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Faszien im Arbeitsalltag:
Wie Bewegung und Ergonomie
Gesundheit und Wohlbefinden fördern
Wer viel sitzt, lange in derselben Position arbeitet oder sich im Arbeitsalltag nur wenig bewegt, kennt sie häufig: verspannte Schultern, ein ziehender Rücken oder das Gefühl, „unbeweglich“ zu sein. Solche Beschwerden werden oft ausschließlich mit der Muskulatur in Verbindung gebracht. Dabei spielt ein weiteres System unseres Körpers eine wichtige Rolle – die Faszien.
In den vergangenen Jahren hat die Faszienforschung zunehmend an Aufmerksamkeit gewonnen. Insbesondere im Bereich Prävention und Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) rücken Faszien stärker in den Fokus, da sie eine wichtige Rolle für Bewegung, Körperwahrnehmung und Wohlbefinden spielen.
Was sind Faszien und welche Aufgaben haben sie im Körper?
Faszien sind bindegewebige Strukturen, die den gesamten Körper durchziehen. Sie umhüllen Muskeln, Organe, Nerven, Gelenke und Knochen und bilden ein zusammenhängendes Netzwerk, das Stabilität und Beweglichkeit miteinander verbindet.
Dabei übernehmen Faszien verschiedene Aufgaben:
- Sie geben dem Körper Struktur und Halt.
- Sie unterstützen Bewegungsabläufe und die Kraftübertragung.
- Sie enthalten zahlreiche Sinnes- und Schmerzrezeptoren.
- Sie spielen eine Rolle beim Stoffwechsel und Flüssigkeitsaustausch.
Lange wurden Faszien in der Bewegungs- und Trainingswissenschaft kaum beachtet. Heute weiß man, dass sie wesentlich an unserem Bewegungsgefühl beteiligt sind und Einfluss auf Beweglichkeit und Wohlbefinden haben können.
Wie beeinflussen Bewegung und Arbeitsalltag die Faszien?
Der menschliche Körper ist auf regelmäßige und abwechslungsreiche Bewegung ausgelegt. Im Arbeitsalltag bestimmen jedoch häufig langes Sitzen, monotone Bewegungsabläufe oder dauerhaft ähnliche Körperhaltungen den Tagesablauf vieler Beschäftigter. Fehlt diese Bewegungsvielfalt über einen längeren Zeitraum, kann sich dies auf die Belastbarkeit und Beweglichkeit des Gewebes auswirken. Häufig werden dann Spannungsgefühle, Steifheit oder Einschränkungen in bestimmten Bewegungen wahrgenommen. Dies betrifft nicht nur körperlich belastende Tätigkeiten – auch klassische Bildschirmarbeit kann dazu beitragen, dass sich Bewegungsmuster im Alltag zunehmend einseitig gestalten.
Was sind „verklebte Faszien“?
Der Begriff „verklebte Faszien“ wird häufig verwendet, um Veränderungen im faszialen Gewebe zu beschreiben. Wissenschaftlich betrachtet handelt es sich dabei jedoch weniger um ein tatsächliches Verkleben, sondern eher um Veränderungen der Gewebestruktur und der Gleitfähigkeit zwischen einzelnen Gewebeschichten.
Mögliche Folgen solcher Veränderungen können sein:
- Spannungs- oder Steifheitsgefühle
- Eingeschränkte Beweglichkeit
- Veränderte Körperwahrnehmung
- Erhöhte Empfindlichkeit in bestimmten Körperbereichen
- Beschwerden im Bereich des Bewegungsapparates
Wichtig ist dabei, dass Beschwerden selten auf eine einzelne Ursache zurückzuführen sind. Häufig wirken verschiedene Faktoren zusammen, beispielsweise Bewegungsverhalten, körperliche Belastungen, Haltung, Stress oder individuelle Voraussetzungen.
Möchten auch Sie die Bewegung in Ihrem Unternehmen intensiveren?
Was hilft den Faszien im Arbeitsalltag?
Die gute Nachricht: Bereits kleine Veränderungen im Tagesablauf können dazu beitragen, mehr Bewegung in den Arbeitsalltag zu integrieren. Oft geht es weniger um intensive Trainingseinheiten als um regelmäßige Bewegungsimpulse. Dazu gehören beispielsweise kurze Bewegungs- und Aktivpausen, regelmäßige Positionswechsel, Mobilisationsübungen, Dehnungsübungen, lockere dynamische Bewegungen sowie gezielte Entspannungs- und Körperwahrnehmungsübungen. Entscheidend ist dabei vor allem die Regelmäßigkeit. Schon wenige Minuten Bewegung über den Tag verteilt können eine sinnvolle Ergänzung zu längeren Sporteinheiten sein.
Wie können Unternehmen Bewegung und Ergonomie in die Betriebliche Gesundheitsförderung integrieren?
Unternehmen können Rahmenbedingungen schaffen, die gesundheitsförderliche Verhaltensweisen im Arbeitsalltag unterstützen. Ziel moderner Maßnahmen ist es, Beschäftigte dabei zu unterstützen, Bewegung langfristig und nachhaltig in ihre Routinen zu integrieren.
Praxisnahe Ansätze können beispielsweise sein:
- Vorträge und Webinare zu Bewegung und Ergonomie: Interaktive Formate vermitteln Wissen rund um Bewegung im Arbeitsalltag und geben konkrete Tipps, wie Beschäftigte mehr Aktivität in ihre täglichen Routinen integrieren können.
- Ausbildung von Bewegungs- oder Ergo-Guides: Beschäftigte können gezielt qualifiziert werden, um Bewegungsimpulse und Mobilisationsübungen nachhaltig im Unternehmen zu etablieren und Kolleginnen und Kollegen im Arbeitsalltag zu unterstützen.
- Ergonomische Sensibilisierung und Bewegungsberatung: Die Kombination aus Bewegung und ergonomischer Arbeitsplatzgestaltung kann dazu beitragen, körperliche Belastungen frühzeitig zu erkennen und geeignete Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
- Integration kleiner Bewegungsimpulse in den Arbeitsalltag: Schon kurze Aktivierungs- oder Mobilisationsübungen über den Tag verteilt können Beschäftigte dabei unterstützen, regelmäßige Bewegung in ihren Arbeitsalltag einzubauen.
Der größte Effekt entsteht häufig dann, wenn kleine Veränderungen langfristig Bestandteil des Arbeitsalltags werden.
Warum Bewegung für Faszien und Gesundheit wichtig ist
Faszien sind Teil eines komplexen Netzwerks, das an Beweglichkeit, Körperwahrnehmung und körperlichem Wohlbefinden beteiligt ist. Gerade in einer Arbeitswelt, die häufig von langem Sitzen und wiederkehrenden Bewegungsmustern geprägt ist, kann regelmäßige Bewegung einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit leisten. Oft sind es bereits kleine Veränderungen im Alltag, die langfristig einen Unterschied machen können.


