Superfoods – wie super sind sie wirklich?

Egal ob wir einkaufen gehen oder Werbung für gesundheitsfördernde Produkte anschauen, Begriffe wie Goji Beeren, Chia Samen oder Spirulina Algen fallen immer häufiger in Zusammenhang mit gesunder Ernährung. Lebensmittel, die einen gesundheitlichen Vorteil und viele gute Nährstoffe versprechen, werden als „Superfoods“ bezeichnet. Sie kommen meist aus exotischen Regionen und die Endverbraucherinnen und Endverbraucher wissen oft gar nicht, was es mit diesen Nahrungsmitteln auf sich hat und wie das angebliche Superfood angebaut bzw. produziert wird. Doch sind diese Superfoods wirklich so super für unsere Gesundheit oder gibt es vielleicht regionale Alternativen, die nicht erst durch den halben Ozean transportiert werden müssen?

Was steckt hinter dem Begriff „Superfood“?

Schon seit vielen Jahrhunderten konsumieren wir bestimmte Lebensmittel mit dem Ziel, die eigene Gesundheit zu unterstützen und zu verbessern oder Krankheiten vorzubeugen (Zentrum der Gesundheit, 2022). Erst in den letzten Jahren kam der Begriff „Superfood“ im Lebensmittel- und Gesundheitsmarkt auf und wird vor allem als Marketinginstrument eingesetzt. Wichtig zu wissen ist, dass der Begriff nicht allgemein anerkannt und gesetzlich geschützt ist. Der Begriff „Superfood“ ist also mit Vorsicht zu genießen und es ist vorteilhaft, sich die Nährstoffe eines Produkts vor dem Kauf noch einmal genauer anzusehen (Schmelzer, 2016).

Wie gesund sind Superfoods wirklich?

Auch wenn bewiesen wurde, dass einige Superfoods eine antioxidative und entzündungshemmende Wirkung haben und eine hohe Konzentration an wichtigen Nährstoffen aufweisen, konnte die Forschung noch nicht eindeutig belegen, dass Superfoods eine positive Wirkung auf unsere Gesundheit wie beispielsweise Gewichtsverlust, Blutdrucksenkung oder ähnliches haben können. Eine Ernährung mit vielen Superfoods allein reicht nicht aus, um gesund zu sein. Superfoods können nur in Kombination mit Bewegung, einer ausgewogenen, gesunden Ernährung, frischer Luft und vielem mehr die Gesundheit unterstützen. Man sollte also immer im Hinterkopf haben, dass der Verzehr von Superfoods einen ungesunden Lebensstil nicht ausgleichen kann. Trotzdem schadet eine maßvolle Ernährung mit Superfoods dem Körper nicht – der Umwelt allerdings schon (Chem, 2018).

Folgen für die Umwelt

Bekannt ist, dass die meisten Superfoods von der anderen Seite des Globus zu uns nach Deutschland kommen und die Produktion sowie der Transport negative Folgen für die Umwelt mit sich bringen. Acai Pulver wird beispielsweise aus Acai Früchten von Palmen aus dem Amazonasgebiet gewonnen. Die hohe Nachfrage des Pulvers trägt dazu bei, dass immer mehr Palmplantagen errichtet werden, was zu einer Verschlechterung der Waldstruktur führt. Auch die Verarbeitung zu Pulver ist sehr kompliziert und energieaufwendig (Magrach, 2020).

Quinoa wird ebenfalls weit weg, vorwiegend in der Andenregion Boliviens und Perus, angebaut und in Monokulturen gezüchtet. Dies verschlechtert die Bodenqualität und drängt kleinere, regionale Landwirte zurück (ebd.).

Unsere 5 regionalen Superfoods

Es schadet nie, gesundheitsfördernde Lebensmittel in die eigene Ernährung zu integrieren. Nur müssen es nicht immer internationale und teure Superfoods sein. Auch Deutschland hat regionale Superfoods zu bieten (Miersch, 2021):

Grünkohl: Er liefert wichtige Nährstoffe, ist kalorienarm und hat einen entzündungshemmenden und krebsrisikosenkenden Effekt.

Knoblauch: Knoblauch ist entzündungshemmend und wirkt blutdrucksenkend. Am besten ist es, frischen und fein geschnittenen Knoblauch (kein Pulver) am Ende in das gekochte Gericht hinzuzugeben, damit die wichtigen Nährstoffe enthalten bleiben.

Leinsamen: Sie haben die gleiche Wirkung wie Chiasamen und sind deutlich billiger und regional. Leinsamen haben außerdem einen hohen Anteil an Ballaststoffen und anderen wichtigen Nährstoffen wie Omega-3-Fettsäuren.

Heidelbeeren: Regionale Heidelbeeren können anstelle von Acai-Beeren verzehrt werden. Sie enthalten genauso viele Vitamine wie die exotischen Beeren.

Brennnesseln: Die Heilpflanze wirkt entzündungshemmend und stärkt das Immunsystem. Sie kann kostenlos im Garten oder auf Wiesen geerntet und in Smoothies sowie Tees verarbeitet werden.

Quellen:

  • Chem, H. (2018) Superfoods: Recent Data on their Role in the Prevention of Diseases
  • Magrach. A. (2020). Environmental and social consequences of the increase in the demand for ‘superfoods’ world-wide
  • Miersch. C (2021). Superfood: Heimische Alternativen zu Chiasamen, Acai und Co.
  • Saleh-Ebrahimi. S (2016). Ich ess nur noch super!
  • Schmelzer, T. (2016). Warum Superfood nicht super ist
  • Van den Driessche, J. (2018). Effects of superfoods on risk factors of metabolic syndrome: a systematic review of human intervention trials
  • Zentrum der Gesundheit (2022). Superfoods – die 15 besten
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