Startseite • BGF-Maßnahmen • Mentale Gesundheit und Produktivität • Frauengesundheit im Job: Ein unterschätzter Erfolgsfaktor
Frauengesundheit im Job:
Ein unterschätzter Erfolgsfaktor
„Deutschland ist bei Frauengesundheit ein Entwicklungsland.“ – Mit dieser Aussage hat die Bundesforschungsministerin Dorothee Bär für Aufsehen gesorgt – und damit einen Nerv getroffen. Denn obwohl Frauen mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen ausmachen, orientieren sich medizinische Forschung, Prävention und Arbeitswelt lange Zeit überwiegend an männlichen Normwerten. Weibliche Lebensphasen wie Schwangerschaft, Zyklus oder Wechseljahre werden bis heute häufig ausgeblendet, bleiben im Arbeitsalltag unsichtbar oder werden tabuisiert, obwohl sie einen erheblichen Einfluss auf Arbeitsfähigkeit, Motivation und langfristige Gesundheit haben. Der Weltfrauentag am 08. März bzw. der Frauengesundheitsmonat im März sind ein guter Anlass, genau hier anzusetzen.
Frauengesundheit betrifft Unternehmen – nicht nur Frauen
Frauengesundheit umfasst weit mehr als gynäkologische Fragen. Sie ist ein Zusammenspiel von körperlichen, psychischen und sozialen Faktoren, das sich in unterschiedlichen Lebensphasen verändert, vom Menstruationszyklus und Krankheiten wie Endometriose über Schwangerschaft bis hin zu den Wechseljahren. Die Psychologin Emma Erhard von IFBG beschreibt die Wechseljahre als sensible Übergangsphase mit erhöhter Belastung: „Die am häufigsten vertretenen Symptome sind Hitzewallungen, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen, Inkontinenz und vaginale Beschwerden. Die Bandbreite an Symptomen ist jedoch noch um einiges größer“. Oft „treffen die Beschwerden auf berufliche Anforderungen, Care-Arbeit und die Pflege von Angehörigen, was das Stresslevel zusätzlich erhöht“, so die Psychologin. Die Erwartung permanenter Leistungsfähigkeit führt dazu, dass viele lange über ihre Grenzen hinaus funktionieren, Symptome bagatellisieren und Warnsignale ignorieren. Das Ergebnis sind steigende Stresslevel, zunehmende mentale Erschöpfung und wachsende Krankmeldungen. Frauengesundheit ist damit längst kein individuelles Thema mehr, sondern ein relevanter betrieblicher Faktor.
Wechseljahre mitten im Berufsleben – und niemand spricht darüber
Wechseljahre rücken laut Erhard aktuell besonders in den Fokus. Für viele Frauen beginnt diese Phase genau dann, wenn besonders viel Verantwortung getragen wird. Führung, Projektarbeit, Care-Arbeit, mentale Dauerpräsenz – und parallel ein Körper, der sich hormonell neu sortiert.
Eine groß angelegte Studie der University of Cambridge aus dem Jahr 2026 mit knapp 125.000 Teilnehmerinnen zeigt, dass Schlafprobleme, Ängste und kognitive Veränderungen nach der Menopause signifikant zunehmen. Gleichzeitig lassen sich auch strukturelle Veränderungen im Gehirn beobachten. Das bedeutet nicht, dass Frauen „abbauen“, sondern dass sie sich in einer Phase erhöhter Verletzlichkeit befinden. Schlafprobleme beispielsweise wirken sich unmittelbar auf Konzentration, Belastbarkeit und emotionale Stabilität aus. Viele Betroffene fühlen sich erschöpft, gereizt oder weniger leistungsfähig und funktionieren trotzdem weiter.
Diese Erfahrungen verdeutlichen ein größeres Gesamtbild: Die Menopause ist nur eines von vielen Beispielen. Frauengesundheit umfasst ebenso Zyklusbeschwerden oder Endometriose – Themen, die im Arbeitsalltag häufig ausgeblendet werden, sich jedoch spürbar auf Leistungsfähigkeit, Konzentration und Wohlbefinden auswirken.
Sie möchten das Thema Frauengesundheit
in Ihrem Unternehmen gezielt fördern?
Wenn private Symptome betriebliche Folgen haben
Was lange als persönliche Angelegenheit galt, zeigt inzwischen klare Auswirkungen auf Unternehmen: steigende Fehlzeiten, sinkende Leistungsfähigkeit, innere Kündigung. Organisationen stehen vor der Aufgabe, Gesundheit ganzheitlich mitzudenken und geschlechtersensibel zu handeln, um qualifizierte Mitarbeiterinnen langfristig zu binden.
Schon kleine Veränderungen können Großes bewirken: Flexible Arbeitszeiten, Rückzugsmöglichkeiten, sensibilisierte Führungskräfte und eine offene Gesprächskultur schaffen ein Umfeld, in dem sich Mitarbeitende verstanden und unterstützt fühlen. Entscheidend ist dabei nicht die perfekte Lösung, sondern das klare Signal: Du darfst mit diesem Thema sichtbar sein. Unternehmen können diesen Ansatz gezielt stärken, etwa durch gezielte Angebote wie das interaktive Webinar „Frauengesundheit in den Wechseljahren!“ mit der Psychologin Emma Erhard. Im Webinar erhalten Mitarbeitende fundierte Einblicke in Geschlechtsunterschiede bei verschiedenen Gesundheitsparametern und verstehen die Wechseljahre als eine Phase des Neustarts und der Neuorientierung. Darüber hinaus werden die Auswirkungen von Stress auf den Hormonhaushalt beleuchtet und praxisnahe Impulse zu Selbstregulationstechniken sowie wirksamem Stressmanagement vermittelt. So gewinnen die Teilnehmenden wertvolle Anregungen, um ihr eigenes Gesundheitsverhalten nachhaltig und bewusst zu stärken. Weitere Informationen finden Sie hier.
„Frauengesundheit ist kein ‚Extra‘. Sie ist ein zentraler Faktor moderner Unternehmenskultur und ein Schlüssel für nachhaltige Arbeitsfähigkeit. Das beginnt bei sensibilisierten Führungskräften und reicht bis zu flexiblen Arbeitsmodellen, offenen Gesprächsräumen und gezielten Angeboten im Betrieblichen Gesundheitsmanagement.“
Nehmen Sie den Weltfrauentag oder den Frauengesundheitsmonat im März zum Anlass, Ihre weiblichen Mitarbeitenden zu sensibilisieren und zu unterstützen – mit gezielten Angeboten zum Thema Frauengesundheit wie einem kompakten Workshop zu frauenspezifischen Gesundheitsthemen oder den Webinaren „Girls just wanna have health“, „Frauengesundheit & Mental Load“ oder „Frauengesundheit in den Wechseljahren“. Weitere Informationen finden Sie hier.






