Das kleine „Powervitamin“ D

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Nadine Heiker

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„Schau, dass du genug Obst und Gemüse isst, da sind viele Vitamine drin!“ – wer hat diesen Satz noch nicht von Mama oder Papa gehört? Recht haben sie. Die Aufnahme von Vitaminen gelingt uns hauptsächlich durch Lebensmittel. Vitamin C ist wohl den meisten bekannt und lässt sich beispielsweise in Grünkohl, Petersilie oder in Zitrusfrüchten finden. Unter anderem unterstützt es das Immunsystem, ist wichtig für die Aufnahme von Eisen und trägt zur Wundheilung bei. So wie das Vitamin C, hat jedes der 13 Vitamine seine Aufgaben. A, D, E und K sind fettlösliche Vitamine, das bedeutet, dass diese in Kombination mit einem Fett (z. B. Öl) besser aufgenommen und gespeichert werden können als wasserlösliche Vitamine. Diese können im Vergleich zu fettlöslichen Vitaminen nicht so gut gespeichert werden.

Jedoch tanzt eines der Vitamine etwas aus der Reihe – das kleine „Sonnenvitamin“ D.
Anders als bei den anderen Vitaminen, ist Vitamin D das einzige Vitamin, das unser Körper – mit Hilfe der Einstrahlung von Sonnenlicht auf unserer Haut – selbst herstellen und speichern kann. Die wohl bekannteste Aufgabe von Vitamin D ist die Beteiligung am Knochenstoffwechsel durch die Regulation des Kalzium- und Phosphatstoffwechsels.

Vitamin D ist enorm vielseitig

Doch die Tatsache, dass fast jede einzelne Zelle unseres Körpers einen Vitamin D-Rezeptor besitzt, lässt vermuten, dass die Sonnenpower noch mehr zu bieten hat. Und so ist es auch. Das kleine Powervitamin D trägt nicht nur zum Knochenstoffwechsel bei, sondern hat noch in vielen weiteren Bereichen die Finger im Spiel. Bspw. steuert es die Kalzium- und Phosphataufnahme aus der Nahrung. Außerdem hat es einen Einfluss auf das Zellwachstum und Differenzierung, wodurch Vitamin D beispielsweise auch bei Haut- und Haarproblemen (z. B. Schuppenflechte) helfen kann. Ebenfalls kann es, durch die Hemmung der schnellen Zellteilung verschiedener Tumorzellen, einen positiven Einfluss auf Krebspatient/-innen haben.

Selbst für unser Immunsystem spielt Vitamin D eine große Rolle. Es hemmt nicht nur die für die Zellteilung entzündlichen Immunzellen, sondern fördert gleichzeitig auch die Produktion von Abwehrzellen und hilft somit dem Immunsystem, stärker gegen mögliche Krankheitserreger zu sein, was uns besonders in der kalten Jahreszeit sehr behilflich sein kann. Zudem senkt es den Blutdruck und reduziert das Diabetesrisiko von Typ I und II und hat ebenfalls bei Atemwegs- und Autoimmunerkrankungen eine helfende Wirkung.

Tipps zur Wirkung des „Powervitamins“

Doch nicht nur unser Körper, auch unsere Psyche wird von Vitamin D beeinflusst. Besonders in der dunklen Jahreszeit sind wir oft träge, müde, lustlos und schlapp. Auch das kann mit einem Mangel an Vitamin D zusammenhängen. Das kleine Powervitamin D hat als noch einige Asse im Ärmel. Was also tun, wenn der graue Schleier der Winterzeit uns die Sonnenstunden kürzt? Wir haben 6 Alltags-Hacks für Sie zusammengestellt, wie Sie Ihre Vitamin D-Tanks aufladen können:

  1. Jede Möglichkeit nutzen.
    Wenn Sie sehen, dass die Sonne scheint und Sie gerade Zeit haben, ab nach draußen!
  2. Der Weg ist das Ziel.
    Scheuen Sie sich nicht vor dem Weg zum Glascontainer, Sie können unterwegs gleich noch etwas Vitamin D sammeln.
  3. Vitamin D-haltige Lebensmittel zu sich nehmen.
    Fetthaltiger Fisch, wie Lachs, Hering und Makrele verfügen ebenfalls über einen kleinen Teil an Vitamin D.
  4. Mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen.
    Gehen Sie kurze Strecken zu Fuß oder fahren Sie mit dem Fahrrad. Kleinere Einkäufe, der Weg zur Arbeit oder der Weg zum Kindergarten sind optimale Möglichkeiten, um etwas Vitamin D aufzunehmen. Gleichzeitig bewegen Sie sich an der frischen Luft und tun Ihrem Körper etwas Gutes.
  5. Telefonate mal anders.
    Verbinden Sie Ihre Telefonate mit einem kleinen Sonnenbad (Achtung: Sonnenschutz nicht vergessen!) oder vielleicht sogar mit einem kleinen Spaziergang.
  6. Lassen Sie die Sonne rein.
    Wenn Sie sehen, dass die Sonne auf Ihrem Schreibtisch „Hallo“ sagt, dann öffnen Sie doch kurz das Fenster und lassen sich einige Minuten die Sonne ins Gesicht scheinen. Diese wärmt nach 7 Tagen grauer Himmel nicht nur das Gesicht, sondern auch das Herz.

Wir wünschen Ihnen sonnige Arbeitstage.


Quellen:

BfR. (2014). Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin D. Gemeinsame FAQ des Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) und des Max Rubner-Instituts.

ndr. (28. Januar 2022). Vitamin-D-Mangel im Winter: Was hilft dagegen? Online verfügbar unter: ndr.de: https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Vitamin-D-Mangel-im-Winter-Wie-kann-man-ihm-vorbeugen-,vitamindmangel106.html abgerufen

RKI. (25. Januar 2019). Was ist Vitamin D und welche Funktionen hat es im Körper? Von Robert Koch Institut. Online verfügbar unter: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Vitamin_D/FAQ01.html#:~:text=Die%20bekannteste%20Funktion%20von%20Vitamin,Schl%C3%BCsselrolle%20bei%20der%20Knochenmineralisierung%20ein. abgerufen

Prof. Dr. med. Jörg Spitz (23. August 2020). Vitamin D und das Immunsystem (Akademie für
menschliche Medizin)

Dr. med. Herbert Renz-Polster (29. April 2020). Vitamine: ein Überblick (Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler) Online verfügbar unter:

https://www.apotheken.de/krankheiten/hintergrundwissen/4883-vitamine-ein-ueberblick