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Tag der Frauengesundheit am 28. Mai: Warum Wechseljahre im Berufsleben mehr Sichtbarkeit brauchen
Schlaflose Nächte, Konzentrationsprobleme, Stimmungsschwankungen und Hitzewallungen. Viele Frauen erleben diese Symptome während der Wechseljahre oft mitten im Berufsleben. Und doch wird darüber kaum gesprochen – zu privat, zu peinlich und auf allen Seiten herrscht zu wenig Wissen.
Der Tag der Frauengesundheit am 28. Mai 2026 rückt die gesundheitlichen Herausforderungen von Frauen in den Fokus und schafft Bewusstsein für Themen, die noch immer zu wenig Beachtung finden. Dazu gehören auch die Wechseljahre – eine Lebensphase, die viele betrifft, aber gesellschaftlich und im Arbeitskontext häufig unsichtbar bleibt.
Wechseljahre gehen weit über eine private Veränderung hinaus und berühren zentrale Aspekte von Gesundheit, Leistungsfähigkeit, Identität und Arbeitsalltag. Die aktuelle Studie der University of Cambridge (2026) zeigt, dass die hormonellen Veränderungen dieser Phase nicht nur körperliche Symptome mit sich bringen, sondern auch psychische Belastungen wie Ängste und kognitive Veränderungen. Diese Effekte können die berufliche Leistungsfähigkeit, das Wohlbefinden und die Stressverarbeitung beeinflussen, besonders dann, wenn sie im Arbeitskontext unbeachtet bleiben.
Wechseljahre verstehen statt übersehen
Während Themen wie „Mental Load“ oder zyklusbedingte Beschwerden zunehmend Anerkennung finden, bleiben die Wechseljahre häufig im Schatten. Viele Frauen erleben diese Phase mit Unsicherheit, Unverständnis oder Stillschweigen. Dabei betrifft sie Millionen Frauen im Erwerbsleben und kann direkte Auswirkungen auf Energie, Konzentration und Gesundheit haben. Besonders belastend ist, dass diese Phase häufig mit hoher beruflicher Verantwortung zusammenfällt. Viele Frauen stehen mitten im Karrierehöhepunkt, während sich ihre körperlichen Ressourcen verändern. Diese Veränderungen sind keine Laune, sondern eine biologisch belegte Lebensphase, die Aufmerksamkeit, Offenheit und Anpassungsstrategien im beruflichen Alltag verdient.
Die Psychologin Emma Erhard von IFBG beschreibt die Wechseljahre in einem Interview mit der AK-Konkret als sensible Übergangsphase mit erhöhter Belastung: „Die am häufigsten vertretenen Symptome sind Hitzewallungen, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen, Inkontinenz und vaginale Beschwerden. Die Bandbreite an Symptomen ist jedoch noch um einiges größer“. Diese körperlichen Symptome treffen auf berufliche Anforderungen, familiäre Verantwortung und eigene hohe Ansprüche. Das Ergebnis ist oft chronischer Stress. „Sobald ein Leidensdruck entsteht, ist es wichtig, aktiv etwas dagegen zu unternehmen. Frauen müssen nicht unter den Symptomen der Wechseljahre leiden“, betont Emma Erhard. Nicht selten entstehen Erschöpfungszustände, emotionale Instabilität oder Rückzug. Vielen fällt es gleichzeitig schwer, offen darüber zu sprechen – aus Angst vor Stigmatisierung oder mangelndem Verständnis.
Frauengesundheit im Unternehmen sichtbar machen?
Ob Workshops, Webinare, Führungskräfte-Briefings oder individuelle BGF-Konzepte: Gemeinsam fördern wir nachhaltiges Wohlbefinden im Arbeitsalltag.
Wechseljahre am Arbeitsplatz: Frauengesundheit ist keine Privatsache
Was individuell beginnt, hat kollektive Auswirkungen. Schlafmangel, Stress und Konzentrationsprobleme beeinflussen Leistungsfähigkeit, Teamdynamik und Fehlzeiten. Unternehmen spüren diese Effekte häufig, ohne die Ursachen zu kennen. Dabei können schon einfache Maßnahmen Entlastung schaffen: flexible Arbeitszeiten, Rückzugsmöglichkeiten, eine wertschätzende Gesprächskultur, niederschwellige Unterstützungsangebote wie Gesundheitsprogramme oder Webinare und informierte Führungskräfte. Wenn Mitarbeiterinnen wissen, dass sie gehört werden, sinkt der Druck, und wenn Arbeitsbedingungen angepasst werden dürfen, steigt die Resilienz.
„Da die Bedürfnisse in den Wechseljahren individuell sind, ist Flexibilität im Arbeitsumfeld ein wichtiger Faktor. Wenn flexible Arbeitszeiten und Home-Office möglich sind, können Frauen diese Freiheiten gezielt nutzen – sei es durch bewusste Pausen, einen angepassten Tagesrhythmus oder das Arbeiten in einer für sie angenehmeren Umgebung.“
Frauengesundheit ganzheitlich denken: Prävention beginnt mit Wissen und Offenheit
Wechseljahre und andere Aspekte der Frauengesundheit sind ein wichtiges Thema, aber sie stehen nicht allein. Frauengesundheit umfasst hormonelle Zyklen, mentale Belastungen, Schwangerschaft, Endometriose, psychische Gesundheit und strukturelle Faktoren wie Arbeitsbelastung und Rollenanforderungen. Politisch rückt Frauengesundheit derzeit stärker in den Fokus. Ziel sind bessere Präventionsstrategien und mehr Forschung. Doch unabhängig von politischen Programmen können Unternehmen heute bereits handeln. Am Tag der Frauengesundheit am 28. Mai ist es daher wichtig, nicht nur Symptome zu adressieren, sondern Prozesse zu verändern: Wissen schaffen, Tabus brechen und Arbeitswelten gestalten, in denen Frauen in allen Lebensphasen gesund und leistungsfähig bleiben und offene Gesprächsräume geschaffen werden.
Nehmen Sie den Tag der Frauengesundheit zum Anlass, Ihre weiblichen Mitarbeitenden zu sensibilisieren und zu unterstützen – mit gezielten Angeboten zum Thema Frauengesundheit wie einem kompakten Workshop zu frauenspezifischen Gesundheitsthemen oder den Webinaren „Girls just wanna have health“, „Frauengesundheit & Mental Load“ oder „Frauengesundheit in den Wechseljahren“.


