„How’s work“ zeigt, wie zufrieden Beschäftigte in Deutschland wirklich sind

Dr. Utz Niklas Walter

Founder & Consultant
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Ergebnisse der Beschäftigtenstudie „How’s work“ zeigen: 67.1% der befragten Beschäftigten sind mit ihrer Arbeit insgesamt – unter Berücksichtigung aller Umstände – sehr zufrieden oder zufrieden. Eine hohe Arbeitszufriedenheit geht außerdem einher mit einer bedeutsamen Einschätzung der Beschäftigten über sich selbst.

Arbeitszufriedenheit ist ein hochrelevantes Thema des Betrieblichen Gesundheitsmanagements und der Arbeitspsychologie. Sie ist stark erforscht und Korrelate mit u. a. krankheitsbedingten Fehlzeiten und Burnout bei zu geringer Arbeitszufriedenheit sind nachgewiesen (Schermuly et al., 2011). Eine hohe Arbeitszufriedenheit kann aus motivationalen Gründen sinnvoll sein und damit auch ein Mittel zur Erreichung von Organisationszielen darstellen. Führung ist dabei ein wichtiger Treiber für die Arbeitszufriedenheit (Kauffeld, 2019).

Mehr als die Hälfte der Arbeitenden sind mit ihrer Arbeitssituation zufrieden

Beschäftigte aus 43 Unternehmen in ganz Deutschland wurden gefragt, wie zufrieden sie, mit Ihrer Arbeitssituation insgesamt sind, unter Berücksichtigung aller Umstände. Darauf antworten über die Hälfte der insgesamt 10.476 befragten Beschäftigten, mit ihrer Arbeit zufrieden zu sein (54.5%), 12.6% sind sogar sehr zufrieden. Ein gutes Viertel berichtet, teilweise Zufriedenheit bezüglich der Arbeit zu verspüren (26.1%). Unzufrieden (6.0%) oder sogar sehr unzufrieden (0.9%) sind nur kleine Teile der Stichprobe.

Beschäftigte mit Führungsverantwortung sind zufriedener

Die Arbeitszufriedenheit scheint über die Geschlechter (X²(4) = 12.92, p = .012, n = 9.838) und Altersgruppen (X²(12) = 24.83, p = .016, n = 10.085) hinweg relativ stabil zu sein. Obwohl an einigen Stellen statistisch signifikante Unterschiede zu finden sind, unterscheiden sich diese meist nur in wenigen Prozentpunkten. Bei der Betrachtung des Merkmals Führungsverantwortung sieht es anders aus (X²(2) = 49.33, p = .000, n = 6.338). Hier geben die Beschäftigten mit Führungsverantwortung häufiger an, ziemlich oder sehr zufrieden zu sein (73.9%) als die Beschäftigten ohne Führungsverantwortung (64.0%). Auch in Bezug auf die Organisationsform zeigen sich beim Thema Arbeitszufriedenheit Unterschiede (X²(4) = 33.16, p = .000, n = 10.476). In Öffentlichen Einrichtungen finden sich tendenziell mehr Beschäftigte, die sehr zufrieden mit ihrer Arbeit sind (16.7%), als in Wirtschaftsunternehmen (11.8%). Zählt man jedoch die beiden Kategorien zufrieden und sehr zufrieden zusammen, ist der Unterschied kaum noch zu erkennen (Öffentliche Einrichtung: 70.6%; Wirtschaftsunternehmen: 67.1%).

Es gibt einen positiven Zusammenhang mit dem subjektiven Gesundheitszustand der Beschäftigten

Arbeitszufriedenheit korreliert mit vielen Konstrukten, die für die Gesundheit bei der Arbeit relevant sind. Neben individuellen physischen Aspekten wie dem positiven Zusammenhang mit dem subjektiven Gesundheitszustand (r = .29, p = .000, n = 8.374) bestehen auch signifikante Zusammenhänge mit Aspekten, die direkt aus dem Arbeitskontext resultieren.

Möchten Sie noch mehr zur Studie „How’s work“ erfahren? Auf LinkedIn teilen wir wöchentlich Clips zu Fakten der Beschäftigtenstudie. Sie haben darüber hinaus die Möglichkeit, hier das Kapitel zum Thema Arbeitszufriedenheit downzuloaden und hier den Clip mit allen wichtigen Informationen anzuschauen.

 

Quellen:

Kauffeld, S. (2019). Arbeits-, Organisations- und Personalpsychologie für Bachelor (3. Auflage). Springer.

Schermuly, C.C., Schermuly, R.A., & Meyer, B. (2011). Effects of vice-principals’ psychological empowerment on job satisfaction and burnout. International Journal of Educational Management 25, 252-264.