#whatsnext2020-Ergebnisse XIV: Häufig herrscht noch Unsicherheit beim BGM-Thema Schlaf

Dr. Mark Hübers

Dr. Mark Hübers

Lead
Team Analysen
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Gut ein Drittel unseres Lebens verbringen wir im schlafenden Zustand. Gesunder Schlaf ist für unser Wohlbefinden und unsere Leistungsfähigkeit ganz entscheidend. Jedoch klagen rund ein Drittel der Menschen in Deutschland über Schlafprobleme. Zudem schläft laut TK-Schlafstudie ein Viertel der Deutschen lediglich 5 Stunden oder weniger pro Tag.

Erfreulicherweise scheint sich bei den Organisationen ein Wandel der Bedeutung dieses Themas in den letzten drei Jahren vollzogen zu haben. Während lediglich 9.5 % der Organisationen im Rahmen der whatsnext-Studie 2017 angaben, über Angebote im Bereich Schlaf und Erholung zu verfügen, sind es nun 22.3 %. Das können wir aus der #whatsnext2020 lesen, deren 14. Kapitel sich um die Befragungsergebnisse des BGM- Themas „Schlaf und Erholung“ dreht.

Unter anderem haben wir gefragt: Werden bzw. wurden Angebote oder Maßnahmen zum Thema Schlaf und Erholung in Ihrem Unternehmen ein- bzw. durchgeführt?
Wie bereits erwähnt, geben 22.3 % der Organisationen an, dass sie schlafbezogene Angebote durchführen. Weitere 7.3 % berichten davon, dies künftig tun zu wollen. Demgegenüber stehen 64.7 %, die nach eigenen Angaben weder Angebote in diesem Bereich durchführen noch planen. Besondere Auffälligkeiten: Organisationen aus dem Westen Deutschlands (23.5 %) geben signifikant häufiger an, schlafbezogene Maßnahmen anzubieten, als Organisationen aus dem Osten (14.7 %)(Χ²(1) = 6.15, p<.05).

„Jedoch klagen rund ein Drittel der Menschen in Deutschland über Schlafprobleme. “

Vorträge immer noch am beliebtesten

Außerdem haben wir gefragt, welche der folgenden Angebote bzw. Maßnahmen zum Thema Schlaf und Erholung bisher in den Unternehmen ein- bzw. durchgeführt wurden.
Vorträge sind die deutlich häufigste Maßnahme. 62.8 % der im Bereich Schlaf und Erholung bereits aktiven Organisationen setzen diesen eher klassischen Weg der Sensibilisierung um. Etwas weniger verbreitet sind das Verteilen von Informationsmaterialien (43.1 %) und Workshops (39.4 %). Ein gutes Viertel der Organisationen (25.7 %) gibt an, mit ausgewiesenen Ruhezonen auch auf baulicher Ebene das Thema erschlossen zu haben – was jedoch nur in deutlich geringerem Maße auch für Schlafräume gilt (7.8 %). Besondere Auffälligkeiten: Was die Angaben zur Umsetzung der einzelnen Maßnahmen angeht, findet sich ein weitestgehend homogenes Bild in den analysierten Gruppen. Lediglich zwischen Wirtschaftsunternehmen und Öffentlichen Einrichtungen zeigt sich ein signifikanter Unterschied (Χ²(1) = 3.99, p<.05) bezüglich des Angebots an Schlafvorträgen. Diese finden in Öffentlichen Einrichtungen (74.5 %) häufiger statt als in Wirtschaftsunternehmen (59.0 %).

