Psychische Gefährdungsbeurteilung im Rahmen des BGM-Beschäftigtenbarometers

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BGM-Beschäftigtenbarometer

Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz

Herausforderung

Die digitalisierte Arbeitswelt bringt viele Veränderungen mit sich. Ist es die Arbeitsmenge oder die Komplexität der Aufgaben? Und welche Bedeutung haben das häufig diskutierte Pendeln zwischen Arbeitsplatz und Wohnort oder die permanente Erreichbarkeit? Unsere Zukunftsstudie #whatsnextBGM liefert hierzu wertvolle Hinweise. In einem Punkt sind sich Forscher weitestgehend einig: In vielen Bereichen der Arbeitswelt haben die psychosozialen Belastungen am Arbeitsplatz durch Technologisierung oder Entgrenzung von Arbeit stark zugenommen (Rexroth, Peters & Sonntag, 2012). 

Dies hat auch der Gesetzgeber erkannt und Arbeitgeber im Jahr 2013 durch eine Ergänzung des Arbeitsschutzgesetzes dazu aufgefordert, bei der Beurteilung der Arbeitsbedingungen auch psychische Belastungen stärker zu berücksichtigen (vgl. § 5 ArbSchG, Ziffer 6).

Dabei geht es nicht vorrangig um die Bewertung der psychischen Gesundheit der Beschäftigten, sondern um eine valide Beurteilung und Gestaltung der Arbeit im Hinblick auf deren psychische Belastung (GDA, 2014). Dies kann der Arbeitgeber selbst leisten oder externe Partner schriftlich damit beauftragen (§ 13 Abs. 2 ArbSchG). Doch die entscheidende Frage für die praktische Umsetzung in Unternehmen und Behörden lautet: Welche Verfahren sind hierfür überhaupt geeignet?


Lösung

Als geeignete Verfahren können in Anlehnung an Empfehlungen der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) und weiterer Experten v. a. folgende Vorgehensweisen betrachtet werden, die im kostenlosen Factsheet „Verfahren“ genauer beschrieben werden.

Hat man Handlungsfelder und Bedarfe durch die Anwendung entsprechender Verfahren identifiziert und aufgearbeitet, empfiehlt es sich, Optimierungsmaßnahmen einzuleiten, diese zu evaluieren und abschließend den Gesamtprozess zu dokumentieren. Wichtige Hinweise hierzu sind im Factsheet „Doku“ zusammengefasst:

(1) Befragungen

(2) Beobachtungsverfahren

(3) Interviews

(4) Moderierte Workshops

Literatur

Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (2014). Empfehlungen zur Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung. Berlin: BMAS.

Rexroth, M., Peters, A. & Sonntag, Kh. (2012). Flexibilisierung und Entgrenzung der Arbeit aus arbeitspsychologischer Sicht am Beispiel des Projektes "Work-Life-Balance: Wege zur nachhaltigen Verankerung von Work-Life-Balance in der Kultur von Unternehmen". In B. Badura et al. (Hrsg.), Fehlzeiten-Report 2012 (S. 131-138). Berlin: Springer.


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Eine zielführende Maßnahmenplanung im Bereich der psychosozialen Gesundheit erfordert valide Informationen über die tatsächlichen Gefährdungspotenziale am Arbeitsplatz und im privaten Alltag.

Prof. Dr. Filip Mess, IFBG-Experte, TU München

Die psychosoziale Gesundheit unserer Beschäftigten ist uns als technologieorientiertem Unternehmen besonders wichtig, weshalb wir ihr in unseren Gesundheitserhebungen speziellen Raum geben.

Karin Markert, Wittenstein AG