Homeoffice im Realitätscheck: Neue Studie zeigt
Erfolgsfaktoren für virtuelle Zusammenarbeit
Homeoffice im
Realitätscheck: Neue Studie zeigt Erfolgsfaktoren für
virtuelle Zusammenarbeit
Maren Beer
Alles Wichtige auf einen Blick
- 31,3 % der Beschäftigten würden den Arbeitgeber wechseln, wenn keine Homeoffice-Möglichkeit besteht.
- Gleichzeitig zeigt die Studie: Nicht die Anzahl der Homeoffice-Tage entscheidet über Gesundheit und Zufriedenheit, sondern vor allem Unternehmenskultur, Führungsqualität und soziale Faktoren.
- Die Studie identifiziert sechs unterschiedliche Homeoffice-Typen mit individuellen Bedürfnissen und Erwartungen an die virtuelle Zusammenarbeit.
Das Arbeiten im Homeoffice hat sich in den vergangenen Jahren als ein fester Bestandteil der modernen Arbeitswelt etabliert. Viele Beschäftigte nutzen die Möglichkeit, ihre Tätigkeit von zu Hause auszuführen – mit Chancen, aber auch mit Herausforderungen für Unternehmen und Beschäftigte. Anhaltende Debatten um Präsenzpflichten und Bestrebungen zur Rückkehr ins Büro verdeutlichen die Relevanz dieser Thematik.
Doch welchen Einfluss hat das Arbeiten von zu Hause wirklich? Welche unterschiedlichen Bedürfnisse bestehen bei der virtuellen Zusammenarbeit?
IFBG und die DAK-Gesundheit sind diesen und weiteren aktuellen Fragen nachgegangen und haben fast 1.000 Beschäftigte und 30 Unternehmensverantwortliche zu ihrer Wahrnehmung befragt. Neben spannenden Erkenntnissen zu verschiedenen Homeoffice-Typen und deren Bedürfnissen haben sich wichtige Erfolgsfaktoren für eine gute virtuelle Zusammenarbeit und den langfristigen Unternehmenserfolg gezeigt, an denen Organisationen direkt anknüpfen können.
Studienergebnisse auf einen Blick
Die Studie „Online-Kultur“ untersucht, wie Beschäftigte virtuelle Zusammenarbeit erleben. Die Befragung von fast 1.000 Beschäftigten zeigt, dass nicht die Anzahl der Homeoffice-Tage entscheidend ist, sondern vor allem Unternehmenskultur, Führungsqualität und die Passung zwischen den Wünschen der Beschäftigten. Ein zentrales Ergebnis der Studie: Es gibt sechs unterschiedliche Homeoffice-Typen mit individuellen Bedürfnissen und Erwartungen.
Top 5 Erkenntnisse aus der Studie „Online-Kultur“
Top 5 Erkenntnisse aus
der Studie „Online-Kultur“
- Es gibt sechs unterschiedliche Homeoffice-Typen, die unterschiedliche Bedürfnisse hinsichtlich der virtuellen Zusammenarbeit haben. Dabei kommt es auf die Diskrepanz zwischen Wunsch-Tagen im Homeoffice und der Realität an: Gehen diese weit auseinander, steigt die Unzufriedenheit. Ein Drittel (31,3 %) würde außerdem den Arbeitgeber wechseln, wenn keine Homeoffice-Möglichkeit besteht.
- Nicht die Anzahl der Tage im Homeoffice, sondern kulturelle Gelingensfaktoren und unternehmensbezogene Rahmenbedingungen haben den größten Einfluss auf Gesundheit, Zufriedenheit und Motivation der Beschäftigten.
- Unternehmenskultur und Führungsqualität haben einen signifikanten Einfluss auf das Burnout-Risiko, die Arbeitszufriedenheit, das Arbeitsengagement, die Verbundenheit mit dem Arbeitgeber oder Gedanken an einen Stellenwechsel und sind damit wichtige Stellhebel für den Unternehmenserfolg.
- Beschäftigte entscheiden sich vor allem für das Arbeiten im Homeoffice, um lange Wegzeiten zu vermeiden, die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zu verbessern oder weil sie zuhause konzentrierter arbeiten können. Die Präsenz im Büro hingegen dient insbesondere dem sozialen Austausch, dem Bedürfnis „herauszukommen“ sowie informellen Begegnungen mit Kolleginnen und Kollegen.
- Als Handlungsbedarfe benennen Beschäftigte die Notwendigkeit, regelmäßige persönliche Treffen in Präsenz zu ermöglichen, klare Homeoffice-Vereinbarungen zu etablieren sowie den informellen Austausch im Team zu fördern.
Selbst-Test: Welcher
Homeoffice-Typ sind Sie?
Die Studie zeigt, dass es sechs unterschiedliche Homeoffice-Typen mit individuellen Bedürfnissen und Erwartungen an die virtuelle Zusammenarbeit gibt. Doch welchem Typ entsprechen Sie selbst? Testen Sie es jetzt in unserem interaktiven Selbst-Test und entdecken Sie, was Sie für produktives, gesundes und zufriedenstellendes Arbeiten im Homeoffice brauchen.
Top 5 Handlungsempfehlungen für Unternehmen
Top 5 Handlungs-
empfehlungen für Unternehmen
1. Unterschiedliche Bedürfnisse berücksichtigen
Die Studie zeigt, dass unterschiedliche Homeoffice-Typen existieren, die jeweils spezifische Bedürfnisse haben. Führungskräfte können die virtuelle Zusammenarbeit stärken, indem sie diese Unterschiede erkennen und die individuellen Merkmale sowie Wünsche ihrer Beschäftigten gezielt berücksichtigen. Dabei können beispielsweise Beschäftigtenbefragungen oder Analysen zur Zusammenarbeit helfen, unterschiedliche Bedürfnisse sichtbar zu machen und gezielt darauf einzugehen.
2. Soziale Faktoren fördern
Als zentrale Handlungsbedarfe wurden persönliche Treffen in Präsenz und informeller Austausch identifiziert. Unternehmen sollten daher Strukturen schaffen, die regelmäßige Gelegenheiten zum sozialen Miteinander ermöglichen, und ihre Beschäftigten hierbei aktiv unterstützen. Digitale Austauschformate, Teamworkshops oder gemeinsame Präsenztage können dazu beitragen, soziale Verbundenheit und informellen Austausch gezielt zu fördern.
3. Zentrale Rolle von Führungskräften
4. Vorurteile beseitigen
Ein erheblicher Teil der Beschäftigten berichtet, im Homeoffice produktiver arbeiten zu können als im Büro. Unternehmen können diese Potenziale nutzen, indem sie Vorurteile gegenüber unterschiedlichen Arbeitsformen abbauen und Verständnis für unterschiedliche Bedürfnisse fördern.
5. Best-Practices erproben
Die Befragung der Unternehmensverantwortlichen zeigt, dass feste Präsenztage nur eine von mehreren möglichen Strategien zur Förderung der virtuellen Zusammenarbeit darstellen. Organisationen sollten verschiedene Ansätze testen und deren Wirkung regelmäßig evaluieren, um die für sie wirksamsten Lösungen zu identifizieren.
Sie haben Fragen zur Studie „Online-Kultur“? Dann dürfen Sie sich gerne direkt an unsere Studienleiterin Maren Beer wenden.
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