Organisationen im Osten Deutschlands planen eher Workshops

Des Weiteren wollten wir wissen: Welche der folgenden Angebote bzw. Maßnahmen zum Thema Schlaf und Erholung planen Sie in Ihrem Unternehmen umzusetzen?
71 Organisationen, die bislang keine schlafbezogenen Maßnahmen umsetzen, haben Angaben dazu gemacht, welche Maßnahmen sie im Bereich Schlaf und Erholung planen. Die Rangfolge und die Häufigkeiten der angedachten Angebote entsprechen weitestgehend den Angaben der umgesetzten Angebote. Am häufigsten geplant sind Vorträge (62.0 %), gefolgt von Workshops (40.8 %) und der Bereitstellung von Informationsmaterialien (35.2 %). Besondere Auffälligkeiten: Bei der Planung von Workshops zeigen sich regionale Unterschiede. Organisationen aus den östlichen Bundesländern geben signifikant häufiger an, diese zu planen (88.9 %), als Organisationen aus dem Westen (33.9 %) (Χ²(1) = 9.85, p<.01).

 

„Die Offenheit der Geschäftsführenden für das Thema Schlaf und Erholung und der Bedeutungszuwachs sind erfreulich. Jetzt geht es darum, noch innovativere Angebote wie browserbasierte 3D-Touren oder objektive Tests zur Chronotypbestimmung zu etablieren.“
Dr. Fabian Krapf (IFBG)

 

Außerdem wurde gefragt: Was braucht es, damit Sie Angebote bzw. Maßnahmen zum Thema Schlaf und Erholung in Ihrem Unternehmen umsetzen?
Vielen Organisationen zufolge scheitert die Umsetzung von Maßnahmen im Bereich Schlaf und Erholung daran, dass der Bedarf des Themas in den Organisationen bislang noch nicht hoch genug ist. Zudem wünschen sich einige Organisationen mehr Informationen über den Nutzen (44.1 %) und mehr Wissen zur Umsetzung (42.3 %).

„Die Offenheit der Geschäftsführenden für das Thema Schlaf und Erholung und der Bedeutungszuwachs sind erfreulich. Jetzt geht es darum, noch innovativere Angebote wie browserbasierte 3D-Touren oder objektive Tests zur Chronotypbestimmung zu etablieren. “

Personal- und Gesundheitsverantwortliche sind sich einig

Besondere Auffälligkeiten: Bemerkenswert ist die unterschiedliche Wahrnehmung bezüglich der Gelingensfaktoren je nach Funktion der Befragten. Besonders auffällig sind zum einen die recht ähnlichen Ansichten von Personalverantwortlichen und Gesundheitsverantwortlichen. Zum anderen die konsequent davon deutlich nach unten abweichende Bewertung der Geschäftsführenden. Als Beispiel sei die höhere Motivation der Belegschaft genannt, die es aus Sicht von 22.8 % der Personalverantwortlichen und 22.2 % der Gesundheitsverantwortlichen braucht, um künftig schlafbezogene Maßnahmen umzusetzen. Die Geschäftsführenden erachten diesen Aspekt interessanterweise nicht als wesentlich (2.2 %) (Χ²(3)=14.74, p<.01).

Spannende Erkenntnis aus dem BGM Beschäftigtenbarometer (N=8876): 59.9 % der Beschäftigten verspüren zumindest manchmal das Bedürfnis nach einem Mittagsschlaf – rund ein Viertel (23.4 %) sogar regelmäßig.

Als Key-Message lässt sich festhalten, dass der Anteil der Organisationen, die Maßnahmen zum Thema Schlaf und Erholung anbieten, hat sich seit der whatsnext-Studie 2017 deutlich erhöht. 22.3 % haben nun entsprechende Angebote und greifen dabei v. a. auf Vorträge zurück. 61.3 % derjenigen, die noch keine Maßnahmen umsetzen, schätzen den Bedarf des Themas als (noch) nicht hoch genug ein.

 

Hier können Sie sich das ganze Kapitel zum Thema „Schlaf und Erholung“ inklusive aller Grafiken des Studienbandes #whatsnext2020 herunterladen.

Sie hätten gerne noch weiterführende Informationen zu unserer Studie #whatsnext2020 in Kooperation mit Haufe und der Techniker Krankenkasse? Mehr erfahren Sie in unserem Newsletter.

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