. Das entspricht in etwa einer Menge von sechs Teelöffeln.

Dabei ist Zucker nicht gleich Zucker. Insgesamt werden drei große Zuckerarten unterschieden: Der Gesamtzucker umfasst alle Mono- und Disaccharide in der Nahrung (unabhängig von deren Quelle). Zugesetzte Zucker sind solche, die bei der Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln hinzugefügt oder als zugesetzte Zucker verpackt werden, wie zum Beispiel Glucose. Freie Zucker umfassen Monosaccharide (Glucose, Fructose, Galactose) und Disaccharide (Saccharose, Lactose, Maltose, Trehalose), die den Lebensmitteln zugesetzt werden sowie natürlich vorkommende Zucker (wie z. B. in Honig oder Fruchtsäften). Darüber hinaus gibt es neben dem bekannten Haushaltszucker über 70 Süßungsmittel mit verschiedenen Namen und Inhaltsstoffen, wie beispielsweise „Dextrose“ oder „Gerstenmalzextrakt“.

Als „gesunder“ Zucker wird der Zucker bezeichnet, der in naturbelassenen Lebensmitteln, wie u. a. in Früchten, Nüssen oder Gemüse vorkommt. Alle anderen Zuckerarten, die industriell verarbeitet oder in isolierter Form verzehrt werden, sind (bei dauerhaft zu hohem Konsum) gesundheitsschädlich. Doch auch von diesem "gesunden" Zucker sollte nicht zu viel konsumiert werden. Immerhin enthalten 100 g Banane bereits 17 g Zucker.

Aber wie wirkt Zucker, was stellt er in unserem Körper eigentlich an und warum ist zu viel Zucker schädlich?

Stellt Euch vor, Ihr sitzt an einem Sonntagnachmittag mit Eurer Familie zusammen und esst ein Stück Kuchen. Der im Kuchen enthaltene Zucker gelangt bereits wenige Minuten nach dem Verzehr in die Blutbahnen Eures Körpers. Dort löst er die Produktion von Insulin aus. Insulin ist ein Hormon der Bauchspeicheldrüse, das den Zucker aus der Nahrung wieder aus dem Blut entfernen und ihn an sämtliche Körperzellen und Organe verteilen soll, damit diese daraus ihre Energie gewinnen.

Wenn Ihr jeden Sonntag, neben dem ohnehin schon im Alltag aufgenommenem Zucker, fünf Stücke Kuchen konsumieren würdet, wäre das gesundheitsschädlich, da ein dauerhaft zu hoher Zuckerkonsum einen chronisch erhöhten Insulinspiegel auslösen kann. Dieser wirkt im Körper entzündungsfördernd und fördert somit die Entstehung von vielen Krankheiten, wie z. B. Gefäßschädigungen, Diabetes, Karies, Herz-Kreislauferkrankungen oder Übergewicht. Vor allem bei zuckerhaltigen Getränke, wie Nektaren oder Limonaden, ist besondere Vorsicht geboten. Da diese keinen Sättigungseffekt haben, läuft man schnell Gefahr, zu viel davon zu konsumieren, was insgesamt wiederum eine zu hohe Energiezufuhr nach sich zieht. Zuckerkonsum führt in vielen Fällen außerdem zu Müdigkeit, Magen- und Darmproblemen, Nervosität, Schlafstörungen und Konzentrationsschwäche.

Doch damit noch nicht genug. Neben dem Fakt, dass ein hoher Zuckerkonsum ungesund ist, ist eine zuckerhaltige Ernährung auch ein Teufelskreis: Sie führt unserem Körper nicht nur die Nährstoffe nicht zu, die er braucht, sondern sättigt uns nicht einmal. Das führt oft zu Heißhungerattacken, die man dann am liebsten wieder mit einem Snickers oder Balisto stillen möchte. Solche Heißhungerattacken und ständiger Appetit sind Zeichen des Körpers, dass er sich nach Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen sehnt – eben nach all dem, was Weißbrot, Nutella und Cola nicht liefern.

Eine zuckerarme Ernährung ist gesundheitsfördernd, so viel ist offensichtlich. Die Lebensmittelindustrie macht es uns allerdings gar nicht so leicht, unseren Zuckerkonsum einzuschränken. Denn selbst in Produkten, die gesund erscheinen, verstecken sich unerwartet hohe Zuckermengen. Wir haben Euch eine Auswahl an scheinbar gesunden Lebensmitteln zusammengestellt, die in Wirklichkeit reine Zuckerfallen sind:

  • 100 g Ketchup = 23 g Zucker
  • 100 g Fruchtjoghurt = 13 g Zucker
  • 100 g Fruchtbuttermilch/Joghurtdrinks = 13 g Zucker
  • 100 g fertiges Salatdressing = 8 g Zucker
  • 100 g Cappuccino Pulver = 60 g Zucker
  • 100 g Gewürzgurken = 7 g Zucker

Auch von Produktaufschriften wie „30% weniger Zucker“ oder „ohne Zuckerzusatz“ lässt man sich beim Einkaufen oftmals verleiten. In diesen vermeintlich zuckerärmeren Produkten werden jedoch Fruchtsaft- oder Zuckerkonzentrate genutzt, die im Endeffekt einen genauso hohen Zuckergehalt haben, nur eben in anderer Form. Außerdem erleichtern "leichte" Lebensmittel höchstens das Gewissen, meist greift man hierbei unbedacht zu und isst mehr davon.

Unsere Empfehlung: Nehmt Euch beim Einkaufen Zeit und prüft und vergleicht die Nährstoff- und Zuckerangaben auf den verschiedenen Lebensmitteln. Meist werdet Ihr feststellen, dass eben doch gar nicht so wenig Zucker in den Produkten drin ist, wie die Verpackung auf den ersten Blick verspricht. 

Falls Ihr noch mehr über das Thema Zucker und seine Auswirkungen auf den Körper und die Psyche lesen möchtet, findet Ihr hier weitere Informationen.

Quellen: https://bit.ly/2FZD5jp, https://bit.ly/2YUukQp​​​​​​​, https://bit.ly/2JCd0Mu​​​​​​​, https://bit.ly/2Id1uX6​​​​​​​, https://bit.ly/2spdeLm​​​​​​​ 

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