Richtig atmen
Startseite • Richtig atmen
Für mehr Entspannung im Alltag
Der Atem – von unserem vegetativen Nervensystem gesteuert und von uns oft zu wenig bewusst wahrgenommen. Im Alltag atmen wir Menschen zehn bis zwanzig Mal pro Minute selbstverständlich ein und aus. Dadurch nehmen wir Sauerstoff auf, der wiederum lebensnotwendige Organe versorgt. Durch richtiges Atmen könnten wir jedoch die vierfache Menge an Sauerstoff aufnehmen und so energiegeladener durch unseren Alltag gehen.
Doch was ist richtiges Atmen, wieso ist es so wichtig und wie kann es trainiert und in den Alltag integriert werden?
Die verschiedenen Formen des Atmens
Unser Atem kann in verschiedene Atmungsformen unterschieden werden. Eine davon ist die Brust- und Schulteratmung. Hierbei atmen wir kurz und flach. Dadurch wird nur das halbe Lungenvolumen genutzt und somit nur halb so viel Sauerstoff durch die Lungenflügel aufgenommen, wie eigentlich möglich. Bei tiefer Atmung kann unser Körper bis zu vier Liter Luft aufnehmen. Bei einer flachen Atmung ist es mindestens ein halber Liter. Atmen wir langfristig nur in unseren Brust- und Schulterbereich, können Bluthochdruck, Müdigkeit, Kopfschmerzen und Konzentrationsmängel die Folgen sein. Ein Grund dafür kann die unzureichende Sauerstoffversorgung des Körpers sein.
Die Bauch- und Zwerchfellatmung oder auch „Vollatmung“ oder „Richtiges Atmen“ genannt, ist die Atmung, mit der die optimale Menge an Sauerstoff aufgenommen werden kann. Der ganze Brust- und Bauchbereich wird hierbei genutzt und somit das ganze Lungenvolumen ausgeschöpft. Beim Einatmen schiebt sich das Zwerchfell in den Bauchraum, weshalb sich unser Bauch nach außen wölbt. So nimmt der Körper am meisten lebensnotwendigen Sauerstoff auf und kann bei der Ausatmung wiederum vermehrt schädliches Kohlendioxid abtransportieren. So wirkt diese Atmung gegen Müdigkeit, Kopfschmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten.
Warum ist richtiges Atmen wichtig?
Bei stressigen Situationen oder Überforderung atmen wir oft kürzer und flacher. Uns bleibt wortwörtlich die Luft weg. Dabei ist bewusstes Luftholen eine gute Möglichkeit, Stress abzubauen und neue Energie für herausfordernde Situationen zu tanken. Studien belegen, dass sich ein entschleunigter tiefer Atem positiv auf den Blutdruck auswirkt, denn unsere Atmung hängt eng mit der Herzfunktion zusammen. Ebenfalls sinkt das Stressempfinden. Auch bei Patientinnen und Patienten mit Migräne oder Lungenerkrankungen, wie Asthma, werden Atemübungen zu einer Verbesserung der Atemqualität eingesetzt. Ein regelmäßiges Atemtraining stimuliert zudem die inneren Organe, verbessert die Durchblutung und den Zellstoffwechsel und stärkt das Immunsystem.
Wie kann richtiges Atmen in den Alltag integriert werden?
Unser Alltag ist meist vollgepackt mit den verschiedensten Aufgaben. Viel Zeit für komplizierte Übungen bleibt da oft nicht. Doch bereits kleine Verhaltensänderungen können dazu beitragen, die Atemqualität zu verbessern. Hier einige Tipps, mit denen richtiges Atmen im Alltag gefördert werden kann.
- Achte auf Deine Körperhaltung: Sitze aufrecht. Sitzt Du gekrümmt, kannst Du nicht richtig in den Bauch atmen.
- Trage bequeme Kleidung und keine Hosen, die Dich zu sehr einschnüren.
- Lüfte regelmäßig und bewege Dich viel an der frischen Luft.
- Zähle Deine Atemzüge, wann immer Du Zeit hast. Integriere das bewusste Atmen in unterschiedliche Alltagssituationen, wie zum Beispiel das Kochen.
- Sport hilft. Kraftsport stärkt die Bauchmuskulatur und Ausdauersport die Atmung. Du kannst also auch hier etwas für eine bessere Atemqualität tun.
- Versuche bewusst Deine Ein- und Ausatmung wahrzunehmen. Das bringt Dich aus Deinem Kopf in Deinen Körper und löst Entspannungsprozesse aus.
Fazit
Auch wenn es noch keine genauen Folge- und Langzeitstudien zu „Richtigem Atmen“ gibt, zeigen erste Forschungsergebnisse, dass die richtige Atmung nicht nur dazu beitragen kann, dass Du Dich in Deinem Alltag gelassener fühlst, sondern sie wirkt sich ebenfalls positiv auf Dein Herz-Kreislauf-System und Deine Organe aus.
Richtiges Atmen kann trainiert werden und kleine bewusste Atempausen können schnell und flexibel in Deinen Alltag integrieren werden, um Deine Atemqualität zu verbessern.


