Post-Holiday-Syndrom: Tipps für den sanften Wiedereinstieg in den Arbeitsalltag
Post-Holiday-Syndrom: Tipps für den sanften
Wiedereinstieg in den Arbeitsalltag
Maike Sauermann
Alles Wichtige auf einen Blick
- Das Post-Holiday-Syndrom beschreibt ein meist kurzfristiges Stimmungs- und Leistungstief nach dem Urlaub.
- Ein geplanter und schrittweiser Wiedereinstieg hilft dabei, Rückkehrstress zu reduzieren.
- Schlaf, Bewegung, gesunde Ernährung und kleine Urlaubserinnerungen unterstützen Energie und Wohlbefinden.
In den meisten Bundesländern neigen sich die Sommerferien dem Ende zu. Für viele Beschäftigte beginnt damit der Rückkehrstress: Das sogenannte Post-Holiday-Syndrom macht den Wiedereinstieg in den Arbeitsalltag oft schwer. Der Begriff beschreibt ein Stimmungs- und Leistungstief direkt nach dem Urlaub. „Syndrom“ ist dabei allerdings nicht wörtlich zu nehmen – es handelt sich nicht um eine diagnostizierbare Krankheit, sondern um einen meist kurzfristigen Effekt.
Ausgelöst wird das Leistungstief dadurch, dass der Körper nach der Urlaubszeit noch im Entspannungsmodus ist und sich erst wieder an die Arbeitsbelastung gewöhnen muss. Andere Schlafzeiten oder späte Nächte im Urlaub können das frühe Aufstehen zusätzlich erschweren. Die Folge: Stimmungseinbrüche, innere Unruhe und manchmal sogar gesundheitliche Verstimmungen, die als Post-Holiday-Depression bezeichnet werden. Betroffene kämpfen häufig mit negativen Gedanken oder fühlen sich überfordert.
7 Tipps gegen den Post-Holiday-Blues
Lassen Sie sich nicht vom Post-Holiday-Syndrom unterkriegen. Wir haben Ihnen einige Tipps zusammengestellt, die den Wiedereinstieg in den Job erleichtern.
1. Setzen Sie Ihren ersten Arbeitstag auf Mitte bzw. Ende der Woche
Klassischerweise wird montags in die neue Arbeitswoche nach dem Sommerurlaub gestartet, verpflichtend ist das jedoch nicht. Gestalten Sie sich den Einstieg also ganz entspannt und starten Sie am Mittwoch oder Donnerstag wieder in den Arbeitsalltag. So haben Sie die Möglichkeit, den angestauten Arbeitsberg abzuarbeiten, haben aber auch nach zwei bzw. drei Tagen wieder ein ganzes Wochenende, um den „Post-Holiday-Blues“ abmildern zu können.
2. Kleine Freiheiten bei der Rückkehr
Ehrlichkeit ist im Arbeitskontext sehr wichtig. Bei der Kommunikation Ihres genauen Rückkehrdatums müssen Sie gegenüber Kollegen oder Geschäftspartnern jedoch nicht jede Einzelheit offenlegen. Ein bewusst eingeplanter zeitlicher Puffer kann Ihnen helfen, den Wiedereinstieg entspannter zu gestalten und den Druck am ersten Arbeitstag zu reduzieren. Teilen Sie Ihren Arbeitskontakten, insbesondere im Rahmen Ihrer automatischen Abwesenheitsnotiz, beispielsweise mit, dass Sie erst ab einem bestimmten Zeitpunkt wieder erreichbar sind. So können Sie nach dem Urlaub in Ruhe E-Mails sichten, Aufgaben priorisieren und behutsam in die Arbeit starten, ohne unmittelbar auf sämtliche Anfragen reagieren zu müssen.
3. Freeblocks gegen Jobstress beim Wiedereinstieg
Expertinnen und Experten raten grundsätzlich zu einem sanften Wiedereinstieg. So sollte man sich die ersten Tage im Job weitestgehend freihalten. Solche sogenannten Freeblocks helfen, um stressfrei E-Mails abarbeiten und eine Planung für die kommenden Tage erstellen zu können. Idealerweise setzen Beschäftigte schon früher an. Am besten gibt man sich noch in der Urlaubszeit zwei bis drei Tage Übergangsfrist zu Hause. Somit kann man ankommen, den Schlafrhythmus anpassen und sich innerlich wieder auf die Arbeit einstellen.
Sie möchten Ihren Beschäftigten die Rückkehr aus dem Urlaub erleichtern?
4. Nehmen Sie sich genügend Zeit zum Ankommen
Nehmen Sie die Entspannung aus dem Urlaub in den Alltag mit. Ein kleines Bild vom Urlaub auf dem Schreibtisch, nochmal Pizza essen gehen nach dem Italienurlaub, Achtsamkeits- oder Meditationsübungen, das Teilen von Urlaubserfahrungen und Geschichten im Team und unter Freunden –
all das bringt uns den Urlaub nochmal etwas näher. Metaphorisch könnte man sagen: Wir holen uns eine Schaufel Sand mit ins Büro.
