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10
September 2020

#whatsnext2020-Ergebnisse II: BGM in Krisenzeiten wichtiger denn je

BGM in Krisenzeiten

1.192 Organisationen haben an unserer Studie #whatsnext2020 teilgenommen. Frage war, welche Herausforderungen die digitale Arbeitswelt für die Gesundheit von Unternehmen und Beschäftigten mit sich bringt. 

BGM in Krisenzeiten – dieses Thema ist aktueller denn je. Denn Wirtschaftsexperten gehen von einem Konjunktureinbruch im Jahr 2020 in Deutschland aus. Als Grund wird die Coronakrise und deren Folgen genannt. Doch wie entwickeln sich die BGM-Budgets in wirtschaftlichen Krisenzeiten? Und hat das BGM bzw. die BGF in solchen Zeiten eine höhere oder weniger hohe Bedeutung? Wir haben die Organisationen hierzu befragt. 

Ergebnisse zeigen Optimismus auf

Der Großteil der Organisationen (81.3 %) schätzt die Rolle des BGM in wirtschaftlichen Krisenzeiten wichtiger denn je ein – oder zumindest gleichbleibend wichtig. Bei den Geschäftsführenden sind es sogar 85.5 %. Und auch was die Entwicklung der finanziellen Ressourcen in Krisenzeiten angeht, sind Geschäftsführende eher optimistisch als pessimistisch.  

Fragen nach den Entwicklungen und der Rolle des BGM in Krisenzeiten

Insgesamt sollten die Organisationen zu diesem Themenblock zwei Fragen beantworten.

1. Wie bewerten Sie die Rolle des BGM/der BGF in wirtschaftlichen Krisenzeiten Ihres Unternehmens?

Der Großteil der Organisationen (81.3 %) sieht die Rolle des BGM in wirtschaftlichen Krisenzeiten als wichtiger denn je an – oder zumindest als gleichbleibend wichtig. Dies ist für alle Fürsprecher des BGM erst einmal eine erfreuliche Nachricht. Denn es verdeutlicht den Stellenwert, den das Thema Gesundheit heutzutage in den Organisationen genießt. Dies könnte auf die jahrzehntelange Überzeugungs- und Forschungsarbeit von Politik, Wissenschaft, Sozialversicherungsträgern und Dienstleistungsunternehmen zurückzuführen sein.

Interessant ist, dass Geschäftsführende (38.2 %) die Rolle des BGM in wirtschaftlichen Krisenzeiten sogar als geringfügig bedeutsamer erachten als Gesundheitsverantwortliche (36.0 %) oder Personalverantwortliche (31.4 %). Allerdings ist dieser Unterschied nicht statistisch bedeutsam. Dennoch überrascht dieses Ergebnis, da in der Vergangenheit doch häufig bemängelt wurde, dass das obere Management – vor allem in Wirtschaftsunternehmen – den Nutzen des BGM nicht ausreichend erkennen würde. Dem scheint nicht so zu sein.  

Noch eine Auffälligkeit, die allerdings weniger überraschend ist: Organisationen, die bereits ein ganzheitliches BGM etabliert haben (38.6 %), schätzen die Rolle des BGM in wirtschaftlichen Krisenzeiten höher ein als Organisationen, die bislang nur vereinzelte BGF-Maßnahmen umsetzen bzw. ein BGM im Aufbau haben
(33.6 %) (Χ²(3)=12.82, p<.01).

2. Wie würden sich Ihrer Ansicht nach die finanziellen Ressourcen für BGM/BGF in wirtschaftlichen Krisenzeiten Ihres Unternehmens entwickeln?

Die vorherigen Ergebnisse verdeutlichen, dass BGM von vielen Organisationen als bedeutsamer Faktor in wirtschaftlichen Krisenzeiten angesehen wird. Doch es bleibt natürlich die Frage: Wie verhält sich das obere Management im Krisenfall tatsächlich? Werden finanzielle Mittel für BGM/BGF reduziert? Die Vermutung liegt nahe, dass in wirtschaftlich schwierigen Zeiten beim Thema Gesundheit gespart wird.

Diese Einschätzung wird von fast der Hälfte der Organisationen geteilt. 43.6 % glauben, dass sich die finanziellen Ressourcen für BGM/BGF in wirtschaftlichen Krisenzeiten reduzieren werden. Dies bedeutet aber auch, dass 48.2 % nicht so pessimistisch sind und an gleichbleibende oder gar höhere Budgets glauben.

Signifikant mehr Personalverantwortliche (16.9 %) als Gesundheitsverantwortliche (9.9 %) gehen davon aus, dass sich die finanziellen Ressourcen in Krisenzeiten erhöhen werden (Χ²(9)=22.62, p<.01). Ob diese geringe Zuversicht seitens derjenigen, die tagtäglich mit dem Thema BGM zu tun haben, mit ihren bislang gemachten Erfahrungen in der betrieblichen Praxis zusammenhängt, kann nur gemutmaßt werden. Interessant: Selbst die Geschäftsführenden, die ja die Budgets verantworten, sind hier weniger pessimistisch (14.5 %).

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„Nachhaltige Strukturen für das Betriebliche Gesundheitsmanagement und eine entsprechende Unternehmenskultur sind Grundpfeiler, die Organisationen gerade in wirtschaftlichen Krisenzeiten Stabilität geben.“
Dr. Jens Baas (TK)

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Ähnlich wie bei der Frage zur Rolle des BGM in wirtschaftlichen Krisenzeiten bewerten diejenigen Organisationen, die bereits ein ganzheitliches BGM etabliert haben, die Entwicklung der finanziellen Ressourcen für BGM/BGF in solchen Zeiten positiver. Von einer Reduktion der BGM-Budgets gehen nur 36.9 % jener Organisationen aus. Bei den Organisationen, bei denen bisher nur BGF-Maßnahmen umgesetzt werden oder sich ein BGM im Aufbau befindet, sind es 46.1 %. Dieser Unterschied ist statistisch bedeutsam (Χ²(3)=19.22, p<.001).

Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass das Thema Gesundheit in Organisationen mit etabliertem BGM bereits so stark in den Unternehmensstrukturen verankert ist, dass eine Reduktion der Budgets nicht so einfach zu realisieren ist.

Interessante Zusammenhänge werden sichtbar

Wenn man sich die beiden Fragen dieses Themenblocks statistisch genauer ansieht, dann lässt sich auch ein starker Zusammenhang erkennen. 68.2 % der Organisationen, die von einer Erhöhung der finanziellen Ressourcen für BGM/BGF in wirtschaftlichen Krisenzeiten ausgehen, erachten die Rolle des BGM in diesen Zeiten auch als wichtiger denn je (Χ²(3)=91.04, p<.001). Und auch in der Gruppe der Geschäftsführenden besteht dieser Zusammenhang und ist signifikant (Χ²(3)=15.72, p<.01).

Hier können Sie sich das ganze Kapitel zum Thema „BGM in Krisenzeiten“ inklusive aller Grafiken des Studienbandes #whatsnext2020 herunterladen.

Sie hätten gerne noch weiterführende Informationen zu unserer Studie #whatsnext2020 in Kooperation mit Haufe und der Techniker Krankenkasse? Mehr erfahren Sie in unserem Newsletter.

Tags: #whatsnext2020, BGM, Betriebliches Gesundheitsmanagement, Studien