10 Tipps für Ihre mentale Gesundheit

Eva Engels

Trainee
Team Analysen
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In einer sich wandelnden Welt geprägt von Arbeits- und Freizeitstress, hat das eigene Wohlbefinden oft nicht die oberste Priorität. Zahlreiche Belastungsfaktoren aus dem beruflichen und privaten Kontext können zu einer Verschlechterung des mentalen Zustandes und zu Einschränkungen in der gewohnten Lebensweise führen. Genauso individuell wie diese Belastungsfaktoren auf jede einzelne Person wirken, sind auch die Maßnahmen, die ergriffen werden müssen, um die eigene mentale Gesundheit zu bewahren oder wieder herzustellen.

Wir haben Ihnen einige Tipps zusammengestellt, die Sie in Ihren Alltag integrieren können. Probieren Sie es aus und finden Sie die passenden Methoden, die sich für Sie richtig und hilfreich anfühlen.

  1. Die Ernährung hat einen Einfluss auf Ihre mentale Gesundheit. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung wirkt sich positiv auf Ihr Wohlbefinden aus (Hauschild et al., 2013).

  2. Feste Routinen helfen nicht nur dabei, dem Alltag mehr Struktur zu verleihen, sondern fördern auch die mentale Gesundheit. Feste Morgen- und Abendroutinen verleihen Sicherheit und ermöglichen es, den Fokus auf andere Dinge zu lenken (Ravens-Sieberer et al., 2007).

  3.  Auch Bewegung hat einen positiven Effekt auf das mentale Wohlbefinden. Schwungvolles Gehen, Tanzen oder Hüpfen fördert die Erinnerung an Positives und löst somit positive Gefühle aus. Eine zusammengesackte Körperhaltung führt hingegen zu schnellerer Frustration (Hauschild & Wüstenhagen, 2013).

  4. Ein achtsamer Lebensstil beinhaltet das bewusste Innehalten und Wahrnehmen bestimmter Situationen, ohne jedoch eine konkrete Wertung vorzunehmen. Eine mögliche Methode für den Alltag ist die Stop-Look-Act-Methode, bei der jede Situation in dieser Reihenfolge angegangen wird (Amberg, 2016).

  5. Unsere Gedanken tragen oftmals dazu bei, dass wir in herausfordernden Situationen Stress-Reaktionen erleben. Daher ist es sinnvoll zu lernen, diese stressverstärkenden Gedanken umzuformulieren. Besonders gut funktioniert dies mit der Methode der Kognitiven Umstrukturierung. Hierbei wird für jeden belastenden Gedanken ein zutreffender, aber positiver oder zumindest neutraler Alternativ-Gedanke formuliert (Wilken, 2018).
  1. Geteiltes Leid ist halbes Leid – das Aktivieren von Unterstützungssystemen kann zum Schutz unserer mentalen Gesundheit gerade in stressigen und überfordernden Situationen einen großen Beitrag leisten. Überlegen Sie sich, welche Aufgaben und Pflichten Sie vielleicht an andere Personen abgeben können.

  2. Um negative Gedankengänge zu durchbrechen oder das Gedankenkarussell zu stoppen, eignet sich die Methode „Gedanken-Stopp“. Hierbei wird das Wort „STOPP“ laut oder in Gedanken ausgesprochen. Gleichzeitig wird sich ein rotes Stopp-Schild vorgestellt. Nachdem der Gedankenkreislauf durchbrochen ist, müssen die Gedanken sofort auf etwas anderes gelenkt werden (Wirtz, 2020).

  3. Durch bestimmte Imaginationsverfahren wie beispielsweise dem Ruhebild können körperliche Entspannungsreaktionen ausgelöst werden. Die Imagination einer Landschaft oder Situation, ohne andere Personen, und die vollständige Konzentration auf die Sinneseindrücke führt nicht nur zu einer körperlichen, sondern auch zu einer mentalen Entspannung. Diese Technik wird auch in vielen Psychotherapieverfahren angewandt (Caspar, 2020).

  4. Das Führen eines Dankbarkeitstagebuchs hilft dabei, den Blick auf die positiven Dinge im Alltag zu lenken. Bei der Methode des Dankbarkeitstagebuchs werden jeden Tag drei Dinge notiert, für die man heute besonders dankbar ist. Das können kleine Dinge wie die Tasse Kaffee in der Sonne, das Lächeln der fremden Dame auf der Straße oder ein nettes Gespräch mit Kollegen sein (Wilberg, 2018).

  5. Besonders wichtig ist, dass die eigene mentale Gesundheit genauso wie die körperliche Gesundheit einen hohen Stellenwert einnimmt. Wenn Sie merken, dass Sie allein nicht mehr weiterwissen, schalten Sie professionelle Hilfe ein. Eine Therapie kann in vielen Fällen ein sinnvoller Weg aus scheinbar aussichtslosen Situationen sein. Auch wenn es einiges an Überwindung kostet, der Schritt wird meist mit einer Besserung der Lebensumstände und Lebensqualität belohnt.

Mehr Tipps zum Thema Mentale Gesundheit erhalten Sie in unserem Bereich Stress & Digitale Balance.

Quellen:

  • Amberg, M. (2016). Wie Achtsamkeit wirkt. In: Führungskompetenz Achtsamkeit: Eine Einführung für Führungskräfte und Personalverantwortliche (essentials) (German Edition) (1. Aufl. 2016). Springer.
  • Hauschild, J., & Wüstenhagen, C. (2013, 7. Juni). Körper und Seele – nur gemeinsam stark. Zeit. https://www.zeit.de/zeit-wissen/2013/03/koerper-psyche-gefuehle-gesundheit/komplettansicht
  • Ravens-Sieberer, U., Wille, N., & Settertobulte, W. (2007). Was fördert das gesunde Aufwachsen von Kindern in Familien. Eine qualitative Studie im Auftrag der AOK-Die Gesundheitskasse und des stern durchgeführt von der Gesellschaft für angewandte Sozialforschung (GE-FAS), Gütersloh.
  • Wilberg, H.-A. (2018). Dankbarkeit. Grundprinzip der Menschlichkeit – Kraftquelle für ein gesundes Leben. Springer.
  • Wilken, B. (2018). Methoden der kognitiven Umstrukturierung: Ein Leitfaden für die psychotherapeutische Praxis. Kohlhammer Verlag.
  • Wirtz, M. A. (2020). Gedankenstopp. In Lexikon der Psychologie (19. Auflage). Hogrefe.
  • Caspar, F. (2020). Imaginationstechniken. In Wirtz, M. A. (2020) Lexikon der Psychologie (19. Auflage). Hogrefe.