5. Gegen das Grauen vor dem ersten Arbeitstag hilft frühzeitige Planung
Wer regelmäßig darunter leidet, dass gegen Ende des Urlaubs die Gedanken an die Arbeit überhandnehmen, kann überlegen, schon vor dem Urlaub mit der Planung für die Rückkehr anzufangen. Da geht es etwa darum, Postfächer für Kolleginnen und Kollegen freizugeben oder zum Beispiel Projekte vor dem Urlaub abzuschließen, so dass man dann nach dem Urlaub neu starten kann. Auch To-do-Listen helfen, um nach dem Urlaub klare Schritte zu haben, an denen man sich orientieren kann. Wenn man Angst vor dem ersten Arbeitstag hat und gar nicht mehr entspannen kann,
helfen Stressbewältigungsmethoden. Wer zum Beispiel in ein negatives Gedankenkarussell abrutscht, kann sich ein großes Stopp-Schild vorstellen. Hierbei verdeutlicht man sich: „Halt, das bringt mir gar nichts, mich aufzuregen. Ich mache das weiter, was ich gerade tun kann.“ Sich auf das Leben im Hier und Jetzt zu besinnen, kann helfen, die Gedankenspirale zu durchbrechen.
6. Achten Sie auf Schlaf, Bewegung und gesunde Ernährung
Das Weckerklingeln zu früher Morgenstunde ist zurück, und durch den Urlaub nicht erträglicher geworden. Ausreichend Schlaf ist jedoch besonders wichtig, um die Leistungsfähigkeit und Energie beim Arbeiten zu begünstigen. Um im Sommer geistig und körperlich fit zu bleiben, ist es außerdem wichtig, viel zu trinken. Eine vitaminreiche Ernährung und Bewegungseinheiten an der frischen Luft heben die Stimmung und halten Sie fit. Nutzen Sie die Mittagspause also beispielsweise für einen Spaziergang mit den Kollegen zum Lieblingsrestaurant. Dabei können Sie diesen auch von Ihren Urlaubserlebnissen erzählen und somit zu einer guten Kommunikation und lockeren Stimmung am Arbeitsplatz beitragen.
7. Was die Führungskraft und das Team für Urlaubsrückkehrer tun kann
Führungskräften wird geraten, Zeit für persönliche Austausche zu schaffen. Sie sollten Interesse aufbringen für die Erlebnisse der Beschäftigten,
für die der Urlaub ja etwas Besonderes war. So kann man etwa im ersten Meeting nach der Rückkehr vom Urlaub erzählen lassen oder sich bei einem Kaffee oder in der Kantine austauschen.
FAQ
Was ist das Post-Holiday-Syndrom und wie lange dauert es?
Das Post-Holiday-Syndrom bezeichnet ein meist kurzfristiges Stimmungs- und Leistungstief nach dem Urlaub, das den Wiedereinstieg in den Arbeitsalltag erschweren kann. Es handelt sich dabei nicht um eine diagnostizierbare Krankheit. Ein sanfter Wiedereinstieg kann helfen, den sogenannten Post-Holiday-Blues abzumildern.
Wie gelingt ein stressfreier Wiedereinstieg nach dem Urlaub?
Ein stressfreier Wiedereinstieg gelingt am besten mit einer schrittweisen Rückkehr in den Arbeitsalltag. Dazu gehören ein Start zur Wochenmitte, ausreichend Zeit zum Ankommen, freie Zeitblöcke für E-Mails und Planung sowie eine Übergangsfrist von zwei bis drei Tagen nach dem Urlaub. So lässt sich der Arbeitsstress beim Wiedereinstieg reduzieren.
Wie kann man Stress vor dem ersten Arbeitstag nach dem Urlaub vermeiden?
Eine frühzeitige Planung kann helfen, Stress vor dem ersten Arbeitstag zu vermeiden. Projekte sollten möglichst vor dem Urlaub abgeschlossen, Postfächer für Kolleginnen und Kollegen freigegeben und To-do-Listen für die Rückkehr vorbereitet werden. Bei negativen Gedanken kann es außerdem helfen, bewusst im Hier und Jetzt zu bleiben und die Gedankenspirale zu unterbrechen.
Was hilft gegen Müdigkeit und schlechte Stimmung nach dem Urlaub?
Ausreichend Schlaf, Bewegung an der frischen Luft, viel Flüssigkeit und eine vitaminreiche Ernährung unterstützen Leistungsfähigkeit, Energie und Stimmung nach dem Urlaub. Auch kleine Rituale, Urlaubserinnerungen sowie der Austausch mit Kollegen über Urlaubserlebnisse können dabei helfen, die Entspannung in den Arbeitsalltag mitzunehmen.
Wie können Führungskräfte den Wiedereinstieg nach dem Urlaub unterstützen?
Führungskräfte können den Wiedereinstieg erleichtern, indem sie Zeit für persönlichen Austausch schaffen und Interesse an den Urlaubserlebnissen ihrer Beschäftigten zeigen. Ein Gespräch bei einem Kaffee oder ein kurzer Austausch im ersten Meeting kann dazu beitragen, eine positive und lockere Stimmung im Team zu fördern.
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